Wiener Ägyptologin erhält Förderpreis

Autor: Marc Bohländer - Veröffentlicht am 27. Juli 2012

Julia Budka, eine Ägyptologin aus der österreichischen Hauptstadt Wien, kann sich über einen Förderpreis in Höhe von 1,49 Millionen Euro freuen. Der hoch dotierte Förderpreis entstammt dem Europäischen Forschungsrat (ERC). Budka widmet sich den Siedlungen und dem Alltag im Nordafrika der Antike, berichtet „Der Standard“.

Ägypten und Obernubien

Die Ägyptologin betreibt ein Projekt zur Siedlungsstruktur im alten Ägypten. Dabei geht es vor allem auch um das südlich angrenzende Obernubien im zweiten Jahrtausend vor Christi Geburt. Die 35-jährige Wissenschaftlerin kann mit dem „Starting Grant“ das fachübergreifende Projekt für die nächsten fünf Jahre sichern. Im Oktober kehre sie von der Humboldt-Universität Berlin nach Wien zurück, heißt es in einer Mitteilung der Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Das Projekt der Forscherin trägt den Titel „Across ancient borders and cultures: An Egyptian microcosm in Sudan during the 2nd millennium BC“.

Unerforschte Architektur

Die Architektur und die Struktur ägyptischer Siedlungen aus der Zeit und der Region seien unerforscht, genau wie die sozialen Strukturen und die materielle Kultur der Fundplätze. Da die Siedlungen außergewöhnlich gut erhalten sind, versprechen sie gute Aufschlüsse zum alltäglichen Leben in dieser Periode. Insbesondere das Aufeinandertreffen von pharaonischer Kultur und nubischer Lebensart sei hier interessant.

„Heutige Fragestellungen rund um Integration und Akkulturation können an diesen antiken Beispielen thematisiert werden – etwa wie die einheimische Bevölkerung mit den fremden Einflüssen umgegangen ist und wie sich Ägypter im Ausland präsentiert haben“, sagt Julia Budka.