Königliches Schmuckmuseum Alexandria

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Oktober 2026 8 Min. Lesezeit
Königliches Schmuckmuseum Alexandria

Kurz erklärt: Das Königliche Schmuckmuseum in Alexandria zeigt den Besitz der Herrscherfamilie, die von 1805 bis 1952 über Ägypten regierte. Es ist in einem Palast von 1919 im Stadtteil Zizinia untergebracht. Zu den Stücken zählen ein Kollier von Muhammad Ali Pascha, ein goldenes Schachspiel mit 425 Steinen und Schmucksets von Prinzessinnen.

Was ist das Königliche Schmuckmuseum?

Das Königliche Schmuckmuseum in Alexandria zeigt die Sammlerstücke der ägyptischen Königsfamilie. Gegründet wurde die Dynastie von Muhammad Ali Pascha im Jahr 1805, und sie herrschte 150 Jahre lang bis 1952. Das Museum ist deshalb nicht nur eine Schatzkammer, sondern erzählt von einer Herrscherfamilie und ihrem Lebensstil. Zum Hintergrund der Dynastie lesen Sie die Seiten zur Mohammed-Ali-Moschee und zur Zitadelle von Kairo.

Passend dazu: das Nationalmuseum und das Griechisch-Römische Museum in Alexandria.

Zum Besitz gehören Schmuck, Gold- und Edelsteinarbeiten und Gegenstände des Alltags der Familie. Die Stücke sind in den verschiedenen Sälen des Palastes ausgestellt. Mehr zur Geschichte des Landes finden Sie auf der Seite zur Geschichte Ägyptens.

Welcher Palast beherbergt das Museum?

Zaynab Fahmi ließ den Palast 1919 im Stadtteil Zizinia in Alexandria bauen. Er diente als Wohnsitz von Fatma al-Zahra, der Tochter von Prinz Ali Haidar, einem Nachfahren Muhammad Alis. Der Palast bildet einen eindrucksvollen Hintergrund für den Besitz der Familie: Er verbindet auf einzigartige Weise europäische und islamische Stile. Gemälde, vergoldete Decken und Mosaike schmücken die Räume.

Das Gebäude besteht aus zwei Flügeln, einem östlichen und einem westlichen, die ein Korridor verbindet. Jeder Flügel hat ein Untergeschoss und zwei Stockwerke. Für Besucher heißt das: Das Museum ist übersichtlich aufgebaut, und die Wege führen durch zwei Flügel mit mehreren Etagen.

Welche Stücke sollten Sie sehen?

Zu den bekanntesten Stücken zählt ein mit Diamanten und Smaragden besetztes Kollier, das dem Begründer der Dynastie, Muhammad Ali Pascha, gehörte. Der üppige Lebensstil der Familie spiegelt sich in einem goldenen Schachbrett, goldenen Fernrohren mit Diamanten, Rubinen und Smaragden und goldenen Bechern mit Edelsteinen. Dazu kommen aufwendige Schmucksets, die die größten Designer Europas für die Königinnen und Prinzessinnen anfertigten.

Ein goldenes Kollier mit dem Namen des Dynastiegründers besteht aus 16 Motiven. Acht tragen die Inschrift „Mohammed Ali“, acht haben die Form goldener Blumen mit Diamanten. Es ist eine ägyptische Goldarbeit aus der Zeit der Muhammad-Ali-Dynastie.

Was ist das goldene Schachspiel?

Das goldene Schachspiel gehört zu den eindrucksvollsten Stücken. Es besteht aus 32 Figuren, die mit 425 Edelsteinen besetzt und mit farbigem Email verziert sind. Die Figuren haben die Form von Menschen und Tieren. Die menschlichen Figuren spiegeln den Rang ihrer Schachvorbilder wider: Die Königsfigur stellt einen Herrscher dar, die Bauern Schützen. Auf den Sockeln der Figuren sind farbige Emailmalereien historischer Persönlichkeiten und Bauwerke zu sehen.

Das Schachspiel stammt aus der Zeit von König Faruk (1936 bis 1952) und aus Iran. Das Stück stammt also nicht aus Ägypten, sondern aus dem Ausland.

Was hat der Elefant aus Elfenbein für eine Geschichte?

Ein Elefant aus Elfenbein mit goldenem Sattel ist ein Einzelstück der Sammlung. Sattel und Aufbau aus Gold sind mit Edelsteinen besetzt, darunter Perlen und Saphire. Um den Hals des Elefanten hängt an einer goldenen Kette eine Glocke, und die Spitzen der Stoßzähne sind mit Gold überzogen.

Die Beschreibung zeigt, wie die Königshäuser miteinander verbunden waren: Das Stück erinnert an eine Verbindung zwischen den Familien von Ägypten und Iran. Ein weiteres Beispiel für den Austausch zwischen Dynastien ist das Schachspiel aus Iran.

Welche Schreib- und Schmucksets gibt es?

Aus dem Besitz des Said Tosun stammt ein luxuriöses Schreibtischset in einer Holzkiste, die mit 166 Brillanten verziert ist. Es besteht aus drei goldenen Tintenfässern, einem goldenen Gefäß für den Schwamm, einem doppelten Federkasten, einer Stahlschere, einem Ebenholzlineal, einem Brieföffner und einem Gefäß für Streusand.

Das Set der Prinzessin Schivakiar aus Platin und Diamanten besteht aus Krone und Ohrringen. Ein goldenes Set aus der Sammlung Malak Tosun umfasst Bürste, Becher und Schwert, verziert mit Blumenmotiven und dem Buchstaben „M“. Hinzu kommen goldene Taschenuhren in verschiedenen Formen, manche mit Bildern von Personen, andere mit Namen und Verzierungen, sowie eine Sammlung von Orden aus Gold, Silber und Edelsteinen. Alle diese Stücke stammen aus der Zeit der Muhammad-Ali-Dynastie.

Welche anderen Orte erzählen von der Dynastie?

Die Muhammad-Ali-Moschee in der Zitadelle von Kairo ließ Muhammad Ali Pascha 1848 (1265 nach der Hidschra) auf dem Gelände mamlukischer Paläste errichten. Sie heißt „Alabastermoschee“ wegen der Marmorverkleidung der Wände innen und außen. Ihre beiden Minarette sind mit je 84 Metern die höchsten Ägyptens. Im Hof steht ein kupferner Uhrturm, ein Geschenk des französischen Königs Louis Philippe von 1845; Muhammad Ali Pascha erwiderte es mit einem Obelisken Ramses’ II. vom Luxor-Tempel, der heute auf der Place de la Concorde in Paris steht.

In Kairo zeigt außerdem das Museum im Palast des Prinzen Muhammad Ali Tawfik in Manial eine wichtige Epoche der neueren ägyptischen Geschichte. Der Palast entstand zwischen 1900 und 1929 und verbindet einen modernen islamischen Stil mit persischen und mamlukischen Elementen; er ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet (Stand: Oktober 2026). Beide Orte ergänzen das Schmuckmuseum in Alexandria um die Seite des Bauens und Wohnens.

Welche weiteren Museen gibt es in Alexandria?

Das Nationalmuseum von Alexandria ist in einem Palast untergebracht, den der wohlhabende Alexandriner Asaad Basili Pascha im italienischen Stil bauen ließ. 1996 erwarb die Oberste Antikenverwaltung das Anwesen, wandelte es in ein archäologisches Museum um und eröffnete es 2003. Es zeigt Kunst und Handwerk von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart, darunter versunkene Funde aus der Bucht von Abukir, eine Münzhalle, Waffen aus islamischer Zeit, Metall-, Keramik- und Glasarbeiten sowie Gold-, Silber- und Schmuckstücke der Familie von Muhammad Ali Pascha. Es ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, der Kartenverkauf endet um 16 Uhr (Stand: Oktober 2026).

Das Griechisch-Römische Museum ist ein Museum, das ganz der Zivilisation Ägyptens in der griechischen und römischen Zeit gewidmet ist, und eines der ersten Gebäude des Landes, das eigens zur Bewahrung und Ausstellung von Altertümern entworfen wurde. Die Idee stammt von dem italienischen Gelehrten Giuseppe Botti (1889). Das Museum wurde 1892 gegründet, und der neoklassizistische Neubau wurde 1895 eröffnet. Seit 1953 leiten ägyptische Archäologen die Institution; Erweiterungen und Renovierungen begannen 2005 und liefen nach 2015 weiter. Beide Häuser ergänzen den Besuch des Schmuckmuseums.

Wie planen Sie den Besuch?

Das Museum ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, der Kartenverkauf endet um 16 Uhr (Stand: Oktober 2026). Im Ramadan gelten eigene Besuchszeiten, die das Ministerium auf der Museumsseite nennt. Freien Eintritt haben unter anderem ägyptische Senioren ab 60 Jahren, ägyptische Besucher mit Behinderung, Waisenkinder und Kinder unter sechs Jahren.

Hausregeln: Berühren Sie keine Ausstellungsstücke oder Vitrinen, essen und rauchen Sie nicht in den Galerien (kleine Wasserflaschen sind erlaubt), benutzen Sie keine Taschenlampen oder Laserpointer, und tragen Sie angemessene Kleidung. Legen Sie sich nicht auf Sitze oder den Boden. Planen Sie ein bis zwei Stunden ein, damit Sie sowohl die Vitrinen als auch die Räume des Palastes in Ruhe betrachten können. Wer mehrere Museen verbinden möchte, kann das Schmuckmuseum mit dem Nationalmuseum an einem Tag besuchen oder mit der Bibliothek von Alexandria und der Pompejussäule zu einer Stadtroute ergänzen. Für Kairo vergleichen Sie das Museum für Islamische Kunst.

Geheimtipp: Schauen Sie neben den Vitrinen auch auf die Räume. Der Palast verbindet europäische und islamische Gestaltung, mit Gemälden, vergoldeten Decken und Mosaiken. Der Kontrast zwischen Raum und Exponat ist Teil der Wirkung: Sie sehen den Schmuck dort, wo die Familie lebte.
Alexandria verbinden: Weitere Stationen der Stadt finden Sie auf der Seite zu Alexandria, etwa die Bibliothek von Alexandria und die Pompejussäule.

Häufige Fragen zum Königlichen Schmuckmuseum

Was zeigt das Königliche Schmuckmuseum?

Den Besitz der Familie von Muhammad Ali Pascha: Schmuck, Kollier, ein goldenes Schachspiel, Taschenuhren, Orden und Schmucksets für Königinnen und Prinzessinnen.

In welchem Gebäude befindet sich das Museum?

In einem Palast von 1919 im Stadtteil Zizinia in Alexandria, den Zaynab Fahmi bauen ließ. Er verbindet europäische und islamische Stile.

Wie viele Steine hat das goldene Schachspiel?

Es hat 32 Figuren, die mit 425 Edelsteinen besetzt und mit farbigem Email verziert sind.

Wann ist das Museum geöffnet?

Täglich von 9 bis 17 Uhr, Kassenschluss um 16 Uhr (Stand: Oktober 2026).

Wer regierte von 1805 bis 1952?

Die Dynastie von Muhammad Ali Pascha, deren Besitz das Museum zeigt.

Welche Stücke stammen aus Iran?

Das goldene Schachspiel mit 425 Edelsteinen (König Faruk, 1936 bis 1952) und der Elefant aus Elfenbein mit goldenem Sattel.

Welche Gebäude gehören zum Palast?

Zwei Flügel, ein östlicher und ein westlicher, verbunden durch einen Korridor. Jeder Flügel hat ein Untergeschoss und zwei Etagen.

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