Neue Ausstellung im Antikenmuseum Basel: Scanning Sethos – Die Wiedergeburt eines Pharaonengrabes

Autor: Elisabeth Boncz - Veröffentlicht am 31. Oktober 2017

1817 entdeckte der Italiener Giovanni Belzoni mit dem Grab des ägyptischen Herrschers Sethos I eine der bedeutendsten Stätten im Tal der Könige. Die auf die Entdeckung folgenden Plünderungen und der Massentourismus haben das Grab stark beschädigt. Seit 1978 ist die Grabstätte in Ägypten nicht mehr für Besucher zugänglich. Im Antikenmuseum in Basel erstrahlt das Pharaonengrab dank modernster Technik nun wieder in vollem Glanz.

Der Pharao Sethos I, Vater von Ramses II, herrschte 1290 bis 1279 v. Chr. Als der Italiener Belzoni das Grab entdeckt, befindet es sich in nahezu perfektem Erhaltungszustand. Die Entdeckung lockt allerdings Plünderer und Touristen an. Ganze Wände, Pfeiler und Hieroglyphen werden herausgesägt. Geologische Verschiebungen und Massentourismus tun den Rest, das Grab wird 1978 für die Öffentlichkeit geschlossen. Dank moderner Scan-, Fotografie- und Reproduktionstechniken konnten Forscher der Universität Basel nun die Grabstätte in ihrem Originalzustand rekonstruieren.

Wandeln Sie auf den Pfaden des Entdeckers

Die Ausstellung zeigt sowohl originale Objekte – seit den 1970er Jahren konnten die Schweizer Forscher über 7000 Fragmente bergen – als auch täuschend echte Reproduktionen. Dargestellt wird der Kontext der Erbauung vor 3100 Jahren und die Zeit der Entdeckung 1817. Besucher können durch eine Nachbildung auf Belzonis Spuren selbst die archäologische Stätte entdecken. Im Museum findet sich ein verkleinertes Modell der gesamten, im Original über 140 Meter langen, Grabanlage. Der Alabaster Sarkophag wurde im Verhältnis 1:1 reproduziert. Das Original steht im Sir John Soane´s Museum in London.

Dank der modernen Techniken war es den Forschern möglich, sonst unwiederbringlich verlorene antike Schätze wieder zu erschaffen. Die Ausstellung läuft noch bis 6. Mai 2018. Führungen finden sonntags um 11:30 Uhr und donnerstags um 18:00 Uhr statt. Nach der Ausstellung in Basel soll ein Faksimile der kompletten Anlage im Tal der Könige in Ägypten für Besucher gestaltet werden.