Nil


Ägypten Nil Der Nil – mit 6.671 km Länge einer der längsten Ströme der Welt – hat seinen Ursprung in den afrikanischen Staaten Ruanda und Burundi. Der Flusslauf führt durch nördliche und östliche Gebiete des „Schwarzen Kontinents“, dabei passiert der Nil neben den Nationen Ruanda und Burundi, in denen seine beiden Quellflüsse entspringen, die Länder Tansania, Uganda sowie den Sudan, ehe er nahe der ägyptischen Hauptstadt Kairo das Nildelta bildet und letztendlich in das Mittelmeer mündet.

Die Quelle des Nil

Die am weitesten vom Mündungspunkt des legendären Nils entfernt gelegene Quelle befindet sich in Burundi, genauer in den Hängen des rund 2.700 Meter hohen Berges Luvironza, dem höchsten des Landes. Der Quellfluss trägt denselben Namen. Entdeckt wurde jene Quelle von den beiden Österreichern Lenz und Baumann Ende des 19. Jahrhunderts, wenige Jahre danach wurde die präzise geografische Position der Nilquelle vom deutschen Arzt und Afrikaforscher Kandt definiert. Nichtsdestotrotz finden bis heute Expeditionen statt, um einen eventuell noch weiter entfernten Ursprung des Nils aufzuspüren. Wohl auch, weil die beiden wahrscheinlich längsten Flüsse des Globus – der afrikanische Nil sowie der bereits als wasserreichster Strom der Erde deklarierte, südamerikanische Amazonas – um den ersten Rang wetteifern.

Der Nil als Lebensader

Zwar ist der Nil im Hinblick auf die geführte Wassermenge keine Konkurrenz des Amazonas, dennoch wird ihm eine besondere Bedeutung zu Teil, die sich vor allen Dingen auf Ägypten bezieht. Nicht ohne Grund trägt der Nil – zumindest der längste Fluss Afrikas – den Beinamen „Lebensader“.

Insbesondere Ägypten profitiert von der Nähe zum Nil und dies schon seit geraumer Zeit. Die Bedeutung des mächtigen afrikanischen Stroms resultiert aus dem Hochwasser des Flusses und den Überschwemmungen der Nilufer. Dieses Phänomen beruht auf der Regenzeit, in der die Quellflüsse ansteigen. Der Nil führt dann Hochwasser, überschwemmt Uferstreifen und bedeckt jene beim Rückgang mit fruchtbaren Schlamm – jeher ein Segen für den ägyptischen Anbau. Allerdings nur solange, wie der Fluss tatsächlich die Uferflächen eine Zeit lang breit überschwemmt und dies auch in gewissen Grenzen.

In Jahren mit geringem oder zu kurzem Nilhochwasser waren die Ernten gefährdet. Andererseits war ein zu intensives oder zu lang andauerndes Hochwasser nicht selten zerstörerisch. Frühzeitig wurde daher versucht, den Nil – die „Lebensader“ – durch Kanäle, Deiche und Felderterrassen „am Leben zu erhalten“ sowie die Wasserführung mit Hilfe von gekennzeichneten Treppenschächten (Nilometer) zu prüfen.

Wie bedeutsam der Nil und der fruchtbare Nilschlamm für das Alte Ägypten waren, bezeugen außerdem die Vorstellung eines theologischen, jahreszeitlichen oder auch steuerrechtlichen Zusammenhangs mit dem afrikanischen Strom. So richteten sich beispielsweise die Steuern der Bauern nach dem Grad der Überschwemmung, schließlich war dies ein Kriterium für den Ernteerfolg.

Der Nil ist allerdings nicht nur für den Menschen eine Lebensader, sondern Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. So scheint es nicht ungewöhnlich, dass einige Spezies den fruchtbringenden Fluss Afrikas ihren Namen verdanken, wie das Nilkrokodil oder auch das Nilpferd.

Der Assuan-Staudamm

Mit der Errichtung des Assuan-Staudamm nahe der ägyptischen Stadt Assuan, der den Fluss zum Nassersee staut, wird das jährliche Überschwemmen der Ufer verhindert, zugleich aber auch die Wasserversorgung Ägyptens gesichert – wodurch eine intensivere Landwirtschaft ermöglicht wird – und ferner Energie gewonnen. Jenen positiven Aspekten stehen andererseits die zunehmende Versalzung des Bodens und das Fehlen des nützlichen Nilschlamms an den Ufern gegenüber.

Der Nil als Handels- und Touristenroute

Zudem war der Nil im Alten Ägypten ein bedeutsamer Handelsweg, Rohstoffe wie Holz und Steine, andere Güter aber auch Personen wurden auf dem Strom befördert. An den Ufern des heiligen Flusses entstanden zentrale ägyptische Städte und Häfen, wie zum Beispiel Kairo, Luxor, Gizeh, Port Said oder Alexandria. Auch heute nimmt der Nil in diesem Bereich eine wichtige Position ein, vor allem hinsichtlich des touristischen Verkehrs, denn Nilkreuzfahrten sind bei den Ägypten-Urlaubern beliebt. Ferner erstrecken sich an den Ufern des Nils etliche ägyptische Metropolen, Sehenswürdigkeiten und Urlaubsziele.

Wo mehrheitlich nur Wüste und karge Landschaften das Leben prägen, findet sich gleichwohl der ertragreiche Nil, ohne den sich das Land der Pyramiden und Pharaonen vielleicht nicht zu einer blühenden Kultur entwickelt hätte. Ägypten ist ein „Geschenk des Flusses“ – bemerkte der griechische Gelehrte Herodot, Unrecht hatte jener damit gewiss nicht.

Nilkreuzfahrt

Ägypten, das Land mit seiner einzigartigen Geschichte. Pharaonen und Pyramiden haben hier ihr zu Hause. Um diese einzelnen Schätze zu entdecken gibt es viele Wege: Eine Kreuzfahrt auf einem Fluss, hört sich nicht allzu spannend an. Doch wenn diese Kreuzfahrt auf dem längsten Fluss der Welt stattfindet, wird diese Reise zu einem unglaublichen Erlebnis. Der Nil misst eine Länge von 6671 km, um ein paar Kilometer von dieser Strecke kennenzulernen, eignet sich die Nilkreuzfahrt optimal.

Eine Schifffahrt auf der früheren Autobahn der Pharaonen, kann nicht nur entspannend sein, die friedliche Ruhe auf dem gleitenden Schiff im Fluss ist auch Therapie für die Seele.

Der Erfinder dieser atemberaubenden Reise war Thomas Cook um 1872. Dank ihm gibt es heute Pauschalreisenangebote, die für viele erschwinglich sind.

Bei einer Nilkreuzfahrt lernt man die sagenhafte Geschichte des Landes näher kennen. Die Welt der Pharaonen und ihre imposanten Bauwerke ist das unvergessliche Angebot solch einer Reise. Denn keiner sollte bekunden in Ägypten gewesen zu sein, ohne die unverwechselbare Nilkreuzfahrt gemacht zu haben.

Wie lange kann so eine Kreuzfahrt dauern?

Reiseveranstalter bieten variierende Angebote an. Im Durchschnitt kann so eine Reise bis zu 7 Tage dauern. Häufg werden von Reiseveranstaltern 14 tägige Pauschalangebote geboten, hier werden zur sieben Tage Nilreise, ein einwöchiger Badeurlaub hinzuergänzt.

Welche Ziele erwartet sie auf der Nilkreuzfahrt?

Es gibt verschiedene Angebote von Routen. So eine klassische Nilkreuzfahrt findet häufig zwischen den Städten Luxor und Assuan statt. Grundsätzlich sind die wichtigsten Städte Kairo, Luxor und Assuan. Denn hier befinden sich die unvergesslichsten Sehenswürdigkeiten von Ägypten. Zu sehen sind alte ägyptische Tempel oder andere archäologische Bauwerke von Ägypten.

Am östlichsten Nil-Ufer befindet sich das Ziel Luxor. Hier hat man die Möglichkeit im Theben-West das Tal der Könige zu besichtigen und die rund 60 Grabstätte von Pharaonen zu bestaunen. Das wohl bekannteste Grab im Tal der Könige ist die des Tutenchamun.

Das Theben-West kann auch mit einer Ballonfahrt erkundet werden.

Im Herzen von Luxor wartet ein Höhepunkt, der Besuch des am besten erhaltenen Denkmäler – das Luxor-Tempel. Auch die Karnaktempel werden besucht, die gilt als die größte Tempelanlage in Ägypten.Ein weiteres Ziel vieler Schiffe ist das Tal der Königinnen in der Stadt Luxor.

Lassen sie es sich nicht nehmen die Hauptstadt von Ägypten zu besichtigen. In Kairo erwartet die Besucher die Hauptatraktion einer Ägyptenreise: die Pyramiden von Gizeh. Das Besichtigen dieser 4000 Jahre alten Bauwerke ist eine Reise in die Vergangenheit. In der Innenstadt erwarten die Besucher die prunkvolle Muhammad-Ali-Moschee, kleine Gassen und Basare deren Händler nur warten ihre Waren unter die Urlauber zu bringen.

Im Süden besucht man die Stadt Assuan. Dort gibt es die Möglichkeit den Assuan-Staudamm zu besuchen. Dieser Damm staut den Fluss Nil zum gigantischen Nassersee auf. Den unvollendeten Obelisken beim antiken Steinbruch aus Granit bestaunen ist auch ein Muss bei dieser Nilkreuzfahrt. In Assuan besteht auch die Chance eine Fahrt auf dem Felukken zu machen.

Namen wie die Elephantine Insel, das Felsentempel Abu Simbel oder die Ramses-Statue sind weitere sehenswerte Ziele bei der Nilkreuzfahrt.

Auf dem Kreuzfahrtschiff sind traumhafte Ausblicke vorprogrammiert. Sie könnnen sich auf einzigartige Sonnenuntergänge freuen. Während vom Ufer aus ihnen barfüßige Einheimische zuwinken.

Im Gegensatz zu den angenehmen Wintermonaten ist Ägypten in den Sommermonaten weniger besucht, das bedeutet für die Nilkreuzfahrt keine überhäuften Urlauber auf den Schiffen und während den Besichtigungen von Städten.