Neues RWE-Kraftwerk in Ägypten?

Autor: Marc Bohländer - Veröffentlicht am 9. November 2012

Der Essener Energie-Riese RWE will möglicherweise ein weiteres Solarkraftwerk in Ägypten errichten. Derzeit prüfen Experten des Energiekonzerns „ob es Sinn macht, ein Kraftwerk an einem Ölförderstandort unserer Tochter RWE Dea in Ägypten zu bauen“, berichtet Frank-Detlef Drake, Forschungschef und Desertec-Beauftragter des Unternehmens im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ in der Donnerstagsausgabe.

„Wirtschaftliche uns stabile Versorgung“

Es gehe darum, mit kombinierten Solar-Wind-Kraftwerken „eine wirtschaftliche und stabile Versorgung“ der RWE-Standorte zu realisieren. Bereist im Frühjahr war verlautbart worden, dass man in Marokko ein Kraftwerk mit einer Leistung von 100 Megawatt bauen will. Hierfür werden rund 150 Millionen Euro veranschlagt, Strom soll aus Wind- und Sonnenkraft generiert werden. RWE ist Mitbegründer der Desertec Industrie Initiative (DII). Sie plant in den Wüsten Nordafrikas große Solarkraftwerke. Mittels diesen und Windkraftwerken will man den Nahen und Mittleren Osten und auch Europa mit dem benötigten Strom beliefern.

Zunächst Nordafrika, dann Europa

Europa plant, bis zum Jahr 2050 hiermit rund ein Fünftel seines Bedarfs zu decken. Zuerst soll aber Nordafrika versorgt werden. „Der Transport nach Europa kommt dann im zweiten Schritt, wenn die entsprechenden Leitungen gebaut sind“, so Drake. Paul van Son, Geschäftsführer des Industriekonsortiums, sagte auf der Desertec-Jahreskonferenz in Berlin, dass in den nächsten 20 Jahren 10.000 Megawatt Leistung installiert werden sollen. An Desertec sind auch E.ON, die Deutsche Bank und die Münchner Rück beteiligt.