Kurz erklärt: Die Memnon-Kolosse am Westufer von Luxor sind zwei gewaltige, rund 18 Meter hohe Sitzstatuen des Pharaos Amenophis III. Sie sind das Einzige, was vom einst größten Totentempel Thebens sichtbar blieb. Berühmt wurden sie durch die antike Legende vom „singenden“ Koloss, der bei Sonnenaufgang Töne von sich gab.
Was sind die Memnon-Kolosse?
Die Memnon-Kolosse sind zwei riesige Sitzstatuen, die am Westufer von Luxor nebeneinander am Wegrand thronen. Jede der beiden Figuren ist rund 18 Meter hoch und stellt den Pharao Amenophis III. dar, der im 14. Jahrhundert v. Chr. regierte. Trotz starker Verwitterung beeindrucken die Kolosse durch ihre schiere Größe und ihre exponierte Lage in der weiten Ebene vor den thebanischen Bergen. Sie sind das auffälligste Überbleibsel eines gewaltigen Bauwerks, das hier einst stand, heute aber fast vollständig verschwunden ist. Da die Statuen frei am Straßenrand stehen, sind sie eines der wenigen großen Monumente Ägyptens, die man ohne Eintritt und Umschweife besichtigen kann. Für viele Besucher sind sie der erste oder letzte Halt einer Tour über das Westufer und ein beliebtes Fotomotiv vor der Kulisse der Wüstenberge.
Wen stellen die Kolosse dar?
Die beiden Statuen zeigen Pharao Amenophis III., einen der mächtigsten und wohlhabendsten Herrscher des Neuen Reiches. Unter seiner Regentschaft erlebte Ägypten eine Blütezeit, in der zahlreiche prächtige Bauwerke entstanden, darunter wesentliche Teile des Luxor-Tempels. Der König ist auf den Kolossen in der typischen, streng nach vorn blickenden Sitzhaltung dargestellt, die Hände auf den Knien. An den Seiten der Throne und zu Füßen der Statuen finden sich kleinere Figuren, die Angehörige der königlichen Familie darstellen, sowie symbolische Darstellungen der Vereinigung von Ober- und Unterägypten. Trotz der Verwitterung lässt sich die einstige Pracht erahnen. Die Kolosse sollten den vergöttlichten König für die Ewigkeit am Eingang seines Totentempels repräsentieren und seine Macht jedem Besucher unmittelbar vor Augen führen.
Warum stehen nur noch die beiden Statuen?
Die Memnon-Kolosse markierten einst den Eingang zum Totentempel Amenophis’ III., der zu seiner Zeit der größte und prächtigste Tempel ganz Thebens war und sogar die Anlagen von Karnak übertraf. Dieser Tempel lag jedoch in der Überschwemmungszone des Nils und wurde durch jährliche Fluten, Erdbeben und die Wiederverwendung seiner Steine durch spätere Herrscher nach und nach zerstört. Übrig blieben vor allem die beiden gewaltigen Kolosse, die zu massiv waren, um einfach zu verschwinden. Erst moderne Ausgrabungen haben begonnen, die Reste des riesigen Tempels wieder freizulegen, und dabei kamen weitere Statuen und Bauteile zum Vorschein. So erzählen die einsam wirkenden Kolosse von einem verlorenen Monument von einst überwältigender Größe. Sie sind ein eindrückliches Beispiel dafür, wie selbst die größten Bauwerke der Antike der Zeit zum Opfer fallen konnten.
Was weiß man über den verschwundenen Totentempel?
Hinter den beiden Kolossen erstreckte sich einst der Totentempel Amenophis’ III., der zu seiner Zeit die größte und prunkvollste Tempelanlage ganz Thebens war und an Fläche sogar Karnak übertraf. Vor seinem Eingang standen die Kolosse als monumentale Wächter. Da der Tempel jedoch in der Überschwemmungszone des Nils lag, setzten ihm die jährlichen Fluten schwer zu; Erdbeben und die systematische Wiederverwendung seiner Steine durch spätere Pharaonen taten ein Übriges, sodass das Bauwerk fast spurlos verschwand. Erst seit einigen Jahrzehnten legen Archäologen die Reste dieses gewaltigen Tempels wieder frei und fördern dabei zahlreiche Statuen zutage, darunter Bildnisse der löwenköpfigen Göttin Sachmet und weitere Kolossalfiguren. Diese Funde lassen erahnen, wie überwältigend die Anlage ursprünglich gewesen sein muss. So erzählen die scheinbar isoliert stehenden Memnon-Kolosse in Wahrheit von einem der größten Tempel, den das Alte Ägypten je hervorgebracht hat.
Woher kommt der Name Memnon?
Den Namen Memnon erhielten die Statuen erst lange nach der Pharaonenzeit von griechischen und römischen Reisenden. Sie verbanden die Kolosse mit Memnon, einem Helden der griechischen Sage, der als König aus dem fernen Osten dem Trojanischen Krieg zu Hilfe eilte und dort fiel. Memnon galt als Sohn der Morgenröte. Mit dem ursprünglichen ägyptischen König Amenophis III. hat dieser Name also nichts zu tun – er entstand aus der antiken Faszination der Besucher für die rätselhaften Riesen. Der Bezug zur Göttin der Morgenröte passte besonders gut zu einem berühmten Phänomen, das die nördliche Statue über Jahrhunderte begleitete. So überlagerte die griechische Sage die ursprüngliche ägyptische Bedeutung, und der Name Memnon hat sich bis heute gehalten, obwohl er historisch eigentlich unzutreffend ist.
Was hat es mit dem „singenden“ Koloss auf sich?
Die berühmteste Geschichte rund um die Kolosse betrifft die nördliche Statue. Nachdem ein Erdbeben sie beschädigt hatte, soll sie über lange Zeit bei Sonnenaufgang einen eigentümlichen Ton von sich gegeben haben – ein Klingen oder Singen, das antike Besucher tief beeindruckte. Man deutete es als Gruß des Helden Memnon an seine Mutter, die Göttin der Morgenröte. Dieses Phänomen machte die Kolosse in römischer Zeit zu einer regelrechten Touristenattraktion; zahlreiche Reisende, darunter sogar Kaiser, kamen eigens hierher und hinterließen Inschriften an den Beinen der Statue. Wahrscheinlich entstand der Ton durch die rasche Erwärmung des gesprungenen Steins in der Morgensonne. Als die Statue später ausgebessert wurde, verstummte das Singen für immer. Diese Legende verleiht den ohnehin imposanten Kolossen bis heute einen besonderen, geheimnisvollen Reiz.
Wie kommst du zu den Memnon-Kolossen?
Die Memnon-Kolosse liegen am Westufer von Luxor direkt an der Straße, die zu den großen Totentempeln und zum Tal der Könige führt. Dadurch sind sie ganz ohne Umwege erreichbar und werden fast immer im Rahmen einer Westufer-Tour besucht. Von der Stadt aus setzt du über den Nil und fährst die kurze Strecke per Taxi oder organisiertem Transfer. Wer eine Nilkreuzfahrt unternimmt, hat das Westufer in der Regel im Programm. Da die Kolosse frei am Straßenrand stehen, ist der Halt unkompliziert und kostenlos; man steigt kurz aus, betrachtet die Statuen und fotografiert sie. Ein längerer Aufenthalt ist meist nicht nötig, weshalb sich die Kolosse ideal als ergänzender Stopp zwischen den größeren Stätten des Westufers einfügen.
Welche praktischen Tipps gibt es für den Besuch?
Der Besuch der Memnon-Kolosse ist denkbar unkompliziert, da sie frei und kostenlos am Straßenrand stehen. Meist hält der Bus oder das Taxi für einen kurzen Fotostopp, bevor es zu den größeren Stätten des Westufers weitergeht. Plane nur wenige Minuten ein, nutze aber die Gelegenheit für Aufnahmen vor der eindrucksvollen Kulisse der Wüstenberge – am schönsten im weichen Licht des frühen Morgens. Da es keinerlei Schatten gibt, sind Sonnenschutz, Kopfbedeckung und Wasser auch bei diesem kurzen Halt sinnvoll. Rund um die Statuen bieten häufig Händler Souvenirs an; ein freundliches, aber bestimmtes Auftreten hilft, wenn du nichts kaufen möchtest. Verbinde den Stopp am besten mit dem nahen Hatschepsut-Tempel und dem Tal der Könige zu einer Westufer-Tour. So fügt sich der kurze Besuch der Kolosse mühelos in ein abwechslungsreiches Tagesprogramm ein.
Wann ist die beste Zeit für den Besuch?
Da die Kolosse frei in der offenen Ebene stehen, gibt es hier keinerlei Schatten, weshalb der frühe Morgen die angenehmste Besuchszeit ist – passend zur alten Legende des Klangs bei Sonnenaufgang. Auch der späte Nachmittag bietet mildes Licht und schöne Fotomotive vor den Wüstenbergen. Da die Kolosse meist Teil einer Westufer-Tour sind, fügt sich der Halt ohnehin in den frühen Tagesablauf ein, bevor es zu den nahe gelegenen Tempeln und Gräbern weitergeht. Bezogen auf die Jahreszeit sind die Monate Oktober bis April zu empfehlen, weil die Sommerhitze in Luxor sehr stark werden kann. Nimm Sonnenschutz und Wasser mit. Mehr zur passenden Saison findest du in unserem Überblick zur besten Reisezeit für Ägypten.
Womit lässt sich der Besuch verbinden?
Die Memnon-Kolosse liegen mitten in der großen Totenlandschaft des thebanischen Westufers und lassen sich mühelos mit den weiteren Höhepunkten verbinden. Ganz in der Nähe befinden sich der elegante Hatschepsut-Tempel und das berühmte Tal der Könige mit den Pharaonengräbern. Wer mehr Zeit hat, besucht zusätzlich das Tal der Königinnen, weitere Totentempel oder das Künstlerdorf Deir el-Medina. Am Ostufer warten die gewaltigen Tempel von Karnak und Luxor. Die Kolosse eignen sich dabei besonders gut als erster Stopp einer Westufer-Tour, weil sie direkt an der Zufahrtsstraße liegen und einen eindrucksvollen Auftakt bilden. So fügt sich der kurze, aber lohnende Halt nahtlos in ein rundes Besichtigungsprogramm ein, das die ganze Pracht des pharaonischen Theben erschließt.
Häufige Fragen zum Thema Memnon-Kolosse in Luxor
Wen stellen die Memnon-Kolosse dar?
Beide Statuen zeigen Pharao Amenophis III. aus der 18. Dynastie. Sie standen einst am Eingang seines Totentempels, der heute fast vollständig verschwunden ist. Der Name Memnon stammt aus der griechischen Sage.
Haben die Memnon-Kolosse wirklich gesungen?
Nach einem Erdbeben gab die nördliche Statue über Jahrhunderte bei Sonnenaufgang einen Ton von sich, vermutlich durch die Erwärmung des gesprungenen Steins. Nach einer antiken Ausbesserung verstummte das Phänomen.
Kostet der Besuch der Memnon-Kolosse Eintritt?
Nein, die Kolosse stehen frei am Straßenrand des Westufers und sind ohne Eintritt zugänglich. Sie sind ein beliebter kurzer Halt im Rahmen einer Westufer-Tour.
Wie viel Zeit braucht man für die Memnon-Kolosse?
Für die Memnon-Kolosse genügen wenige Minuten, da sie frei am Straßenrand stehen und man sie nur kurz von außen betrachtet und fotografiert. Meist sind sie ein kurzer Halt zu Beginn oder am Ende einer Westufer-Tour, die zusätzlich Tal der Könige und Hatschepsut-Tempel umfasst.
