Hatschepsut-Tempel


Das Tal von Deir el-Bahari, dem „Nördlichen Kloster“, bezeichneten die Alten Ägypter als „Djeseru“, den heiligen Ort, an dem die Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits zu finden war. In dieser antiken Totenstadt nördlich von Theben fanden die Archäologen bisher zahlreiche Felsengräber und die imposanten Totentempel von Mentuhotep, Thutmosis III. und Hatschepsut.

Der Tempel der Hatschepsut, erbaut während der 18. Dynastie um 1470 vor Christus, ist der besterhaltene Tempel in Deir el-Bahari und darüber hinaus einer der architektonisch reizvollsten und interessantesten Sakralbauten in ganz Ägypten. In ihm sollte die Göttin Hathor die verstorbene Pharaonin einst zum Sonnenuntergang geleiten.

Die Geschichte der Hatschepsut

Hatschepsut war eine außergewöhnliche Frau. Ihr Name lässt sich übersetzen mit „Die erste der vornehmen Frauen, die Amun umarmt“. Als Tochter von Thutmosis I. und seiner Ehefrau Ahmose heiratete Hatschepsut traditionsgemäß ihren Halbbruder Thutmosis II. und war nach dem Tode des Vaters „Große Königsgemahlin“. In den darauf folgenden Jahren erlebte diese Frau einen kometenhaften Aufstieg.

Zum Zeitpunkt des Todes ihres Gatten Thutmosis II. war der neue König Thutmosis III. noch zu jung zum Regieren, und Hatschepsut übernahm die Regentschaft für ihn. Zwischen dem zweiten und dem siebten Regierungsjahr Thutmosis´ III. ließ sich Hatschepsut zur vollwertigen Herrscherin Ägyptens erklären und war nun der zweite „Horuskönig“ neben ihrem Stiefsohn.

Schon bald begann sie mit der Planung und dem Bau eines der bemerkenswertesten Tempel in Ägypten. Er wurde mit Kolossalstatuen geschmückt, die Hatschepsut als „lebenden Osiris“ zeigen. Sie ließ diesen Tempel dem Reichsgott Amun, dem Totengott Anubis und der Göttin Hathor weihen und nannte ihn „Großer Tempel von Millionen Jahren, der Tempel ‚Amun ist der Allerheiligste`“, kurz „Djeser djeseru“.

Geografische Daten

Die Achse des Tempels ist nach Osten ausgerichtet, damit die Sonnenstrahlen frühmorgens bis ins Sanktuar vordringen können. Die Haupttore blicken in Richtung Nilufer, und von dort lief eine gerade Prozessionsstraße bis ins Allerheiligste. Der Tempel der Hatschepsut ist darüber hinaus auch mit der Hauptachse des großen Amun-Tempels in Karnak verbunden.

Mit dem Tempelbau wurde im siebten Regierungsjahr der Hatschepsut begonnen. Nach etwa 15 Jahren waren die Bauarbeiten nahezu abgeschlossen. Die Darstellung von Hatschepsuts Expedition nach Punt nimmt bei der Dekoration ihres Totentempels einen breiten Raum ein. Wir sehen hier den Transport von Weihrauchpflanzen, Ebenholz und Tieren abgebildet, für die Punt ein wichtiger Lieferant war.

Der Terrassentempel wurde vollständig aus Kalkstein errichtet, der unter der heißen ägyptischen Sonne hell erglänzt und die Erinnerung an eine bemerkenswerte Herrscherin nicht verblassen lässt.

Standort Hatschepsut-Tempel