Nur geringe Beteiligung an Stichwahl

Autor: Martina Hilberts - Veröffentlicht am 5. Dezember 2010

Etwa 29 Millionen Ägypter wurden am Sonntag dazu aufgerufen, mittels Stichwahlen über die endgültige Konstellation des Parlamentes zu bestimmen. Die oppositionelle Muslimbruderschaft sowie die liberale Partei Wafd kritisierten die Regierung und warfen dieser Betrug vor.

Hieraus resultierte der Nichtantritt dieser Parteien. Wie Berichten des staatlichen ägyptischen Fernsehens entnommen werden konnte, sei die Wahlbeteiligung im Rahmen des zweiten Durchgangs weitaus niedriger ausgefallen als die des ersten Wahldurchgangs. In ebendiesem habe sich die Nationaldemokratische Partei, kurz NDP, nahezu alle zur Abstimmung stehenden Mandate zugesichert, wie offiziellen Ergebnissen entnommen werden konnte. Entgegen diesem Positiv-Trend konnte die Wafd lediglich zwei Sitze verzeichnen. Die Muslimbruderschaft, die ihres Zeichens bisher ein Fünftel der insgesamt 518 Abgeordneten stellte, ging vollkommen erfolglos aus der Wahl hervor. Wie die Wafd in der vergangenen Woche erklärte, habe sich die NDP Schlägern und „undemokratischen“ Praktiken bedient, darunter die Fälschung von Stimmzetteln.

Auch die Muslimbruderschaft kritisierte das Wahlgeschehen: Mohammed Badie, seines Zeichens Führer der Bruderschaft, bezeichnete die Wahl als ungültig. Die staatliche Wahlkommission hingegen beteuert die Korrektheit der Wahlvorgänge: Es habe lediglich in einzelnen Fällen Unregelmäßigkeiten gegeben. Die „Integrität und Fairness“ der Ergebnisse sei in keinem Falle anzuzweifeln, so die Kommission.