Bislang unbekannte Totenstadt entdeckt

Autor: Lukas Krönert - Veröffentlicht am 12. März 2018

Deutsche und ägyptische Archäologen entdeckten am Nil eine bislang unbekannte antike Totenstadt. Diese befindet sich bei der Stadt Minja und umfasst 40 Sarkophage sowie zahlreiche andere Kunstschätze, die die Toten im alten Ägypten auf ihrer letzten Reise begleiteten. Bisher wurden rund 1000 Statuen, Keramik, Schmuck und eine Goldmaske entdeckt.

Tutanchamun
Totenmaske

Die Nekropole ist laut Aussagen der Archäologen mehr als 2.500 Jahre alt und soll im Laufe der nächsten Jahre weiter erforscht werden. Bereits seit etwa einem Jahr arbeiten ägyptische Archäologen, die von Kollegen aus München und Hildesheim unterstützt werden, in der Nähe des jetzigen Ausgrabungsortes.

Chaled al-Enani, ägyptischer Antikenminister und zuständig für derartige Ausgrabungen, geht davon aus, dass die Arbeiten an der Totenstadt nun mindestens weitere fünf Jahre dauern werden. In dieser Zeit soll der Fundort erforscht und weiter ausgegraben werden, da die bisherigen Funde aller Wahrscheinlichkeit nach erst den Anfang der Entdeckungen darstellen. Weitere Gräber und wertvolle Grabbeigaben werden also mit hoher Wahrscheinlichkeit in direkter Nähe zum neuesten Fundort entdeckt werden können.

Der jetzige Fund reiht sich in eine Reihe außergewöhnlicher antiker Funde ein, die in den letzten Monaten gemacht wurden. So entdeckten Archäologen erst vor knapp einem Monat ein mehr als 4.000 Jahre altes Priesterinnengrab.

Ausgestellt werden sollen die in jüngster Zeit gemachten Funde im neuen Antikenmuseum, das unweit des letzten erhaltenen Weltwunders der Antike eröffnen und die zentrale Ausstellungsstelle in Kairo ablösen soll.