Erneut Pharaonengrab in Ägypten entdeckt

Autor: Martina Hilberts - Veröffentlicht am 7. Januar 2015

In der weltbekannten Nekropole von Abusir konnten Archäologen nun das Grab einer Königin des Alten Ägyptens identifizieren. Es handelt sich um die Gemahlin des Pharaos Raneferef aus der sogenannten „fünften Dynastie“. Die letzte Ruhestätte der Königin Khentakawes III. aus der Mitte des dritten Jahrtausends v. Chr. wurde kürzlich im königlichen Gräberkomplex von Abusir im Südwesten der Hauptstadt Kairo gefunden.

Raneferef war im Alter von 20 Jahren auf den Thron Ägyptens gestiegen und wollte sich einen Namen mit einem umfangreichen Bauprogramm machen. Sofort begann er mit dem Bau einer gewaltigen Pyramide. Doch sein früher Tod anno 2455 v. Chr. machte diese Pläne zunichte. Untersuchungen seiner Mumie, die schon Ende der 1990er-Jahre bei Abusir entdeckt wurde, bewiesen, dass der Pharao nicht älter als 25 Jahre wurde. Raneferef wird in der komplizierten Geschichte Ägyptens als vierter oder fünfter Herrscher der fünften Dynastie erwähnt.

 

Abusir ist eine der wichtigsten Totenstädte in Ägypten

Nach der mehr als 2000 Jahre später erstellten Königsliste des Priesters Menetho folgte diese auf die berühmten Pyramidenbauer der vierten Dynastie, die zeitgleich auch als zweite des sogenannten Alten Reiches gilt, welche das alte Ägypten erstmals unter einer einzigen Herrschaftsperson vereinigte. Anders als die Pharaonen Cheops oder Chefren, welche sich bei der Pyramide Gizeh ihre gewaltigen Grabmäler errichteten, mussten die nachfolgenden Könige sich schon mit deutlich kleineren Pyramiden zufrieden geben und versuchten ihre herrscherlichen Repräsentationspflichten durch andere Bauleistungen zu verewigen. Abusir ist zweifelsfrei eine der bedeutendsten Totenstädte in Ägypten. In der Nekropole liegen zudem die Pyramiden von Raneferefs Vater und Großvater, die viel imposantere Dimensionen aufweisen.