Katharinenkloster in Sinai


Zu den bedeutendsten kulturhistorischen Denkmälern des Sinai gehört das Katharinenkloster. Es liegt im Zentrum der Halbinsel auf einer Höhe von etwa 1585 Metern über dem Meeresspiegel. Vom Dorf el-Milga aus erreicht man das Kloster nach etwa zwei Kilometern. Dort am Fuß des Gebel Musa (2285 Meter) und überragt vom Gipfel des Gebel Katarina (2642 m) hat es seinen Platz in einer tiefen Talsenke gefunden.

Die Geschichte des Klosters

Seinen Namen verdankt das griechisch-orthodoxe Kloster, das als eines der ältesten Klöster des Christentums gilt, der heiligen Katharina. Die Märtyrerin aus Alexandria, die im vierten Jahrhundert verstarb, ist allerdings erst seit dem Mittelalter Patronin des Katharinenklosters. Dieses war zuvor Maria, der Mutter Jesu, geweiht. Der Legende nach tauchten die Gebeine der heilige Katharina auf mysteriöse Weise auf dem gleichnamigen Berg auf. Für die Mönche Grund genug für eine Namensänderung.

Der Platz, an dem das Katharinenkloster erbaut wurde, ist geradezu legendär und für Juden und Christen von großer Bedeutung. Genau an dieser Stelle nämlich zeigte sich Gott Moses in Gestalt eines brennende Dornbusches. Ein Ginsterbusch, der als Ableger des legendären Dornbuschs gilt, kann heute noch innerhalb der Klostermauern besichtigt werden. Und auf dem nahe gelegenen Mosesberg (Gebel Musa), dem Berg Sinai, empfing Moses die Tafeln mit den zehn Geboten. Zahlreiche Pilger machen sich auch heute noch auf den Weg, um den Gipfel des Berges zu erklimmen und etwas von der besonderen Atmosphäre zu verspüren.

Bereits Anfang des vierten Jahrhunderts ließen sich an dieser Stelle erste Einsiedler nieder. Im Jahre 324 dann ließ Kaiserin Helena, die Mutter von Konstantin dem Großen, eine Kapelle errichten. Um die Sinai-Passage und die Mönche vor Überfällen durch die Beduinen zu schützen, erbaute Kaiser Justinian 537 eine Basilika und umgab die Gebäude des Klosters mit einer festungsartigen Mauer. Seine heutige Form erhielt das Katharinenkloster in der Zeit zwischen 540 und 560. Das Kloster zählt seit 2002 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Geografische Daten

Auf einer Fläche von ganzen hundert Hektar erstrecken sich die Gebäude und Gärten des Klosters. Sehenswert sind die Klosterbibliothek und die Sammlung der rund zweitausend Ikonen, die bis ins sechste Jahrhundert zurückreichen und zahlreiche Darstellungen der heiligen Katharina enthalten. Die Klosterbibliothek gilt als eine der ältesten des Christentums, übertroffen einzig von der des Vatikans. Zu den Sehenswürdigkeiten der Bibliothek gehört der Codex Sinaiticus, eine fast vollständig erhaltene Bibelhandschrift, die der deutsche Theologe Konstantin von Tischendorf entdeckte. In den Schatzkammern der Museen lagern zahlreiche Tragekreuze und reich verzierte Reliquiare und weltweit einzigartige Handschriften.

Das Kloster heute

Heute leben in dem Kloster etwa zwanzig Mönche, von denen allerdings die wenigsten aus Ägypten stammen. Zwischen 50.000 und 100.00 Besucher besuchen das Kloster und die Museen jährlich. Teile des Klosters sind vormittags von 9.30 bis 12.00 zu besichtigen, außer an Freitagen, Sonntagen und den griechisch-orthodoxen Feiertagen. Auf korrekte Kleidung ist zu achten – das Fotografieren ist nicht gestattet.

Aufgrund seiner Lage und Bedeutung ist das Katharinenkloster eine Reise wert und auch gut aus der Urlaubsregion des Roten Meeres zu erreichen. Möchte man den Besuch nicht selbst organisieren kann man eins der zahlreichen Ausflugsangebote buchen.

Standort Katharinenkloster in Sinai