Ägypten: Prähistorische Siedlung am Nil entdeckt

Autor: Nicole Sälzle - Veröffentlicht am 5. September 2018

In Ägypten wird gerade in diesem Jahr allerhand Spannendes zu Tage gefördert. Eine dieser brandneuen Entdeckungen ist eine prähistorische Siedlung, die noch 2500 Jahre älter sein soll als die Pyramiden.

sphinx
Die große Sphinx von Gizeh vor der Cheops-Pyramide.

Dass es in Ägypten trotz aller Ausgrabungen bis heute zahlreiche spannende Dinge zu entdecken gibt, davon zeugt auch diese neue Entdeckung im Nildelta. Dort sind Forscher auf eine Siedlung gestoßen, die rund 2500 Jahre älter sein soll als die Pyramiden. Das teilte das Ministerium für Altertümer in Ägypten mit. Gefunden wurde die Siedlung in Tell el-Samara und somit rund 140 km nördlich von Kairo. Insgesamt 7000 Jahre soll die Siedlung auf dem Buckel haben, die von ägyptischen und französischen Archäologen entdeckt wurde.

Die Entwicklung einer Hochkultur

In mehreren Gruben fanden die Wissenschaftler Tierknochen, Keramik und Werkzeuge, was alles dafür spricht, dass sich dort Menschen langfristig angesiedelt hatten. Von besonderem Interesse ist die Siedlung für Forscher insbesondere, da aus dieser Epoche in der Geschichte Ägyptens nur wenige Siedlungen bekannt sind. Man vermutet, dass es sich dabei um die ersten Bauern Ägyptens handelte und hofft, neue Erkenntnisse über deren Leben in Erfahrung zu bringen. Insbesondere das biologische Material soll laut Nadir Khedr vom Ministerium für Altertümer einen besseren Überblick über die Besiedlung des Nildeltas und die Ursprünge der Landwirtschaft bieten.

Zugleich könnte die Entdeckung bedeuten, dass hier die Hochkultur der alten Ägypter ihren Anfang nahm. Dafür begeben sich die Forscher auf die Suche nach künstlichen Bewässerungssystemen. Denn anfangs waren die Bauern vom Regen und vom nahe gelegenen Nil abhängig und erst die Anlage von Bewässerungssystemen ermöglichte es, dass die Bevölkerung wachsen und auch kulturell gedeihen konnte.