Mumifizierungsmuseum Luxor

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: November 2026 9 Min. Lesezeit
Mumifizierungsmuseum Luxor

Kurz erklärt: Das Mumifizierungsmuseum in Luxor erklärt, wie die alten Ägypter Körper für das Jenseits konservierten. Es zeigt Werkzeuge, Kanopenkrüge, bemalte Särge, Mumien, Amulette und Götterfiguren. Das Museum hat ein Tagesprogramm von 9 bis 14 Uhr und ein Abendprogramm von 17 bis 21 Uhr.

Was ist das Mumifizierungsmuseum?

Das Mumifizierungsmuseum in Luxor, dem antiken Theben, soll verständlich machen, wie der Körper konserviert wurde. Die alten Ägypter balsamierten nicht nur Menschen ein, sondern auch viele Tiere, darunter Katzen, Hunde und Krokodile. Der Gott der Einbalsamierung und Mumifizierung war Anubis, der Schakal.

Passend dazu: das Tal der Goldenen Mumien in der Bahariya-Oase.

Das Museum bietet einen umfassenden Überblick über den gesamten Vorgang. Es zeigt viele Werkzeuge, Gegenstände und Geräte, die dafür verwendet wurden, und erklärt die rituelle und religiöse Bedeutung. Zu den ausgestellten Objekten gehören Kanopenkrüge, kunstvoll bemalte Särge, Mumien, Amulette und Götterstatuen. Die Götterwelt als Ganzes beschreibt die Seite zu den ägyptischen Göttern.

Wie lief die Mumifizierung ab?

Die Mumifizierung dauerte etwa 70 Tage und war von vielen Ritualen begleitet. Die inneren Organe des Verstorbenen wurden durch einen kleinen Schnitt von etwa 10 Zentimetern auf der linken Körperseite sorgfältig entnommen und in Kanopenkrügen aufbewahrt. Danach trocknete man den Körper etwa 40 Tage lang in Natron, einem Salz, das aus dem Wadi Natrun stammte. Zum Schluss wurde der Körper in Leinenbinden gewickelt.

Zwischen den Binden legte man magische Amulette an verschiedene Stellen des Körpers, die den Verstorbenen schützen sollten. Anschließend erhielt die Familie den Körper und bettete ihn in einen Sarg zur Bestattung. Das Museum macht diese Schritte anhand von Werkzeugen und Objekten anschaulich, sodass die Reihenfolge von Entnahme, Trocknung, Wicklung und Beisetzung leicht nachzuvollziehen ist.

Wozu dienten die Kanopenkrüge?

Bei der Mumifizierung wurden Organe entnommen, damit der Körper erhalten blieb. Gleichzeitig brauchte der Verstorbene sie für das Leben nach dem Tod. Deshalb wurden die vier wichtigsten Organe außer dem Herzen getrennt einbalsamiert und in vier entsprechenden Gefäßen aufbewahrt, den Kanopenkrügen. Es handelt sich um Leber, Lungen, Magen und Därme.

Jedes Organ stand unter dem Schutz einer Gottheit; zusammen heißen sie die Vier Söhne des Horus. Jeder hat einen anderen Tierkopf: Imset (Mensch) ist für die Leber zuständig, Hapi (Pavian) für die Lungen, Duamutef (Schakal) und Kebehsenuef (Falke) für Magen und Därme. Die Kanopenkrüge im Museum bestehen aus Kalzit, auch Alabaster genannt. Wer die vier Deckel nebeneinander betrachtet, erkennt sofort, wie sich die Götter unterscheiden.

Was zeigt die Widdermumie?

Widder waren dem Gott Chnum heilig, einem Schöpfergott, der oft dargestellt wird, wie er Menschen auf einer Töpferscheibe formt, bevor sie geboren werden. Man bildete ihn als widderköpfigen Mann ab. Als Teil seines Tierkults wurde diese Mumie dem Chnum auf der Insel Elephantine geweiht, seinem wichtigsten Kultort. Sie steckt in Kartonage, mit Gips getränkten Leinenlagen, die in Form eines Widders gebracht sind, vorn bunt bemalt und mit vergoldetem Kopf.

Die Mumie stammt von der Insel Elephantine bei Assuan. Sie zeigt, dass Mumifizierung nicht auf Menschen beschränkt war, sondern auch heilige Tiere einschloss. Mehr zu Assuan lesen Sie auf der Seite zu Assuan.

Was glaubten die Ägypter über das Leben nach dem Tod?

Das Jenseits spielte im Glauben der alten Ägypter eine große Rolle. Der Nil und der Kreislauf der Landwirtschaft prägten ihre Vorstellungen von Wiedergeburt und Auferstehung. Wenn der Verstorbene in die Unterwelt eintrat, die auf Altägyptisch Duat heißt, wurde er wiedergeboren und auf die Sonnenbarke des Re gesetzt, um mit ihm am Tag wieder hervorzukommen. Der Tote galt als wiederauferstandener Osiris. Die Vorbereitung auf das Jenseits begann mit der Mumifizierung; das Totengericht folgte nach der Bestattung, wenn der Körper im Grab angekommen war.

Dabei wurde das Herz gegen die Feder der Maat, das Symbol der Wahrheit, gewogen. Gerechte gelangten in die Gefilde von Iaru, Menschen mit bösem Herzen fraß das Mischwesen Ammit mit dem Körper eines Nilpferds und dem Gesicht eines Krokodils; sie blieben in der Unterwelt. Osiris war der Gott des Jenseits und der „Herr des Westens“. Beschrieben wird das Jenseits in vielen Texten, darunter Pyramidentexte, Inschriften auf Särgen des Mittleren Reiches, das Amduat und das Totenbuch.

Woher kommt das Wort Mumie?

Das deutsche Wort Mumie kommt vom arabischen „mumiya“, das „Bitumen“ bedeutet. Nach der Volkssage war Osiris der erste Ägypter, der einbalsamiert und damit verherrlicht wurde. Bis zur Ausbreitung des Osiriskults wurde die vollständige Mumifizierung nur bei Königen und ihren Nächsten angewandt; ab dem Mittleren Reich stand sie jedem offen, der sie sich leisten konnte.

Die trockene, sandige Wüste Ägyptens konservierte Leichen von Natur aus, weil die Körperflüssigkeiten abflossen und das Fleisch nicht faulte. In einer ausgemauerten Grabkammer unter einer Mastaba trat diese natürliche Austrocknung nicht ein, sodass Fäulnis wahrscheinlicher wurde. Einbalsamierung und Mumifizierung waren die Antwort auf dieses Problem. Leinenbinden bedeckten die Mumie, Totensprüche und Amulette wurden an bestimmten Stellen des Körpers angebracht oder zwischen die Binden gelegt. Die Zahl der Lagen schwankte; die Mumie des Tutanchamun hatte 16 Lagen. Zuletzt wurde eine Maske für das Gesicht angefertigt, und die Mumie war bereit für die Beisetzung.

Wer war Nephthys?

Nephthys, deren Name „Herrin des Hauses“ bedeutet, spielte im Totenglauben eine wichtige Rolle. Ihre Trauer und die ihrer Schwester Isis um den Tod ihres Bruders Osiris machte beide zu den Urbildern der Klagefrauen. Die Figur im Museum zeigt sie in der üblichen Trauerhaltung, kniend; wäre der Arm nicht abgebrochen, wäre er mit der Handfläche zur Stirn nach oben gerichtet. Als Isis und Nephthys den ermordeten Bruder fanden, stellten sie sich zu beiden Seiten an ihn und erweckten ihn wieder zum Leben.

Deshalb sind Isis und Nephthys an beiden Enden eines Sarges oder Sarkophags dargestellt, oft in Trauerhaltung. Die Figur stammt sehr wahrscheinlich genau aus einem solchen Zusammenhang.

Welche Bedeutung haben Osiris und der Djed-Pfeiler?

Osiris war der Gott der Vegetation und der Unterwelt. Er überwachte das Wiegen des Herzens, das entschied, ob der Verstorbene würdig war, ins Jenseits einzutreten. Deshalb verehrten ihn die Verstorbenen, und Statuetten wie die im Museum wurden in Gräber gelegt. Ein weiterer Grund für die Verehrung sind die Geschichten von Tod, Mumifizierung und Übergang des Osiris ins Jenseits, den jeder Mensch erreichen wollte.

Der Djed-Pfeiler war ein Symbol für Stabilität und Beständigkeit, ein stilisierter Baum, dessen Äste mit Seilen gebündelt sind. Er ist eng mit Osiris verbunden. In einem alten Ritual wurde ein Djed-Pfeiler aufgerichtet, um die Auferstehung des Osiris und damit aller Pflanzen zu symbolisieren. Später galt er als Rückgrat des Osiris. Amulette in Form des Djed-Pfeilers sollten ihren Träger im Tod und im Leben schützen.

Wie wurde die Mumie zum Friedhof gebracht?

Ein hölzernes Modell eines Bestattungsbootes erinnert an den letzten Weg. Boote brachten die Mumie zum Friedhof am Westufer des Nils. Den Sarg begleiteten Verwandte und Bestattungspriester, darunter zwei Frauen, die Isis und Nephthys darstellten. Das Modell macht damit deutlich, dass Bestattung ein Ritual aus Prozession und Rollenverteilung war und kein stiller Vorgang.

Wer das Museum besucht hat, sieht die Gräber im Tal der Könige und Tal der Königinnen mit anderen Augen. Lesen Sie dazu die Seiten zum Tal der Könige und zum Tal der Königinnen.

Welche Öffnungszeiten und Regeln gelten?

Das Museum ist jeden Tag von 9 bis 14 Uhr geöffnet, der Kartenverkauf endet um 13 Uhr. Am Abend ist das Museum von 17 bis 21 Uhr geöffnet, hier endet der Kartenverkauf um 20 Uhr (Stand: Oktober 2026). Freien Eintritt haben unter anderem ägyptische Senioren ab 60 Jahren, ägyptische Besucher mit Behinderung, Waisenkinder und Kinder unter sechs Jahren.

Die Hausregeln: Berühren Sie keine Ausstellungsstücke oder Vitrinen, essen und rauchen Sie nicht in den Galerien (kleine Wasserflaschen sind erlaubt), benutzen Sie keine Taschenlampen oder Laserpointer und keine Audioplayer, und halten Sie Handytelefonate leise. Beleidigendes oder störendes Verhalten ist untersagt.

Wie passt das Museum in die Luxor-Planung?

Luxor bietet viele Orte, an denen der Totenkult sichtbar ist. Das Museum erklärt dazu die Technik und die Vorstellungen. Wer an einem Tag die großen Tempel besucht, kann am Abend das Museum anschließen, wenn es abends geöffnet ist. Für die Tempel lesen Sie die Seiten zum Karnak-Tempel und zum Luxor-Tempel, für die Totentempel am Westufer die Seiten zu Medinet Habu und zum Ramesseum. Eine Übersicht über die Stadt bietet die Seite zu Luxor.

Das Mumifizierungsmuseum an der Corniche von Luxor gehört zusammen mit dem Luxor-Museum am Nil neben dem Luxor-Tempel zu den fünf bekannten Museen des Landes. Das Luxor-Museum zeigt eine lebensgroße Statue Amenophis’ III. und die Mumien der Pharaonen Ramses I. und Ahmose I. Die Sammlung der Hauptstadt finden Sie im Ägyptischen Museum in Kairo.

Geheimtipp: Planen Sie den Besuch am Abend. Das Museum öffnet nachmittags noch einmal von 17 bis 21 Uhr, sodass Sie es nach einem Tagesprogramm in Luxor anschließen können. Achten Sie auf die Kassenschlusszeiten: 13 Uhr am Vormittag und 20 Uhr am Abend.
Luxor verbinden: Sehen Sie nach dem Museum die Orte, an denen die Verstorbenen bestattet wurden: das Tal der Könige, das Tal der Königinnen und Deir el-Medina. Weitere Sammlungen finden Sie im Luxor-Museum.

Häufige Fragen zum Mumifizierungsmuseum

Was zeigt das Mumifizierungsmuseum?

Werkzeuge, Kanopenkrüge, bemalte Särge, Mumien, Amulette und Götterstatuen. Es erklärt Ablauf, Rituale und religiösen Hintergrund der Mumifizierung.

Wie lange dauerte eine Mumifizierung?

Etwa 70 Tage, davon rund 40 Tage Trocknung in Natron.

Wozu dienten Kanopenkrüge?

In ihnen wurden Leber, Lungen, Magen und Därme getrennt aufbewahrt. Jedes Organ stand unter dem Schutz eines der vier Horussöhne.

Wann ist das Museum geöffnet?

Täglich von 9 bis 14 Uhr (Kassenschluss 13 Uhr) und von 17 bis 21 Uhr (Kassenschluss 20 Uhr) (Stand: Oktober 2026).

Wurden auch Tiere mumifiziert?

Ja. Die alten Ägypter balsamierten viele Tiere ein, darunter Katzen, Hunde und Krokodile. Das Museum zeigt eine Widdermumie aus Elephantine.

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