Museum für Islamische Kunst Kairo

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
Museum für Islamische Kunst Kairo

Kurz erklärt: Das Museum für Islamische Kunst in Kairo wurde 1903 eröffnet und zeigt eine der größten und umfassendsten Sammlungen islamischer Kunst. Es umfasst rund 100.000 Objekte aus Indien, China, Iran, Arabien, der Levante, Ägypten, Nordafrika und Andalusien. Zu den Höhepunkten zählen ein Schlüssel der Kaaba und ein Textil mit der ältesten kufischen Inschrift.

Was ist das Museum für Islamische Kunst?

Das Museum für Islamische Kunst in Kairo besitzt eine der größten und umfangreichsten Sammlungen islamischer Kunst weltweit. Die Idee, die Objekte zu sammeln und auszustellen, entstand 1880. Das Gebäude wurde schließlich 1903 unter Khedive Abbas Hilmi II. eröffnet. Die Fassade ist im Stil der Mamluken gestaltet, und das Haus liegt neben der Nationalbibliothek Ägyptens.

Es zählt zu den größten Museen für islamische Kunst weltweit, mit fast hunderttausend Objekten aus Indien, China und Iran bis zur Arabischen Halbinsel, zur Levante, nach Ägypten, Nordafrika und Andalusien. Die Sammlung deckt alle Zweige der islamischen Kunst über die Jahrhunderte ab. Das Museum liegt in Bab al-Khalq im Herzen des Historischen Kairo. Zur Orientierung dient die Seite zur Altstadt von Kairo.

Wie ist das Museum aufgebaut?

Das Gebäude hat zwei Etagen, auf denen eine große Auswahl an Objekten aus aller Welt gezeigt wird. Die Themen reichen von Astronomie über Medizin bis zur Architektur. Die umfangreiche Sammlung führt durch alle Epochen der islamischen Geschichte und zeigt einige der prächtigsten Stücke. Dazu zählen fein geschnitztes Holz, zart verzierte Keramik und seltene Handschriften.

Das Museum zeigt damit nicht nur Architektur, sondern auch Wissenschaft und Handwerk. Zur Einordnung der Kunstformen im Land lesen Sie die Seite zu Kunst und Musik.

Was geschah 2014 mit dem Gebäude?

Im Jahr 2014 beschädigte eine Explosion, die dem gegenüberliegenden Gebäude der Kairoer Sicherheitsdirektion galt, die Fassade des Museums. Sie wurde restauriert, und das Museum wurde 2017 wiedereröffnet. Für Besucher heißt das: Die Fassade, die Sie heute sehen, ist das Ergebnis dieser Instandsetzung. Der Innenbereich mit den zwei Etagen ist seither wieder zugänglich.

Welche Stücke sollten Sie nicht verpassen?

Zu den bemerkenswertesten Besitztümern des Museums gehören ein Schlüssel der Kaaba in Mekka aus der Mamlukenzeit und ein Textil mit der ältesten kufischen Inschrift. Beide Objekte stehen für zwei Seiten der islamischen Kunst: die religiöse Bedeutung und die Schrift als Gestaltungsmittel.

Der Schlüssel der Kaaba besteht aus Kupfer mit Silbereinlagen. Er gilt als das älteste erhaltene Modell eines Kaaba-Schlüssels und stammt aus der Mamlukenzeit des 14. Jahrhunderts. Er gehörte dem Mamlukensultan al-Aschraf Schaban. Auf dem Schlüssel stehen Verse aus der Sure al-Fath des Korans sowie Name und Titel des Sultans. Er wird auf 765 nach der Hidschra (1363/1364 n. Chr.) datiert.

Welche Alltags- und Wissenschaftsobjekte zeigt das Museum?

Neben den berühmten Einzelstücken zeigt das Museum Gegenstände, die den Alltag und das Wissen der islamischen Welt greifbar machen. Eine Moscheelampe aus Glas aus der Mamlukenzeit (9. Jahrhundert nach der Hidschra, 15. Jahrhundert n. Chr.) trägt Namen, Titel und Zeichen des Emirs Schaichu, eines der Emire des Sultans Hassan; am Hals läuft eine Inschrift in Nasch-Schrift mit einem Vers aus der Sure an-Nur, der „Sure des Lichts“. Ein Räuchergefäß aus einer Kupferlegierung mit Gold- und Silbereinlagen stammt aus Ägypten und aus dem 14. Jahrhundert.

Ein marmorner Wasserkrug zeigt, wie sorgfältig die Mamluken auch einfache Dinge gestalteten. Sein Hals trägt erhabene kufische Inschriften, am Boden sind vier Fische dargestellt, der Körper ist mit Ranken und Blättern verziert. Er kam aus der Moschee und Medrese der Tatar al-Hidschasiya (761 nach der Hidschra, 1359 n. Chr.) und diente als Sabil, also als Trinkwasserspender für Vorübergehende und alle Lebewesen. Der marmorne Ständer, die Kilga, hat vier Beine mit kufischen Schriftzügen und Tierfiguren; in ihr wurde Wasser für Vögel und Tiere bereitgestellt.

Ein Pferdesattel aus Seide und Silber stammt aus dem Osmanischen Reich, ein Kupfertisch aus Ägypten aus der Mamlukenzeit, dazu kommen einzigartige Exemplare des Korans. Insgesamt umfasst die Sammlung über 100.000 Objekte aus Holz, Textil, Metall und Keramik. Zur Wissenschaft gehören ein Astrolabium aus einer Kupferlegierung mit Gold- und Silbereinlagen, das den Namen von Sultan Bayezid trägt (15. Jahrhundert, Türkei), ein Kompass aus Kupfer mit Silbereinlagen aus der Safawidenzeit im Iran (18. Jahrhundert) und eine Himmelskugel aus Kupfer des Herstellers Ziauddin Mohammed aus osmanischer Zeit (1070 nach der Hidschra, Ägypten). Sie zeigen, dass die Sammlung nicht nur Kunst im engeren Sinn umfasst, sondern auch Astronomie und Navigation, die ebenfalls zu den Themen des Hauses gehören.

Woher stammen die Holzpaneele?

Das Museum zeigt einen Satz gravierter Holzpaneele. Sie schmückten einst die Paläste der fatimidischen Kalifen im 11. Jahrhundert n. Chr. an der Al-Muizz-Straße zwischen Bab Zuwayla und Bab al-Futuh, den damaligen Stadttoren Kairos. Die Paneele tragen Szenen aus dem Alltag wie Jagd, Musik und Tanz. Die Gravuren sind in mehreren Schichten ausgeführt und zeigen das Können der fatimidischen Handwerker.

Wiederverwendet wurden die Paneele später beim Bau des riesigen Komplexes des Mamlukensultans al-Mansur Qalawun an der Al-Muizz-Straße im Jahr 684 nach der Hidschra (1285 n. Chr.). Die Geschichte der Paneele spiegelt damit die Geschichte der Straße selbst: Das fatimidische Material blieb erhalten, als die Mamluken neu bauten. Mehr zum Qalawun-Komplex und zur Straße lesen Sie auf der Seite zur Al-Muizz-Straße.

Welche Verbindung hat die Al-Hakim-Moschee zum Museum?

Die Al-Hakim-Moschee am Ende der Al-Muizz-Straße spielt in der Vorgeschichte der Sammlung eine Rolle: Ihr Qibla-Arkadengang diente als Museum für islamische Kunst, das „Haus der arabischen Altertümer“. Die Moschee ist die vierte älteste Moschee Ägyptens und nach der Moschee von Ibn Tulun die zweitgrößte. Der Bau begann 380 nach der Hidschra (990 n. Chr.) unter dem fatimidischen Kalifen al-Aziz, und sein Sohn al-Hakim vollendete ihn 403 nach der Hidschra (1013 n. Chr.). Ursprünglich stand sie außerhalb der Stadtmauern und wurde später, unter dem Wesir Badr al-Din al-Dschamali (480 nach der Hidschra, 1078 n. Chr.), in die Mauern einbezogen.

Der Haupteingang an der Westfassade ist monumental und eines der ältesten Beispiele für vorspringende Eingänge; er wurde von der großen Moschee von Mahdia in Tunis beeinflusst. Zwei Minarette flankieren die Fassade. Zur Zeit der Französischen Expedition diente die Moschee als Kaserne, und ihre Minarette wurden als Wachtürme genutzt. Ausführlicher beschreibt die Moschee die Seite zur Al-Muizz-Straße.

Welche Epochen und Regionen deckt die Sammlung ab?

Die vorgestellten Stücke ergeben einen Querschnitt durch mehrere Epochen und Regionen. Aus der Fatimidenzeit stammen die Holzpaneele des 11. Jahrhunderts, aus der Mamlukenzeit die Moscheelampe, der Kaaba-Schlüssel, der Wasserkrug und das Räuchergefäß, aus der Zeit des Osmanischen Reiches der Pferdesattel, die Himmelskugel und das Astrolabium des Sultans Bayezid. Der Kompass stammt aus dem safawidischen Iran. Wer das Museum besucht, trifft also nicht nur auf Ägypten, sondern auf Objekte aus der Türkei und dem Iran. Das Ministerium bietet außerdem eine Broschüre des Museums zum Herunterladen und eine virtuelle Tour an.

Wie planen Sie den Besuch?

Das Museum ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet; der Kartenverkauf schließt um 16 Uhr (Stand: Oktober 2026). Im Ramadan gelten eigene Besuchszeiten, die das Ministerium auf der Museumsseite angibt. Freien Eintritt haben unter anderem Kinder unter sechs Jahren, ägyptische Senioren ab 60 Jahren und ägyptische Besucher mit Behinderung.

Die Hausregeln: Berühren Sie keine Ausstellungsstücke oder Vitrinen, essen und rauchen Sie nicht in den Galerien (kleine Wasserflaschen sind erlaubt), benutzen Sie keine Taschenlampen oder Laserpointer, und tragen Sie angemessene Kleidung. Audioplayer sind im Museum nicht erlaubt. Planen Sie etwa zwei Stunden ein und verbinden Sie den Besuch mit dem Ägyptischen Museum oder dem Grand Egyptian Museum, um in einer Woche pharaonische und islamische Kunst zu sehen. Wer vorab einen Eindruck sucht, findet auf der Ministeriumsseite eine virtuelle Tour.

Was bedeutet das Museum für die Reiseplanung?

Das Museum ist ein Gegenstück zu den Pharaonenmuseen der Stadt. Es zeigt, dass Kairo nicht nur Pyramiden, sondern auch eine reiche Kultur des Mittelalters besitzt. Wer die Stadt in mehreren Tagen erleben möchte, kann die Reihenfolge so wählen: Pyramiden und Ägyptisches Museum, dann Islamisches Museum, Al-Muizz-Straße und Khan el-Khalili, zum Schluss das Koptische Kairo. Weitere Anregungen zur Stadt bieten die Städtereisen nach Kairo.

Geheimtipp: Verbinden Sie das Museum mit der Al-Muizz-Straße. Die geschnitzten Holzpaneele im Museum stammen aus den Palästen der Fatimiden an dieser Straße. Wer sie zuerst im Museum gesehen hat, erkennt die Straße mit ganz anderen Augen wieder.
Das islamische Kairo verbinden: Sehen Sie die Bauten im Original auf der Al-Muizz-Straße, in der Zitadelle und in der Ibn-Tulun-Moschee. Eine Übersicht über das Viertel bietet die Seite zur Altstadt von Kairo.

Häufige Fragen zum Museum für Islamische Kunst

Wann wurde das Museum für Islamische Kunst eröffnet?

1903 unter Khedive Abbas Hilmi II. Nach Schäden durch eine Explosion 2014 wurde es 2017 nach der Restaurierung wiedereröffnet.

Was ist im Museum zu sehen?

Rund 100.000 Objekte islamischer Kunst, darunter Holzschnitzereien, Keramik, Handschriften, ein Schlüssel der Kaaba und ein Textil mit der ältesten kufischen Inschrift.

Woher stammen die Holzpaneele?

Aus den Palästen der Fatimiden an der Al-Muizz-Straße. Sie wurden 1285 für den Komplex des Sultans Qalawun wiederverwendet.

Wann ist das Museum geöffnet?

Täglich von 9 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr (Stand: Oktober 2026).

Wo liegt das Museum?

In Bab al-Khalq in Kairo, neben der Nationalbibliothek Ägyptens.

Wie viele Objekte besitzt das Museum?

Fast hunderttausend Objekte aus Holz, Textil, Metall und Keramik, gesammelt in Indien, China, Iran, Arabien, der Levante, Ägypten, Nordafrika und Andalusien.

Was geschah 2014 mit dem Museum?

Eine Explosion, die dem gegenüberliegenden Gebäude der Sicherheitsdirektion galt, beschädigte die Fassade. Nach der Restaurierung wurde das Museum 2017 wiedereröffnet.

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