Wird der Suezkanal ausgebaut?

Autor: Martina Hilberts - Veröffentlicht am 9. Oktober 2014

Der geplante Ausbau des berühmten Suezkanals ist für Ägypten ein Jahrhundertprojekt, das Milliarden-Gewinne verspricht, aber auch seine Tücken birgt. Experten fürchten um die Sicherheit der zahlreichen benötigten Arbeiter, während Umweltexperten vor gravierenden Schäden warnen.

Seit schon 150 Jahren verbindet der Suezkanal Europa mit Asien und soll nun für 8,5 Milliarden US-Dollar ausgebaut werden. Zu diesem Zweck sind seit Anfang August unzählige Schubraupen und Lastwagen auf dem Weg zum Suez. Der 163 Kilometer lange Kanal soll nach der Erweiterung größer, breiter und lukrativer für die Schifffahrt sein.

 

Kairo will sich nicht in die Karten schauen lassen

Die rund 8,5 Milliarden US-Dollar bringt Ägypten selber auf, in Form von Staatsanleihen. Die meisten Ägypter unterstützen den Ausbau, der schon 2015 abgeschlossen werden soll. Experten staunen über den Highspeed-Ausbau und zweifeln daran, ob dieser ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann. Und in der Tat schweigt die Sisi-Regierung in Kairo zu den Details des Ausbaus. Gesichert ist lediglich, dass eine 35 Kilometer lange Wasserstraße zusätzlich gebaut wird. Denn auf circa 80 der insgesamt 163 Kilometer können Schiffe dank der schmalen Fahrrinne nicht aneinander vorbei fahren und müssen bis zu 18 Stunden zusätzliche Wartezeit in Kauf nehmen, ein drastisches Verlustgeschäft für viele internationale Reedereien. Außerdem soll der Kanal auf weiteren 37 Kilometern um bis 24 Meter vertieft werden.