Suezkanal-Museen

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Oktober 2026 8 Min. Lesezeit
Suezkanal-Museen

Kurz erklärt: Zwei Museen erzählen am Suezkanal die Geschichte der Wasserstraße zwischen Rotem Meer und Mittelmeer: das Nationalmuseum von Suez, seit 2014 geöffnet, und das Ismailia-Museum, seit 1934 eines der ältesten regionalen Museen Ägyptens. Sie zeigen, dass schon die Pharaonen und der Perserkönig Dareios I. Kanäle gruben, lange bevor 1869 der moderne Suezkanal eröffnet wurde.

Was sind die Suezkanal-Museen?

Am Suezkanal gibt es zwei staatliche Museen, die sich der Geschichte der Wasserstraße widmen. Das Nationalmuseum in Suez erzählt die Geschichte der Stadt und ihrer Altertümer von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart, das Ismailia-Museum entstand aus den Grabungen beim Bau des Kanals. Wer den Kanal nur als Schiffsroute kennt, bekommt hier den Zusammenhang: Er verbindet das Rote Meer mit dem Mittelmeer, und die Idee, den Nil und das Rote Meer zu verbinden, ist viel älter als das 19. Jahrhundert.

Die Museen liegen abseits der klassischen Urlaubsorte. Sie lohnen sich für Reisende mit Interesse an Geschichte und Seehandel, die sich zwischen den Pyramiden in Kairo und den Stränden am Roten Meer Zeit nehmen.

Wie entstand das Nationalmuseum Suez?

Die Idee entstand, nachdem das ältere Museum der Stadt im Krieg von 1967 eingestürzt war. Seine Sammlung kam in die Magazine des Ägyptischen Museums am Tahrir-Platz in Kairo. Das neue Nationalmuseum sollte ein Kulturzentrum und eine Sehenswürdigkeit werden, die die Geschichte des Suezkanals beleuchtet. Offiziell für Besucher geöffnet wurde es 2014. Das Kairoer Haus stellt die Seite zum Ägyptischen Museum vor.

Das Museum hat zwei Etagen, die durch eine offene Ausstellungshalle getrennt sind. In ihr stehen Säulen in verschiedenen griechischen, römischen und islamischen Stilen. Die Geschichte der Stadt Suez und ihrer Altertümer reicht in der Ausstellung von der Vorgeschichte bis in die Moderne.

Welche Themen zeigt die Ausstellung?

Die Ausstellung behandelt den Bau des Suezkanals ebenso wie andere Kanäle und ihre Rolle im Seehandel. Als Beispiel steht der „Kanal der Pharaonen“, den Necho II. graben ließ. Weitere Themen sind Bergbau und Schiffbau, Ägyptens Handelsbeziehungen und die wichtige Rolle von Suez für die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch). Suez war damit nicht nur Hafen für Waren, sondern auch Durchgangsort für Pilger; Hintergründe zum Glauben bietet die Seite zu Religion und Glaube.

Ein Saal ist besonders sehenswert: der Mumifizierungssaal. Er bildet das Innere eines Friedhofs nach und stellt den gesamten Ablauf der Mumifizierung dar, mit Werkzeugen, Votivtafeln, Opfertischen und mehreren bunten Särgen sowie der Mumie eines Priesters mit Zauberspruch. Wer mehr über das Verfahren erfahren möchte, liest die Seite zum Mumifizierungsmuseum in Luxor.

Welche Stücke fallen besonders auf?

Zu den auffälligsten Stücken gehört eine Statue von König Senwosret III. aus dem Mittleren Reich (12. Dynastie). Das Museum besitzt außerdem eine Stele des persischen Königs Dareios I. Sie ist eine von vier Stelen, die er entlang des Kanals zwischen Nil und Rotem Meer zur Erinnerung an dessen Aushebung aufstellen ließ. Die Stelen halten fest, dass schon in der Antike eine Wasserstraße zwischen dem Fluss und dem Meer gegraben wurde. Die Epochen ordnet die Seite zur Geschichte Ägyptens ein.

Im Garten steht ein moderner Nachbau eines Schiffes aus der Zeit der Hatschepsut (Neues Reich, 18. Dynastie), wie es die Königin zu Handelsfahrten in ferne Länder ausschickte. Mehr zur Königin finden Sie beim Hatschepsut-Tempel. Zum Museum gehören außerdem eine Bibliothek und ein Aktivitätszentrum, in dem Bildungsprogramme und Veranstaltungen stattfinden.

Was ist das Ismailia-Museum?

Das Museum für Altertümer in Ismailia wurde 1934 erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet und ist eines der ältesten regionalen Museen Ägyptens. Seine Entstehung hängt mit dem Bau des Suezkanals (1859 bis 1869) zusammen. Der französische Archäologe Jean Clédat grub an Stätten rund um den Kanal und in Nordsinai. Alle Grabungen wurden damals von der Internationalen Suezkanal-Gesellschaft finanziert und unterstützt und standen unter der Aufsicht von Maspero, dem Direktor der ägyptischen Altertümerverwaltung. Als sich die Funde häuften, entstand der Gedanke, einen Ort für sie einzurichten, und aus dem Schriftwechsel zwischen Clédat und Ferdinand de Lesseps ging die Museumsidee hervor.

Am 13. Februar 1934 wurde das Museum offiziell eingeweiht, am 4. März desselben Jahres öffnete es für Besucher. Es liegt im Stadtteil Khan el-Franj, einem der alten Viertel von Ismailia.

In welche Epochen führen die Stücke?

Die Statue Senwosrets III. gehört in das Mittlere Reich, das von etwa 2055 bis 1650 v. Chr. dauerte; Senwosret III. regierte etwa von 1874 bis 1855 v. Chr. In dieser Zeit wurden große Landgewinnungsprojekte im Fayum angelegt: Kanäle wurden gegraben, ein Teil des Sees trockengelegt und das Land für die Landwirtschaft gewonnen. Wasserbau gehörte also schon damals zu den Aufgaben der Könige.

Die Stele des Dareios I. führt in die Perserzeit. Die 27. Dynastie besteht aus den persischen Herrschern; ihr Anfang war die Niederlage des Saitenkönigs Psammetich III. gegen den Perserkönig Kambyses (526 bis 525 v. Chr.). Die Periode war wohlhabend, doch die Ägypter strebten nach Unabhängigkeit und erhoben sich, wann immer es möglich war. Dem ging die Spätzeit unter Psammetich I. (664 bis 610 v. Chr.) voraus, als Ägypten wieder eine Großmacht war: Der Handel blühte, und Häfen an und nahe dem Mittelmeer füllten die Staatskasse, wobei griechische Kaufleute und Handwerker eine besonders wichtige Rolle spielten. Die zweite persische Besatzung, die später kam, dauerte nur zehn Jahre und war weniger tolerant als die erste. Der Hatschepsut-Nachbau schließlich gehört zum Neuen Reich: Die Königin schickte solche Schiffe auf Handelsfahrten in ferne Länder. Die Ausstellung spannt damit über Jahrtausende einen Bogen vom Handel auf dem Wasser.

Wie wurde der Kanal gefeiert und erinnert?

2019 feierte Ägypten 150 Jahre Suezkanal (1869 bis 2019). Die Feier fand im neuen Hafen von Ismailia statt, östlich des Kanals; eine Dokumentation zeigte die Etappen des Kanals seit seiner Entstehung und seine Bedeutung für den Seehandel. Das erste Verwaltungsgebäude der Suezkanal-Behörde in Ismailia wurde zum 150. Jubiläum für ein Museum zur Geschichte des Kanals restauriert.

Eine Spur der Eröffnung von 1869 liegt in Kairo: Im Museum der königlichen Kutschen in Bulak steht die Prunkkutsche Alay, ein Geschenk von Kaiser Napoleon III. und Kaiserin Eugénie an Khedive Ismail zur Eröffnung des Suezkanals. König Faruk ließ sie restaurieren und nutzte sie 1942 bei der Eröffnung des Parlaments.

Was liegt sonst in der Nähe der Wasserstraße?

Östlich von Port Said liegt Tell el-Farama, eine der Stationen auf dem Weg der Heiligen Familie. Von dort führte die Route durch das Nildelta, über Tell Basta in der Provinz Scharkija, nach Samannud und weiter nach Wadi Natrun. Die Seite zu Tell Basta stellt diese Station ausführlich vor, die Seite zum Koptischen Kairo die Kirchen der koptischen Gemeinde in der Hauptstadt.

Wie besuchen Sie das Nationalmuseum Suez?

Das Museum ist täglich von 9 bis 15 Uhr geöffnet, die Kasse schließt um 14 Uhr (Stand: Oktober 2026); im Ramadan gelten dieselben Zeiten. Freien Eintritt haben ägyptische Senioren ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderung, Waisenkinder, angemeldete Schulklassen und Kinder unter sechs Jahren. Zur Ausstattung gehören Aufzug, Bibliothek, Parkplatz, Café und ein rollstuhlgerechter Eingang.

Im Museum dürfen Ausstellungsstücke und Vitrinen nicht berührt werden. Essen und Getränke sind in den Galerien nicht erlaubt, kleine Wasserflaschen ausgenommen; Rauchen ist verboten. Private Erinnerungsfotos ohne Blitz sind erlaubt, Stative und Einbeinstative nur für genehmigte kommerzielle Aufnahmen. Große Rucksäcke, Gepäck und Pakete über 40 mal 40 Zentimeter, Regenschirme und scharfe Gegenstände müssen in die Garderobe. Kinder müssen immer von einem Erwachsenen begleitet werden, und Tiere sowie Musikinstrumente dürfen nicht mit hinein.

Geheimtipp: Gehen Sie im Nationalmuseum Suez zuerst in den Mumifizierungssaal, der das Innere eines Friedhofs nachbildet, und danach in den Garten zum Nachbau des Schiffes aus der Zeit der Hatschepsut. Der Kontrast zwischen Totenkult und Seehandel zeigt, wie viel die Stadt am Roten Meer schon in der Antike bedeutete.
Von der Küste ins Land: Das Rote Meer stellt die Seite zum Roten Meer vor, das Mittelmeer die Seite zum Mittelmeer. Auf dem Weg der Heiligen Familie lag auch Tell Basta.

Häufige Fragen zu den Suezkanal-Museen

Wo liegen die Suezkanal-Museen?

Das Nationalmuseum in der Stadt Suez und das Ismailia-Museum im Viertel Khan el-Franj in Ismailia.

Wann wurde das Nationalmuseum Suez eröffnet?

2014. Der Anstoß war der Einsturz des älteren Museums im Krieg von 1967.

Was ist der Kanal der Pharaonen?

Ein Kanal, den Necho II. graben ließ. Er gehört zu den Kanälen, deren Rolle im Seehandel das Nationalmuseum Suez erklärt.

Wann wurde das Ismailia-Museum eröffnet?

Die Einweihung war am 13. Februar 1934, für Besucher öffnete es am 4. März 1934.

Wann hat das Nationalmuseum Suez geöffnet?

Täglich von 9 bis 15 Uhr, die Kasse schließt um 14 Uhr (Stand: Oktober 2026).

Wer war Dareios I. am Suezkanal?

Der persische König ließ vier Stelen entlang des Kanals zwischen Nil und Rotem Meer aufstellen; eine davon besitzt das Nationalmuseum Suez.

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