Kultur und Geschichte Ägypten


Ägypten Kultur und Geschichte Die historischen Wurzeln des heutigen Ägypten reichen zurück zu einer der ältesten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte. Ermöglicht wurde diese frühe Blüte durch die regelmäßigen Überschwemmungen des Nils, dank derer die Felder entlang der Ufer äußerst fruchtbar waren. Neben archäologischen Funden und Baudenkmälern künden auch reiche Wandmalereien sowie Inschriften in Hieroglyphen (der altägyptischen Bilderschrift) noch heute von jener Zeit.

Die Wurzeln der Kultur

Die Kultur des Alten Ägypten war durchdrungen von der Verehrung eines komplexen Pantheons tierköpfiger Götter und besaß eine starke Ausrichtung auf das Leben nach dem Tod. Um den Verstorbenen im Jenseits ein möglichst angenehmes Weiterleben zu ermöglichen, wurden ihnen reiche Grabbeigaben mitgegeben und ihre sterblichen Überreste einbalsamiert, damit sie als Mumien vor dem Verfall bewahrt blieben.

Altes Reich (2600-2190 v.Chr.)

Im Alten Reich ließen sich die Pharaonen, die gottgleich verehrten Könige des Alten Ägyptens, eindrucksvolle Grabstätten in Form von Pyramiden errichten. Diese kolossalen Bauwerke zählten bereits in der Antike zu den Sieben Weltwundern. Von großer Bedeutung für diesen Abschnitt der ägyptischen Geschichte war der straff organisierte Vasallenstaat mit großer Beamtenschaft, die als neuer Adel langsam die Macht der Pharaonen zurückdrängten.

Mittleres Reich (ca. 2040-1710 v.Chr.)

Erst im Mittleren Reich erstarkten die Pharaonen erneut und weiteten in der Folge ihr Herrschaftsgebiet nach Süden aus. Neben reger Bautätigkeit entfaltete sich auch die Kultur in so reichem Maß, dass insbesondere für Kunst und Schrifttum diese Periode als klassische Blütezeit gilt.

Neues Reich (ca. 1580-1085 v.Chr.)

Auch die Geschichte des Neuen Reichs war nach einer Schwächephase erneut von mächtigen Pharaonen geprägt, die ihre Herrschaft mit einem stehenden Söldnerheer bis Vorderasien ausdehnten und die inneren Verhältnisse durch eine streng reglementierte Verwaltung festigten. Dadurch stieg Ägypten zur Weltmacht auf, was im Bereich der Kultur seinen Niederschlag in der Errichtung großartiger Bauwerke fand, wie den Tempeln von Luxor oder Karnak. Etwa die Hälfte der altägyptischen Bauten stammt aus dieser Zeit. Die Herrscher jener Epoche ließen sich im Tal der Könige bestatten, wo das reich ausgestattete Grab des Tutanchamun unversehrt blieb und einen Eindruck vom Glanz der Pharaonen vermittelt.

Spätzeit

In der Spätzeit folgte auf den Niedergang Ägyptens die Herrschaft fremder Eroberer (Assyrer, Perser), von denen Alexander der Große (332 v.Chr.) der berühmteste ist. Nach seinem Tod führte die Dynastie der Ptolemäer das Land zu neuem Reichtum, bis Ägypten 30 v.Chr. unter Kleopatra schließlich zur römischen Provinz wurde.

Im Jahre 640 n.Chr. entrissen die Araber das Land den oströmischen Byzantinern und führten den Islam ein. In der Folge fiel Ägypten im 16. Jahrhundert an das Osmanische Reich, bevor es im 18. und 19. Jahrhundert unter den Einfluss der Kolonialmächte Frankreich und England geriet. Mitte des 20. Jahrhunderts erlangte Ägypten seine Unabhängigkeit zurück und nutzte das Erbe seiner reichen Geschichte, um sich zu einem kulturellen Zentrum der arabischen Welt zu entwickeln.