Kanopenvasen bei Luxor gefunden

Autor: Annika Grunert - Veröffentlicht am 30. Juni 2018

In der Region des beliebten Reiseziels Luxor sind gut erhaltene Kanopen, auch Kanopenvasen oder -krüge genannt, entdeckt worden. Die Vasen stammen aus der 26. Dynastie. Das Team vom „South Asasif Conservation Project“ hat die Kanopen in der Südwand der Grabkammer von Karabasken gefunden, wie Dr. Mostafa Waziri, Generalsekretär vom „Supreme Council of Antiquities“, vermeldete.

Kanopenkrüge
Kanopenkrüge dienten der getrennten Beisetzung von Körper und Organen.

Im alten Ägypten waren die Kanopenkrüge besonders wichtig: Während der Mumifizierung bewahrten sie die Eingeweide auf, damit die Organe separat vom Leichnam beigesetzt werden konnten. Das Hochwasser hatte vor den Kanopen am Westufer von Luxor keinen Halt gemacht, sodass einer der Krüge zerbrach. Die Projektmitglieder mussten eine Notfallreinigung vornehmen und den Krug wieder konsolidieren (festigen).

Die Kanopen sind zwischen 35,5 und 39,4 Zentimeter groß und verfügen über unterschiedlich gestaltete Deckel. So zieren ein Menschenkopf, ein Pavian, ein Falke und ein Schakal die Vasen, die von drei verschiedenen Künstlern modelliert wurden. Die Direktorin des „South Asasif Conservation Projects“, Elena Pischikova, sagte, dass die Kanopen der „Lady of the House Amenirdis“ aus der 26. Dynastie gehörten.

Seit 2006 ist das ägyptisch-amerikanische Projekt dabei die beschädigten Gräber der Süd-Asasifs Nekropole Karabasken (TT 391), Irtieru (TT 390) und Karakhamun (TT 223) wiederherzustellen und zu rekonstruieren, unter der Schirmherrschaft des Supreme Council of Antiquities. Die Kanopen gehören zu über tausend Fragmenten, die das Team bereits entdeckt hat. Außerdem konnten die Mitglieder bereits die zweite Säulenhalle und ein Teil der ersten im Grab vom Karakhamun rekonstruieren. Das Grabmal wird Gemälde und Reliefschnitzereien der 25. und 26. Dynastie zeigen.