Mubarak-Prozess wird zur Farce

Autor: Marc Bohländer - Veröffentlicht am 29. Dezember 2011

Der Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten, Husni Mubarak, ist nach einer dreimonatigen Pause wieder aufgenommen worden. Es werden Ausschreitungen befürchtet, rund um den gestürzten Machthaber herrschen scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Die Anwälte Mubaraks sorgten jedoch nun dafür, dass die Verhandlung in der Hauptstadt Kairo abermals vertagt wird.

Aus Sicherheitsgründen wurde der Prozess um den ehemaligen ersten Mann im Staate an den Stadtrand in eine Polizeiakademie verlegt. Dort sorgen rund 5000 Soldaten und Polizisten für einen reibungslosen Ablauf. Nach einer Unterbrechung von drei Monaten wurde nun weiter verhandelt, berichtet Spiegel Online. Mit einem Hubschrauber brachte man den 83-jährigen am Morgen aus einem Krankenhaus des Militärs vor Ort. Im ägyptischen Staatsfernsehen konnte man sehen, wie der im Februar gestürzte Staatschef auf einer Liege in das Gerichtsgebäude geschoben wurde. Die Ärzte Mubaraks bestätigten eine Herzerkrankung. Die Sitzung wurde allerdings bereits nach wenigen Stunden wieder vertagt, fortgesetzt werden soll die Verhandlung erst wieder am 2. Januar 2012.

 

Von den Verteidigern Mubaraks war ein Beweisantrag eingereicht worden, der nun geprüft werden muss. Die Anwälte führten an, dass Tötungen von Demonstranten auch nach dem Rücktritt am 11. Februar erfolgt seien und dass damit nicht ihr Mandat hierfür zur Rechenschaft gezogen werde könne. Der Ex-Staatschef muss sich wegen Amtsmissbrauch, Korruption und Gewalt gegen Demonstranten verantworten. Der Prozess gegen Mubarak war im August gestartet und hatte sich seitdem immer wieder verzögert.