Wirtschaft Ägypten


Ägypten Wirtschaft Ägypten ist nach Südafrika das am stärksten industrialisierte Land Afrikas. Die wichtigsten Stützpfeiler für die Wirtschaft in Ägypten sind der Erdöl- und Erdgas-Export sowie der Tourismus. Insgesamt werden im Dienstleistungssektor etwa die Hälfte des gesamten ägyptischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Allerdings hat Ägypten aufgrund seiner großen Lebensmittel-Importe mit einer hohen Auslandsverschuldung von fast 30 Milliarden US-Dollar zu kämpfen. Seit 2005 treibt die ägyptische Regierung den Übergang von einer staatlich gesteuerten Wirtschaftsordnung zu einer Marktwirtschaft aktiv voran. Unter anderem wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Unternehmen privatisiert.

Export von Erdöl und Erdgas

Die größte Rolle des an Bodenschätzen reichen Landes spielen die Erdölvorkommen am Golf von Suez, am Mittelmeer in El Alamein und auf der Sinai-Halbinsel. Die Tagesproduktion liegt bei etwa 860.000 Barrel. Ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft in Ägypten ist die Förderung von jährlich etwa 7,8 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Über die Hälfte davon entfällt auf die Stromerzeugung, der restliche Teil auf Privathaushalte und die Industrie. Der Export von Erdgas konnte in den letzten Jahren dank einer ausgebauten Pipeline nach Syrien, Jordanien und den Libanon noch gesteigert werden.

Weitere wichtige Bodenschätze sind Eisenerz, Salz, Gips und Phosphat. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde zudem in Assuan mit dem Abbau von Uran begonnen. Ebenfalls wichtig für die Wirtschaft in Ägypten ist der Export von Baumwolle und Aluminium in die ganze Welt. Ägypten ist der bedeutendste Produzent extrafeiner Baumwollsorten. Das trockene Klima und eine spezielle Produktionstechnik sorgen für die Spitzenqualität der Baumwolle. Etwa 500.000 Kleinbauern leben vor allem im Nildelta und in Oberägypten vom Baumwoll-Anbau.

Wirtschaftsfaktor „Tourismus“

Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die Zeugnisse des ägyptischen Altertums wie die Pyramiden von Gizeh oder der Tempel von Luxor ziehen täglich tausende von Touristen an. Auch der Touristenort Sharm El-Sheikh an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist bei Touristen sehr beliebt. In den Touristen-Hochburgen wie Hurghada am Roten Meer oder Sharm El-Sheikh sind in den letzten Jahren neben vielen Hotels und Restaurants auch Strand-Abschnitte, Märkte und moderne Sportzentren entstanden.

Die Landwirtschaft in Ägypten

Nur auf den fruchtbaren Böden in der Nilregion und in den wenigen Oasen ist die Landwirtschaft ein großer Wirtschaftsfaktor. Hier werden unter anderem Hirse, Kohl und Saubohnen angebaut. Aufgrund der ständig steigenden ägyptischen Bevölkerung und der wenigen fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen im Land, reichen die landwirtschaftlichen Erzeugnisse allerdings nicht aus, um die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. So muss Ägypten große Mengen an Lebensmitteln importieren – darunter mehrere Millionen Tonnen Weizen, welches das Hauptimport-Gut in Ägypten ist.