Pompejussäule

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 11 Min. Lesezeit
Pompejussäule

Die Pompejussäule ist eine rund 27 Meter hohe römische Triumphsäule aus rotem Assuan-Granit im Stadtteil Karmuz von Alexandria. Ihr Name beruht auf einem Irrtum: Errichtet wurde sie um 297/298 n. Chr. zu Ehren von Kaiser Diokletian, nicht für den Feldherrn Pompeius. Sie zählt zu den größten antiken Monolith-Säulen.

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Lage von Pompejussäule in Ägypten

Hoch über den Trümmern eines der berühmtesten Heiligtümer der Antike ragt die Pompejussäule in den Himmel von Alexandria. Sie ist das größte erhaltene Baudenkmal der Stadt und ein stilles Zeugnis einer Zeit, in der Alexandria eine Welthauptstadt der Gelehrsamkeit war. Dieser Reiseführer erklärt dir, woher der irreführende Name stammt, was es mit dem Serapeum und der Bibliothek von Alexandria auf sich hat, wie groß die Säule wirklich ist und wie du deinen Besuch im Stadtteil Karmuz am besten planst.

Was ist die Pompejussäule?

Die Pompejussäule ist eine freistehende römische Triumphsäule im Süden Alexandrias. Sie besteht aus einem einzigen, monolithischen Schaft aus rotem Assuan-Granit, der von einem korinthischen Kapitell bekrönt wird, und erreicht eine Gesamthöhe von etwa 27 Metern. Damit ist sie die größte antike Monolith-Triumphsäule außerhalb der beiden Reichshauptstädte Rom und Konstantinopel und das markanteste antike Wahrzeichen der Stadt.

Wo steht die Pompejussäule?

Die Säule erhebt sich im Südwesten Alexandrias im Stadtteil Karmuz, zwischen dem See Mariut und dem Mittelmeer. Sie steht auf einer künstlichen Anhöhe, die mit Schutt, Architekturfragmenten und antiken Mauerresten bedeckt ist – den Überresten des Serapeums. Die Lage etwas außerhalb des Stadtzentrums macht den Ort ruhig; ein arabischer Friedhof und die berühmten Katakomben von Kom el-Schukafa liegen nur wenige Gehminuten entfernt.

Warum heißt sie ausgerechnet Pompejussäule?

Der Name geht auf einen mittelalterlichen Irrtum zurück. Reisende und Kreuzfahrer vermuteten, die Säule sei über dem Grab des römischen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus errichtet worden – jenes Pompeius, der als Gegenspieler Caesars in Ägypten ermordet wurde. Tatsächlich hat das Monument mit ihm nichts zu tun. Der falsche Name hat sich jedoch über Jahrhunderte gehalten und ist bis heute geläufig.

Für wen wurde die Säule wirklich errichtet?

Eine griechische Inschrift auf dem Sockel verrät den wahren Anlass: Die Säule wurde um 297/298 n. Chr. zu Ehren des römischen Kaisers Diokletian aufgestellt. Sie erinnert wohl daran, dass Diokletian nach der Niederschlagung eines Aufstands die hungernde Bevölkerung Alexandrias mit Getreide versorgte. Korrekt müsste das Monument also „Diokletianssäule“ heißen – doch der überlieferte Name hat sich durchgesetzt.

Wer war Kaiser Diokletian?

Diokletian regierte von 284 bis 305 n. Chr. und gilt als einer der bedeutendsten Reformer der römischen Spätantike. Er ordnete das Reich neu, stabilisierte Wirtschaft und Verwaltung und teilte die Herrschaft auf mehrere Kaiser auf. In Ägypten ging er hart gegen Aufstände vor, sorgte aber auch für die Versorgung der Provinzhauptstadt Alexandria – ein Verdienst, an das die Säule bis heute erinnert.

Wie groß und schwer ist die Pompejussäule?

Mit rund 27 Metern Gesamthöhe samt korinthischem Kapitell ist die Pompejussäule eindrucksvoll dimensioniert. Der monolithische Schaft allein misst knapp 21 Meter und hat an der Basis einen Durchmesser von 2,71 Metern. Sein Gewicht wird auf etwa 285 Tonnen geschätzt. Dass die antiken Baumeister einen derart gewaltigen Steinblock aus Assuan herbeischafften und aufrichteten, gehört zu den großen ingenieurtechnischen Leistungen der Antike.

Woraus besteht die Säule?

Die Säule besteht aus rotem Assuan-Granit, der auch Rosengranit genannt wird. Dieses begehrte Gestein wurde in den Steinbrüchen bei Assuan in Oberägypten gewonnen und über den Nil bis nach Alexandria transportiert – eine Strecke von rund 1.000 Kilometern. Derselbe Granit kam auch beim Bau der Cheops-Pyramide und vieler Tempel und Obelisken zum Einsatz; seine warme, rötliche Farbe macht ihn unverwechselbar.

Was war das Serapeum von Alexandria?

Die Pompejussäule steht auf dem Gelände des einstigen Serapeums, eines monumentalen Tempelbezirks zu Ehren des Gottes Serapis. Serapis war eine ägyptisch-hellenistische Gottheit, die griechische und ägyptische Glaubensvorstellungen verband und als Heil- und Fruchtbarkeitsgott verehrt wurde. Das Serapeum galt als eines der prächtigsten Heiligtümer der antiken Welt und war zugleich ein Zentrum der Gelehrsamkeit.

Welche Verbindung gibt es zur Bibliothek von Alexandria?

Das Serapeum beherbergte eine bedeutende Tochterbibliothek der weltberühmten Bibliothek von Alexandria. Hier wurden tausende Schriftrollen aufbewahrt, als die Hauptbibliothek bereits an Bedeutung verloren hatte. Wer also vor der Pompejussäule steht, blickt auf den Boden eines der wichtigsten Wissensorte der Antike – auch wenn von den Buchbeständen heute nichts mehr erhalten ist.

Warum ist vom Serapeum so wenig übrig?

Das Serapeum wurde im Jahr 391 n. Chr. zerstört. Als der Bischof Theophilus I. von Alexandria die heidnischen Tempel schließen und in Kirchen umwandeln ließ, verschanzten sich Anhänger der alten Kulte im Serapeum. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Nichtchristen. Kaiser Theodosius nahm dies zum Anlass, die gesamte Tempelanlage niederreißen zu lassen – ein Wendepunkt im Untergang der antiken Religion in Ägypten.

Warum blieb gerade die Säule stehen?

Während der Tempel dem Erdboden gleichgemacht wurde, blieb die Säule unangetastet. Der Grund ist gerade jener berühmte Irrtum: Die Christen hielten das Monument für ein Grabmal des Pompeius und nicht für ein heidnisches Kultbild. So bewahrte der falsche Name die Säule vor der Zerstörung – und sorgte dafür, dass wir sie heute noch in ihrer ursprünglichen Gestalt bewundern können.

Was sind die Sphingen am Fuß der Säule?

Am Fuß der Pompejussäule liegen zwei Sphingen aus Granit – Mischwesen mit Löwenkörper und Menschenkopf, ein klassisches Motiv der altägyptischen Kunst. Sie stammen ursprünglich nicht aus römischer Zeit, sondern wurden hierher umgesetzt, und unterstreichen den ägyptisch-griechisch-römischen Charakter des Ortes. Auch ein „Nilometer“ und Reste unterirdischer Galerien zeugen davon, dass hier einst ein großer Tempelkomplex stand.

Was kann man heute am Ort besichtigen?

Die Hauptattraktion ist natürlich die Säule selbst, doch auch das umliegende Gelände lohnt den Rundgang. Du siehst die freigelegten Fundamente des Serapeums, die beiden Sphingen, Granitfragmente und unterirdische Gänge, in denen einst Kultbilder und Schriftrollen verwahrt wurden. Tafeln erläutern die Geschichte des Ortes. Insgesamt ist es ein überschaubares, aber atmosphärisches Freilichtareal.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Für die Pompejussäule und das Serapeum-Gelände reichen 30 bis 45 Minuten völlig aus. Da die Katakomben von Kom el-Schukafa nur wenige Gehminuten entfernt liegen, bietet es sich an, beide Stätten zu einem Halbtagesausflug zu verbinden. Wer das antike Alexandria erkunden möchte, kann zusätzlich das Römische Theater und das Griechisch-Römische Museum einplanen.

Wann hat die Pompejussäule geöffnet?

Die Stätte ist in der Regel täglich geöffnet, meist von etwa 9 bis 17 Uhr; im Sommer sind die Zeiten oft etwas länger, an religiösen Feiertagen kann es Abweichungen geben. Da sich Öffnungszeiten in Ägypten kurzfristig ändern können, lohnt sich vor dem Besuch ein kurzer Blick auf aktuelle Angaben oder eine Nachfrage im Hotel. Der frühe Vormittag ist wegen des Lichts und der kühleren Temperaturen ideal.

Was kostet der Eintritt?

Der Eintritt zur Pompejussäule ist im Vergleich zu den großen Stätten in Luxor oder Gizeh günstig. Für die Katakomben von Kom el-Schukafa fällt ein separates Ticket an. Wie überall in Ägypten zahlen Ausländer mehr als Einheimische, und für die Fotografie kann ein gesondertes Ticket nötig sein. Halte am besten ägyptisches Bargeld in kleinen Scheinen bereit, da nicht überall mit Karte gezahlt werden kann.

Wie kommt man zur Pompejussäule?

Die Säule liegt im Südwesten Alexandrias und ist vom Stadtzentrum aus bequem per Taxi oder Fahrdienst-App in 15 bis 20 Minuten erreichbar. Vereinbare den Fahrpreis vorab oder nutze einen App-Dienst mit Festpreis. Viele organisierte Stadtrundfahrten durch das antike Alexandria steuern die Pompejussäule und die Katakomben gemeinsam an, was die Anreise besonders einfach macht.

Lässt sich die Pompejussäule mit den Katakomben verbinden?

Ja, und genau das empfiehlt sich. Die Katakomben von Kom el-Schukafa – eine mehrstöckige unterirdische Grabanlage aus römischer Zeit – liegen nur einen kurzen Spaziergang entfernt und gehören zu den faszinierendsten Monumenten Alexandrias. Die Kombination aus oberirdischer Triumphsäule und unterirdischer Totenstadt macht den Stadtteil Karmuz zu einem der lohnendsten antiken Ziele der Stadt.

Welche anderen Sehenswürdigkeiten gibt es in der Nähe?

Alexandria bietet weit mehr als die Pompejussäule. Im Stadtzentrum locken die moderne Bibliotheca Alexandrina, die an die antike Bibliothek erinnert, sowie die Festung Qaitbay an der Stelle des einstigen Leuchtturms, eines der Sieben Weltwunder. Hinzu kommen das Römische Theater von Kom el-Dikka und die lebhafte Corniche am Mittelmeer. Eine Übersicht aller Highlights findest du in unserem Bereich Sehenswürdigkeiten und Attraktionen.

Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch?

Alexandria liegt am Mittelmeer und ist daher milder als das Landesinnere. Angenehm sind die Monate von Oktober bis April mit moderaten Temperaturen. Im Sommer kann es feuchtwarm werden, der Mittelmeerwind sorgt aber für etwas Abkühlung. Für die Besichtigung der schattenlosen Säule und des Serapeum-Geländes empfiehlt sich der frühe Vormittag oder der späte Nachmittag.

Lohnt sich ein Besuch der Pompejussäule?

Auf jeden Fall. Wer sich für die Antike interessiert, sollte das größte erhaltene Baudenkmal Alexandrias nicht auslassen. Die Säule beeindruckt durch ihre schiere Größe und ihre Geschichte, und der Ort verbindet römische, griechische und ägyptische Kultur auf engstem Raum. In Kombination mit den Katakomben und einem Bummel an der Corniche entsteht ein abwechslungsreicher Tag im historischen Alexandria.

Wie ordnet sich Alexandria in die Geschichte Ägyptens ein?

Alexandria wurde 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet und stieg zur bedeutendsten griechischen Stadt Ägyptens auf – Hauptstadt der Ptolemäer, Sitz der berühmten Bibliothek und später wichtige Provinzstadt des römischen Reiches. Die Pompejussäule stammt aus dieser römischen Epoche. Mehr über die Götterwelt, die im Serapeum verehrt wurde, erfährst du auf unserer Seite zu den ägyptischen Göttern.

Welche praktischen Tipps gibt es für den Besuch?

Trage feste Schuhe, da der Boden uneben und steinig ist, und denke an Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser – auf dem Gelände gibt es kaum Schatten. Kleines Bargeld ist für Eintritt, Trinkgelder und Souvenirs praktisch. Freundliche, aber bestimmte Antworten helfen, wenn dir vor Ort Führungen oder Waren angeboten werden. Mehr Anregungen für deine Reise findest du in unserem Bereich Ägypten Urlaub.

Touren in Alexandria

Geführte Tagesausflüge und Touren rund um Alexandria – inklusive Pompejussäule, Katakomben und weiterer Highlights der antiken Mittelmeerstadt:

Die Pompejussäule auf der Karte

Die genaue Lage der Pompejussäule im Stadtteil Karmuz von Alexandria im Überblick:

Häufige Fragen zur Pompejussäule

Für wen wurde die Pompejussäule errichtet?

Nicht für Pompeius, wie der Name vermuten lässt, sondern um 297/298 n. Chr. zu Ehren des römischen Kaisers Diokletian. Der falsche Name beruht auf einem mittelalterlichen Irrtum.

Wie hoch ist die Pompejussäule?

Etwa 27 Meter inklusive Kapitell. Der monolithische Schaft aus rotem Assuan-Granit allein misst knapp 21 Meter und wiegt rund 285 Tonnen.

Wo befindet sich die Pompejussäule?

Im Südwesten Alexandrias, im Stadtteil Karmuz, auf dem Gelände des einstigen Serapeums – nur wenige Gehminuten von den Katakomben von Kom el-Schukafa entfernt.

Wie lange dauert ein Besuch?

Für Säule und Serapeum-Gelände reichen 30 bis 45 Minuten. In Kombination mit den nahen Katakomben ergibt sich ein lohnender Halbtagesausflug.

Was kostet der Eintritt?

Der Eintritt ist günstig; für die Katakomben fällt ein separates Ticket an. Bring ägyptisches Bargeld in kleinen Scheinen mit, da nicht überall Kartenzahlung möglich ist.

Quelle & weiterführende Informationen: Pompeiussäule (Wikipedia).

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