Tal der Königinnen

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: September 2026 7 Min. Lesezeit
Tal der Königinnen

Kurz erklärt: Das Tal der Königinnen am Westufer von Luxor war die Begräbnisstätte der Königinnen und Königskinder des Neuen Reiches. In rund 90 Felsgräbern wurden Gemahlinnen und Prinzen bestattet – das schönste ist das prachtvoll bemalte Grab der Nefertari, der Lieblingsfrau Ramses’ II. Es gilt als das farbenprächtigste Grab ganz Ägyptens.

Das Tal der Könige kennt fast jeder – doch nur wenige Schritte entfernt liegt sein weniger bekanntes, aber mindestens ebenso lohnendes Gegenstück: das Tal der Königinnen. Hier ruhten die Gemahlinnen der Pharaonen und ihre Kinder, und hier befindet sich mit dem Grab der Nefertari eines der größten Meisterwerke der altägyptischen Malerei. Diese Seite erklärt die Geschichte des Tals, seine schönsten Gräber und wie man den Besuch am besten mit den übrigen Zielen des Westufers verbindet.

Wo liegt das Tal der Königinnen?

Das Tal der Königinnen liegt am Westufer des Nils gegenüber von Luxor, im Süden der thebanischen Nekropole und nahe dem Tempel von Medinet Habu. Vom Zentrum Luxors erreicht man das Westufer über die Nilbrücke; die Gräberfelder liegen anschließend nah beieinander. Wer das Tal der Könige besucht, sollte das Tal der Königinnen unbedingt einplanen – beide gehören zur selben weitläufigen Totenstadt von Luxor und lassen sich gut an einem Vormittag verbinden.

Wer wurde hier bestattet?

Anders als im Tal der Könige, das den Pharaonen vorbehalten war, diente das Tal der Königinnen der Bestattung königlicher Frauen und Kinder. Sein altägyptischer Name Ta-Set-Neferu bedeutet „Ort der Schönheit“ oder „Ort der Königskinder“. Vor allem in der 19. und 20. Dynastie ließen sich hier Gemahlinnen großer Pharaonen und ihre Söhne beisetzen. Die Gräber sind meist kleiner als die der Könige, dafür aber oft von besonders feiner und farbiger Ausmalung – ein intimer, persönlicher Gegenpol zur monumentalen Welt der Königsgräber.

Was macht das Grab der Nefertari so berühmt?

Das mit Abstand berühmteste Grab ist jenes der Nefertari, der Lieblingsgemahlin Ramses’ II. Seine Wandmalereien gelten als die schönsten des gesamten alten Ägypten und werden gern als „Sixtinische Kapelle der Antike“ bezeichnet. In leuchtenden Farben zeigen sie die Königin im Beisein der Götter auf ihrem Weg ins Jenseits, umgeben von Sternenhimmeln und Hieroglyphen von makelloser Klarheit. Nach einer aufwendigen Restaurierung ist das Grab wieder zugänglich – allerdings nur mit einem teuren Sonderticket und für eine streng begrenzte Zeit, um die empfindlichen Malereien zu schützen.

Welche weiteren Gräber lohnen sich?

Auch abseits der Nefertari gibt es Eindrucksvolles zu sehen. Besonders sehenswert sind die Gräber der jung verstorbenen Söhne Ramses’ III., etwa jenes des Prinzen Amunherchepeschef, dessen Wände in kräftigen Farben zeigen, wie der Vater den Sohn den Göttern vorstellt. Diese Kindergräber berühren durch ihre Unmittelbarkeit und ihre hervorragend erhaltenen Reliefs. Da nur ein Teil der rund 90 Gräber für Besucher geöffnet ist und sich die Auswahl ändern kann, lohnt sich vor Ort ein Blick, welche Gräber gerade zugänglich sind.

Wie unterscheidet sich das Tal der Königinnen vom Tal der Könige?

Beide Täler liegen nah beieinander, unterscheiden sich aber im Charakter. Das Tal der Könige beherbergt die großen, tief in den Fels getriebenen Pharaonengräber mit ihren langen Gängen. Das Tal der Königinnen ist kleiner und intimer, seine Gräber sind oft farbiger und persönlicher gestaltet. Wer beide besucht, erhält ein vollständiges Bild der thebanischen Bestattungskultur – von der monumentalen Herrscherwelt bis zu den kunstvollen Gräbern der königlichen Familie.

Wie plant man den Besuch praktisch?

Der Eintritt ins Tal der Königinnen erfolgt über ein Grundticket, das den Besuch mehrerer geöffneter Gräber erlaubt; das Grab der Nefertari erfordert ein separates, deutlich teureres Sonderticket mit begrenzter Aufenthaltsdauer. Fotografieren ist teils gegen Gebühr und ohne Blitz gestattet, die Regeln können sich je Grab unterscheiden. Am angenehmsten ist der frühe Morgen, wenn es noch kühl und ruhig ist. Feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz gehören wie überall am Westufer dazu.

Wie verbindet man das Tal mit anderen Zielen?

Das Tal der Königinnen liegt auf derselben Route wie die übrigen großen Ziele des Westufers. Ideal lässt es sich mit dem Hatschepsut-Tempel, den Memnon-Kolossen und dem Tal der Könige zu einem vollen, aber unvergesslichen Tag am Westufer verbinden. Auf dem Ostufer ergänzen der Karnak-Tempel und der Luxor-Tempel das Bild der antiken Stadt Theben.

Warum lohnt sich der Besuch?

Das Tal der Königinnen bietet mit dem Nefertari-Grab eines der absoluten Highlights Ägyptens und ist zugleich meist ruhiger als das berühmte Nachbartal. Wer sich für altägyptische Kunst und die Menschen hinter den großen Pharaonen interessiert, findet hier einen bewegenden, sehr persönlichen Ort. Die Kombination aus überschaubarer Größe, herausragender Malerei und der Nähe zu den übrigen Sehenswürdigkeiten macht das Tal zu einem lohnenden Baustein jeder Reise nach Oberägypten. Ein kleiner Geheimtipp: Wer das Nefertari-Grab sehen möchte, sollte das Sonderticket früh am Morgen lösen, da die Besucherzahl pro Tag begrenzt ist.

Wie wurde das Grab der Nefertari entdeckt und gerettet?

Das Grab der Nefertari wurde 1904 von dem italienischen Ägyptologen Ernesto Schiaparelli entdeckt. Schon damals staunten die Forscher über die außergewöhnlich gut erhaltenen Farben. Über die Jahrzehnte setzten jedoch Salzausblühungen und Feuchtigkeit den Malereien zu, sodass das Grab lange geschlossen blieb. In den 1980er- und 1990er-Jahren führte ein internationales Restaurierungsprojekt eine der aufwendigsten Wandmalerei-Rettungen der Geschichte durch und stabilisierte die empfindlichen Bilder. Seither ist das Grab wieder zugänglich – allerdings unter strengen Auflagen, die genau diese bewahrende Arbeit schützen sollen. Diese Geschichte macht begreiflich, warum der Zugang begrenzt und das Sonderticket vergleichsweise teuer ist.

Wie ordnet sich das Tal in die Nekropole von Theben ein?

Das Tal der Königinnen ist Teil der riesigen Totenstadt am Westufer von Theben, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Dazu gehören das Tal der Könige, die großen Totentempel wie Medinet Habu und das Ramesseum, die Arbeitersiedlung von Deir el-Medina sowie unzählige Beamtengräber. Die Ägypter wählten das Westufer bewusst: Dort, wo die Sonne unterging, sollten auch die Toten ihren Weg ins Jenseits antreten. Das Tal der Königinnen fügt diesem gewaltigen Ensemble die Perspektive der königlichen Familie hinzu und macht die Nekropole erst vollständig. Wer mehrere dieser Stätten besucht, versteht die enge Verbindung von Landschaft, Religion und Herrschaft im alten Ägypten. So wird das Tal der Königinnen nicht als isolierte Sehenswürdigkeit erlebt, sondern als ein Baustein jener großartigen Totenlandschaft, die Theben bis heute zu einem der bedeutendsten archäologischen Orte der Welt macht. Wer die Zeit mitbringt und das Nefertari-Grab erlebt, nimmt einen der intensivsten Eindrücke mit, die eine Reise nach Oberägypten überhaupt bereithält.

Häufige Fragen zum Thema Tal der Königinnen

Wer wurde im Tal der Königinnen bestattet?

Vor allem königliche Frauen und Kinder des Neuen Reiches – Gemahlinnen der Pharaonen und deren Söhne, besonders aus der 19. und 20. Dynastie.

Ist das Grab der Nefertari im Standardticket enthalten?

Nein. Das Nefertari-Grab (QV66) erfordert ein eigenes, deutlich teureres Sonderticket, und der Aufenthalt ist zeitlich begrenzt, um die Malereien zu schützen.

Was ist am Nefertari-Grab so besonders?

Seine Wandmalereien gelten als die schönsten des alten Ägypten und werden als „Sixtinische Kapelle der Antike“ bezeichnet – von außergewöhnlicher Farbigkeit und Klarheit.

Kann man Tal der Könige und Tal der Königinnen zusammen besuchen?

Ja, beide liegen nah beieinander am Westufer von Luxor und lassen sich gut an einem Vormittag verbinden, oft ergänzt um den Hatschepsut-Tempel und die Memnon-Kolosse.

Wann ist die beste Besuchszeit?

Der frühe Morgen von Oktober bis April – dann ist es kühl und ruhig. Für das Nefertari-Grab empfiehlt sich ein früher Ticketkauf wegen der begrenzten Besucherzahl.

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