Massenproteste in Ägypten: erster Jahrestag

Autor: Marc Bohländer - Veröffentlicht am 26. Januar 2012

Genau ein Jahr ist es her, dass sich das ägyptische Volk in Massenprotesten gegen die Regierung wandte. Die Demonstrationen in der Hauptstadt Kairo läuteten das Ende des Mubarak-Regimes ein. Am ersten Jahrestag gingen die Menschen nun abermals auf die Straße und forderten die versprochenen Reformen ein.

Auch ein Jahr nach Beginn der Revolution sind die Demokratisierungsprozesse in Ägypten noch nicht abgeschlossen. Am Mittwoch versammelten sich zum Gedenken an den Anfang der ägyptischen Revolution wieder viele tausend Menschen auf dem Tahir-Platz im Zentrum der Metropole. Auch aus anderen großen Städten wie Alexandria und Suez wurden Demonstrationen gegen den herrschenden Militärrat vermeldet. Die Demonstranten forderten die Übergangsregierung dazu auf, die Anliegen des Volkes in die Tat umzusetzen. Die Armee solle ihre Macht unverzüglich abgeben.

Militärchef Hussein Tantawi hatte am Dienstag den Ausnahmezustand im gesamten Land aufgehoben. Der Chef des Militärrats werden ihn nur wieder bei Ausschreitungen verhängen, heißt es. Ob das Militär auf politischer Ebene wie versprochen am 30. Juni 2012 wieder ins die zweite Reihe zurücktritt, hängt im besonderen davon ab, ob bis zu diesem Termin ein neuer Präsident gewählt worden konnte. Innerhalb der nächsten Wochen will man mittels einer Kommission des ägyptischen Parlaments eine neue Verfassung ausarbeiten.