Tal der Könige

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 9 Min. Lesezeit
Tal der Könige

Kurz erklärt: Das Tal der Könige am Westufer von Luxor war die Begräbnisstätte der Pharaonen des Neuen Reiches. In über 60 in den Fels geschlagenen Gräbern – darunter das des Tutanchamun – ließen sich Könige wie Ramses und Sethos bestatten. Bunte Wandmalereien machen es zu einem Höhepunkt jeder Ägyptenreise.

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Lage von Tal der Könige in Ägypten

Was ist das Tal der Könige?

Das Tal der Könige ist eine abgelegene Felsschlucht am Westufer von Luxor, in der die Pharaonen des Neuen Reiches über rund 500 Jahre hinweg ihre letzte Ruhe fanden. Statt sichtbarer Pyramiden wählten die Könige nun verborgene, tief in den Fels getriebene Gräber, um sie vor Grabräubern zu schützen. In über 60 Anlagen wurden Herrscher wie Tutanchamun, Sethos I. und mehrere Ramses-Pharaonen bestattet. Die Wände sind mit farbenprächtigen Szenen und Texten aus den altägyptischen Jenseitsbüchern geschmückt, die dem Toten den Weg ins Reich der Götter weisen sollten. Zusammen mit den nahen Totentempeln bildet das Tal eine der bedeutendsten archäologischen Landschaften der Welt und gehört zum UNESCO-Welterbe von Theben.

Warum wurden die Pharaonen hier bestattet?

Mit dem Beginn des Neuen Reiches gaben die Pharaonen den auffälligen Pyramidenbau auf. Die Pyramiden von Gizeh hatten gezeigt, dass weithin sichtbare Grabmäler Grabräuber geradezu anlockten. Deshalb verlegte man die Königsgräber in ein verstecktes Tal hinter den thebanischen Bergen, dessen markanter pyramidenförmiger Gipfel, die Spitze el-Qurn, ohnehin an die heilige Pyramidenform erinnerte. Die Lage am Westufer war bewusst gewählt: Der Westen galt als Reich des Totengottes und der untergehenden Sonne. Wächter und Arbeiter aus dem nahen Dorf Deir el-Medina bauten und überwachten die Gräber. Trotz aller Vorsicht wurden die meisten schon in der Antike ausgeraubt – einzig das Grab des Tutanchamun blieb weitgehend unberührt.

Wie viele Gräber gibt es im Tal der Könige?

Bislang sind über 60 Gräber entdeckt und nummeriert, von schlichten Schächten bis zu weitläufigen, reich ausgemalten Anlagen mit langen Gängen und mehreren Kammern. Die Bezeichnung folgt dem Kürzel KV für „Kings’ Valley“ und einer fortlaufenden Nummer, etwa KV62 für das Grab des Tutanchamun. Nicht alle Gräber sind gleichzeitig zugänglich: Aus Schutzgründen wechselt die Auswahl der geöffneten Gräber regelmäßig, damit sich der Andrang verteilt und die empfindlichen Malereien geschont werden. Manche besonders bedeutende Gräber wie das des Sethos I. oder das des Tutanchamun erfordern ein eigenes Ticket. So bleibt das Tal lebendig, denn bei jedem Besuch lassen sich andere Anlagen entdecken. Welche Gräber gerade offen sind, erfährst du vor Ort an der Ticketkontrolle.

Welche Gräber solltest du dir ansehen?

Zu den eindrucksvollsten zählen die großen Ramessidengräber mit ihren tiefen Gängen und außergewöhnlich gut erhaltenen Farben, etwa das Grab Ramses’ VI. mit seiner astronomischen Decke. Auch das Grab Sethos’ I. gilt als künstlerischer Höhepunkt, ist aber nur mit Sonderticket zu sehen. Das weltberühmte Grab des Tutanchamun (KV62) ist vergleichsweise klein und schlicht, fasziniert aber durch seine Geschichte und die Mumie des jungen Königs. Da die geöffneten Gräber rotieren, lohnt es sich, vor Ort nach den aktuell besonders sehenswerten Anlagen zu fragen. Plane Zeit für mindestens drei bis vier Gräber ein, um Stile und Epochen zu vergleichen. Ein guter Reiseleiter hilft dir, die Bildprogramme zu deuten und die Höhepunkte gezielt anzusteuern.

Welche Bedeutung haben die Wandmalereien in den Gräbern?

Die farbenprächtigen Bilder an Wänden und Decken sind kein bloßer Schmuck, sondern religiöse Texte und Szenen, die dem toten König den Weg ins Jenseits sichern sollten. Aus den altägyptischen Jenseitsbüchern – etwa dem Amduat oder dem Pfortenbuch – schildern sie die nächtliche Reise des Sonnengottes durch die Unterwelt, vorbei an Toren, Dämonen und Prüfungen, bis zur Wiedergeburt am Morgen. Der Pharao verschmilzt in diesen Darstellungen mit dem Sonnengott und überwindet so den Tod. Hinzu kommen Anrufungen an ägyptische Götter und kunstvolle astronomische Decken mit Sternbildern. Dass die Farben nach über 3.000 Jahren noch leuchten, verdanken wir dem trockenen Wüstenklima und den lange versiegelten Kammern. Für die Forschung sind diese Malereien eine unschätzbare Quelle zum Glauben der alten Ägypter.

Was hat es mit dem Grab des Tutanchamun auf sich?

Das Grab des Tutanchamun wurde 1922 vom britischen Archäologen Howard Carter nahezu unberührt entdeckt – eine Sensation, denn fast alle anderen Königsgräber waren längst geplündert. Im Inneren fanden sich Tausende Beigaben, darunter die berühmte goldene Totenmaske, vergoldete Schreine und kostbarer Schmuck. Diese Schätze machten den ansonsten eher unbedeutenden jungen Pharao weltberühmt und prägen bis heute das Bild des „Goldes der Pharaonen“. Die Funde sind heute in den großen Kairoer Museen zu sehen, während im Grab selbst die Mumie Tutanchamuns in klimatisierter Vitrine ruht. Der Besuch des Grabes erfordert ein Extraticket. Auch wenn die Kammer klein ist, ist es ein besonderes Gefühl, am Ort der berühmtesten archäologischen Entdeckung Ägyptens zu stehen.

Was kostet der Eintritt und welche Tickets gibt es?

Der Zugang ist gestaffelt: Mit dem Grundticket darfst du eine festgelegte Zahl von Gräbern besuchen, üblich sind drei aus der jeweils geöffneten Auswahl. Für besonders bedeutende Gräber wie das des Tutanchamun, Sethos’ I. oder Ramses’ VI. werden separate Sondertickets verlangt. Wer fotografieren möchte, benötigt je nach Regelung ein zusätzliches Fototicket. Die Preise sind in ägyptischen Pfund ausgewiesen und werden regelmäßig angepasst, deshalb prüfst du sie am besten kurz vor der Reise oder fragst deinen Veranstalter. Tickets kaufst du am zentralen Besucherzentrum am Eingang des Tals; von dort bringt dich ein kleiner Bahnhof-Shuttle näher an die Gräber. Plane zusätzlich etwas Kleingeld für Trinkgelder ein, die für kleine Hilfen erwartet werden.

Wie kommst du zum Tal der Könige?

Das Tal liegt am Westufer gegenüber der Stadt Luxor. Von dort setzt du mit einem Boot oder über die Brücke ans Westufer über und fährst die letzten Kilometer per Taxi oder im Rahmen einer Tour. Sehr verbreitet ist der Besuch im Zuge einer geführten Westufer-Tour, die Tal der Könige, den Hatschepsut-Tempel und die Memnon-Kolosse zu einem Halbtagesausflug bündelt. Wer eine Nilkreuzfahrt macht, hat das Tal fast immer im Ausflugsprogramm, da die Schiffe in Luxor anlegen. Achte darauf, früh aufzubrechen, denn am Vormittag sind sowohl Temperatur als auch Andrang am angenehmsten. Ein ortskundiger Fahrer oder Guide erleichtert die Organisation deutlich.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Wie überall in Oberägypten gilt: je früher am Tag, desto besser. Das Tal der Könige ist eine schattenlose, von Fels umschlossene Senke, in der sich die Hitze staut – am frühen Morgen ist es deutlich erträglicher und auch weniger überlaufen. Bezogen auf die Jahreszeit sind die Monate Oktober bis April ideal, weil die Temperaturen in Luxor dann moderater bleiben; die Sommermonate können extrem heiß werden. Plane den Besuch möglichst gleich nach Öffnung und meide die Mittagsstunden in den engen, warmen Grabgängen. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz und feste Schuhe sind Pflicht. Details zur passenden Saison findest du in unserem Überblick zur besten Reisezeit für Ägypten.

Was gibt es am Westufer sonst noch zu sehen?

Das Westufer von Luxor ist eine einzige große Totenlandschaft und bietet weit mehr als das Tal der Könige. Gleich in der Nähe liegt der terrassenförmige Hatschepsut-Tempel, der sich spektakulär an die Felswand schmiegt. Die beiden gewaltigen Memnon-Kolosse markieren den einstigen Eingang eines verschwundenen Totentempels. Wer mehr Zeit hat, besucht das benachbarte Tal der Königinnen mit dem berühmten Grab der Nofretari, das Arbeiterdorf Deir el-Medina oder weitere Totentempel wie das Ramesseum. Am Ostufer warten zudem die großen Tempel von Karnak und Luxor. So lässt sich Luxor leicht zu einem mehrtägigen Programm rund um das pharaonische Erbe ausbauen – nicht umsonst gilt die Stadt als das größte Freilichtmuseum der Welt.

Welche praktischen Tipps solltest du beachten?

Die engen Grabgänge sind warm, staubig und teils steil – atmungsaktive Kleidung, festes Schuhwerk und ausreichend Wasser helfen, den Besuch angenehm zu gestalten. Fotografieren ist in vielen Gräbern erlaubt, oft jedoch nur mit Fototicket und ohne Blitz, da Licht die jahrtausendealten Farben schädigt; achte auf die Hinweise vor Ort. Berühre die Wände nicht, denn Hautfett trägt zur Verwitterung der Malereien bei. Halte Kleingeld für Trinkgelder bereit, etwa für die Grabwächter. Ein guter Reiseleiter ist Gold wert, weil er die Bildprogramme erklärt und dir hilft, die lohnendsten Gräber auszuwählen. Mit etwas Vorbereitung und Respekt vor den empfindlichen Denkmälern wird der Besuch zu einem der eindrucksvollsten Momente deiner Reise.

Du planst deine Reise? Im Reiseführer zu Luxor entdecken findest du Orte, Hotels und passende Angebote. Ausführliche Hintergründe bietet der Wikipedia-Artikel zu Tal der Könige.

Häufige Fragen zum Thema Tal der Könige in Luxor

Ist das Grab des Tutanchamun im Standardticket enthalten?

Nein. Das Grab des Tutanchamun (KV62) erfordert ein eigenes Sonderticket, das zusätzlich zum Grundeintritt für die drei regulären Gräber gelöst wird. Gleiches gilt für einige andere Top-Gräber wie das Sethos’ I.

Darf man im Tal der Könige fotografieren?

In vielen Gräbern ist Fotografieren mittlerweile erlaubt, meist jedoch nur mit einem zusätzlichen Fototicket und ohne Blitz. Die Regeln können sich ändern und je Grab unterscheiden – achte auf die Aushänge und Anweisungen der Wächter.

Wie viele Gräber kann man an einem Tag besuchen?

Mit dem Grundticket sind in der Regel drei Gräber vorgesehen, dazu kommen optional die Sondertickets. Für drei bis vier Gräber inklusive Wegezeiten solltest du rund zwei bis drei Stunden einplanen.