Ägypten leidet weiter unter der Touristenflaute

Autor: Martina Hilberts - Veröffentlicht am 20. November 2014

Ohne Zweifel ist Ägypten auch heute noch eines der interessantesten und spannendsten Reiseziele der Welt. Doch was hilft all das, wenn die Touristen nicht kommen wollen? Anschläge, politische Unruhen und andere Boom-Regionen wie die Adria vor der eigenen Haustür sorgen dafür, dass derzeit immer weniger Europäer nach Ägypten reisen, was für das Pharaonenland eine mittelschwere Katastrophe darstellt.

Nicht nur normale Sommertouristen, die üblicherweise in die Badeorte am Roten Meer reisen, sondern auch Kultur- und Studienreisende zog es in diesem Jahr in immer kleinerer Anzahl an den Nil. Der Einbruch trifft also nicht nur auf Ägypten spezialisierte Reiseveranstalter, sondern auch Studienreisen-Veranstalter. Die Einnahmen aus dem Tourismus gingen in Ägypten in den ersten beiden Quartalen 2014 um 25% zurück, obwohl es ja schon den letzten Jahren schlecht lief.

Viele Ägypter leben vom Tourismus

Da in Ägypten knapp 15% der Bevölkerung ausschließlich vom Fremdenverkehr leben, ist diese Entwicklung geradezu desaströs. Laut dem Fremdenverkehrsministerium in Kairo hat Ägypten schon seit Ausbruch der Revolution 2011 mit ständig sinkenden Touristenzahlen zu kämpfen und eine Besserung sei kaum in Sicht. Es brauche Zeit, den Menschen in aller Welt die Angst vor einer Reise in das Land am Nil zu nehmen. Zwar gaukelt Kairo der Welt vor, dass die Lage friedlich sei, doch ständige Anschläge vor allem auf dem Sinai sorgen bei den Urlaubern für berechtigte Zweifel. Deutsche Reiseveranstalter sagen, dass die Sinai-Halbinsel derzeit in der Tat kein empfehlenswertes Reiseziel sei, doch Badeorte wie Hurghada und Sharm el Sheikh am Roten Meer seien sicher. Die Touristen könnten dort einen unbeschwerten Badeurlaub verbringen, ohne große Angst vor Attentaten haben zu müssen.