Seen Ägypten


Ägypten Seen Spricht man von Wüstenschiffen dann kommen einem unweigerlich Bilder von Kamelkarawanen in den Sinn, die seit altersher Handelswege in den unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten bereisten. Richtige Schiffe hingegen transportieren Passagiere und Waren auf dem in der oberägyptischen Wüste gelegenen Nassersee, der mit einer Fläche von 5.248 Quadratkilometern mit zu den zehn größten Stauseen der Erde zählt.

Der Nasser-See und die anderen Seen

Mag der in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Menschenhand geschaffene und nach dem damaligem ägyptischen Staatschef Gamal Abdel Nasser benannte See sich noch relativer Bekanntheit erfreuen, so wissen nur sehr wenige Nicht-Ägypter von den zahlreichen anderen Seen im Land der Pharaonen. Neben den eigentlich zum Gebiet des Suezkanals gehörigen Bitterseen und dem Timsahsee gibt es noch mindestens sieben weitere in der ägyptischen Wüste verteilte Seen, die es zusammen auf eine Wasserfläche von mehr als 9.000 Quadratkilometern bringen. Dazu gehören der Hochdammsee an der Grenze zum Sudan, der südwestlich von Kairo gelegene Karunsee sowie die vom Westen bis nahe an die Mittelmeerküste verteilten Seen Maryut, Idku, Burullus, Manzilahand und, auf der Halbinsel Sinai-Halbinsel, Bardawil, der mit seinem blau-grünen Wasser wie ein Edelstein von Sanddünen eingefasst ist, die je nach Tageszeit in braun über gelb bis rosa erstrahlen. Mit Ausnahme dieses Sees werden alle anderen vom Nil gespeist.

Wichtige Nahrunsquelle

Schätzungsweise mehr als 100.000 Fischer leben an und von diesen Seen, die etwa 100 verschiedene Fischarten beherbergen und eine wichtige Ernährungsgrundlage für Millionen von Ägyptern bilden. Alleine 45.000 Menschen leben am nur etwa 700 Quadratkilometer großen Burullus See vom Fischfang an seinen Ufern während der knapp doppelt so große Manzilah See von regelrechten Fischereiflotten befahren wird, die ihre Netze mehrere Tage lang durch seine Wasser ziehen.

Die Landwirtschaft an Seen

Die an den Seen sich zunehmend ausbreitende Landwirtschaft hatte allerdings auch einen negativen Effekt – so bedrohen industrielle Abwässer und Rückstände chemischer Düngemittel, die in die Seen Maryut und Idku eindringen, mittlerweile den Fischbestand in solch einem Ausmaß, dass man bereits ein Ende des Fischfangs befürchtet. Gleichzeitig stieg der Salzgehalt des Wassers im Karunsee auf eine solche Höhe, dass anstatt des bisherigen Süsswasserfischbestandes vermehrt Garnelenzucht sich ausbreitet.

Die zuständigen Behörden des Landes sind aber nicht untätig und versuchen, die Umweltschäden in erträglichen Grenzen zu halten oder gänzlich zu eliminieren und damit die landschaftlich schönen Seen so unverfälscht als möglich zu erhalten.