Pharaonin Hatschepsut starb an krebserregender Lotion

Autor: Marc Bohländer - Veröffentlicht am 26. August 2011

Bisher galt es unter Historikern als erwiesen, dass die sagenumwobene Pharaonin Hatschepsut ermordet wurde. Nun scheint es so, als ob sie sich buchstäblich zu Tode gecremt haben könnte. Offenbar war ein krebserregendes Medikament für das Ableben der ägyptischen Pharaonin verantwortlich.

Der Ägyptologe Michael Höveler-Müller und Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn teilten vergangene Woche im Ägyptischen Museum mit, dass sich im steinerne Fläschchen eine krebserregende Lotion befand. Diese habe die Pharaonin gegen eine chronische Hauterkrankung verwendet. Bereits 2009 schlug der neue Kustos des Museums vor, die Flasche zu untersuchen. Man war davon ausgegangen, dass es sich dabei um eine Verschmutzung oder Parfüm handelte. Mittels einer Untersuchung im Computertomographen der Radiologischen Klinik in Bonn konnten die Forscher nun eine fettige Lotion aus Muskat- und Palmöl bestimmen. Zu den weiteren Bestandteilen zählen ungesättigte Fettsäuren, Teer und Bitumen.

 

„Tatsächlich ist bekannt, dass es in der Familie von Hatschepsut Fälle von Hauterkrankungen gab“, berichtet der Ägyptologe. Mit der Lotion wollte sich die Herrscherin anscheinend Linderung verschaffen. „Es handelte sich wahrscheinlich um ein Medikament“, so der Pharmatologe Wiedenfeld. Hatschepsut waren die fatalen Nebenwirkungen wohl kaum bekannt. In der Tinktur fand man Spuren von Benzopyren, einem stark krebserregenden Stoff. Die Pharaonin regierte Ägypten vor rund 3500 Jahren.