Kurz erklärt: Meeresschildkröten begegnest du in Ägypten am zuverlässigsten an den Seegraswiesen von Abu Dabbab und Marsa Mubarak nahe Marsa Alam. Dort grasen vor allem Suppen- und Karettschildkröten in flachem Wasser. Sichtungen sind nie garantiert, aber gut möglich, wenn du ruhig schnorchelst und genug Abstand hältst.
Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026
Diese Fragen beantworten wir dir auf dieser Seite:
- Wo kannst du in Ägypten am besten mit Schildkröten tauchen?
- Welche Schildkrötenarten leben im Roten Meer?
- Wie unterscheidest du eine Schildkröte von einem Dugong?
- Welche Verhaltensregeln solltest du beim Beobachten beachten?
- Wie hoch ist die Chance, eine Schildkröte zu sehen?
- Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen mit Schildkröten?
- Solltest du schnorcheln oder tauchen, um Schildkröten zu sehen?
- Warum sind die Seegraswiesen so wichtig für Schildkröten?
- Wie kommst du zu den Schildkröten-Spots bei Marsa Alam?
Wo kannst du in Ägypten am besten mit Schildkröten tauchen?
Die zuverlässigsten Reviere für Meeresschildkröten liegen rund um Marsa Alam an der südlichen Küste des Roten Meeres. Besonders bekannt sind die geschützten Buchten von Abu Dabbab und Marsa Mubarak. Beide besitzen ausgedehnte Seegraswiesen im flachen Wasser, an denen die Tiere grasen. Weil das Seegras nah am Ufer wächst, kannst du Schildkröten oft schon beim Schnorcheln vom Strand aus beobachten. Auch andere Hausriffe entlang der Küste bieten Chancen, doch die genannten Buchten gelten als die verlässlichsten Hotspots. Plane deinen Aufenthalt am besten in der Region Marsa Alam, um beide Spots ohne lange Anfahrt zu erreichen.
Welche Schildkrötenarten leben im Roten Meer?
Im Roten Meer kommen mehrere Arten vor, doch zwei begegnen dir vor Ägypten am häufigsten: die Suppenschildkröte (Grüne Meeresschildkröte) und die Echte Karettschildkröte. Die Suppenschildkröte ernährt sich überwiegend von Seegras und hält sich deshalb gern an den Wiesen von Abu Dabbab und Marsa Mubarak auf. Die kleinere Karettschildkröte bevorzugt Korallenriffe und Schwämme und zeigt einen markant geformten Schnabel. Seltener tauchen auch Unechte Karettschildkröten auf. Alle Arten sind streng geschützt und auf intakte Lebensräume angewiesen. Eine sichere Bestimmung gelingt am besten anhand der Kopfform und der Panzerzeichnung, doch im Wasser zählt vor allem, den Tieren ruhig und mit Abstand zu begegnen.
Wie unterscheidest du eine Schildkröte von einem Dugong?
An den Seegraswiesen kursiert oft Verwirrung, weil sowohl Schildkröten als auch Dugongs (Seekühe) dort weiden. Die Unterscheidung ist jedoch eindeutig: Eine Schildkröte trägt einen festen Panzer und schwimmt mit kräftigen Flossenschlägen, während der Dugong ein großes, graues Säugetier mit walzenförmigem Körper und einer gespaltenen Fluke ist. Dugongs sind deutlich seltener und besonders empfindlich gegenüber Störungen. Triffst du auf eines dieser scheuen Tiere, gilt erst recht: großen Abstand halten, nicht verfolgen und keinesfalls den Weg versperren. Beide Arten teilen sich denselben sensiblen Lebensraum, weshalb rücksichtsvolles Verhalten im Wasser für ihren Schutz entscheidend ist.
Welche Verhaltensregeln solltest du beim Beobachten beachten?
Der Tierschutz hat immer Vorrang. Halte stets ausreichend Abstand, ungefähr zwei bis drei Meter, und nähere dich nie von oben oder von vorn. Schildkröten dürfen niemals berührt, gestreichelt oder festgehalten werden, denn die Schutzschicht ihres Panzers ist empfindlich und Stress kann sie schwächen. Füttere die Tiere unter keinen Umständen, da falsche Nahrung sie krank macht und ihr natürliches Verhalten verändert. Verzichte auf Blitzlicht und folge keinem Tier, das davonschwimmt. Wenn eine Schildkröte zum Atmen auftaucht, gib ihr freie Bahn an die Oberfläche. So bleibt deine Begegnung respektvoll und die Tiere können ungestört weiden. Organisationen wie HEPCA – Meeresschutz Rotes Meer setzen sich genau für diesen achtsamen Umgang ein.
Wie hoch ist die Chance, eine Schildkröte zu sehen?
An den klassischen Seegraswiesen von Abu Dabbab und Marsa Mubarak stehen die Chancen gut, dass du bei einem ruhigen Schnorchelgang mindestens einer Schildkröte begegnest. Garantieren lässt sich eine Sichtung jedoch nie, denn es handelt sich um wildlebende Tiere, die kommen und gehen, wie sie wollen. Deine Aussichten steigen, wenn du früh am Tag ins Wasser gehst, ruhig schwimmst und gezielt die Seegrasfelder absuchst. An manchen Tagen siehst du gleich mehrere Tiere, an anderen keines. Geduld und ein wenig Glück gehören dazu. Wer mehrere Tage einplant, erhöht die Wahrscheinlichkeit deutlich, ohne die Tiere dabei zu bedrängen.
Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen mit Schildkröten?
Schildkröten lassen sich an der südlichen Rotmeerküste ganzjährig beobachten, da sie standorttreu an ihren Seegraswiesen bleiben. Angenehm sind vor allem die Monate März bis November, wenn das Wasser warm und die Sicht oft klar ist. Die Wassertemperatur liegt je nach Saison bei etwa 22 bis 29 Grad Celsius, im Hochsommer kann die Luft sehr heiß werden. Im Winter ist das Wasser kühler, ein Neoprenanzug erhöht dann den Komfort. Da die Tiere nicht saisonal wandern, hängt die beste Zeit eher von deinem persönlichen Empfinden für Temperatur und Andrang ab als von der Sichtungschance selbst.
Solltest du schnorcheln oder tauchen, um Schildkröten zu sehen?
Für Schildkröten reicht in den meisten Fällen Schnorcheln völlig aus, denn die Seegraswiesen von Abu Dabbab und Marsa Mubarak liegen im flachen, gut einsehbaren Wasser. Du brauchst also keinen Tauchschein, um den Tieren zu begegnen. Mit Maske, Schnorchel und Flossen gleitest du leise über die Wiesen und störst die Tiere kaum. Wer einen Tauchschein besitzt, kann die Riffhänge in der Tiefe zusätzlich erkunden und trifft dort etwa auf Karettschildkröten am Korallenriff. Eine breite Übersicht zu Spots und Voraussetzungen findest du auf unserer Seite zum Tauchen in Ägypten. Egal ob über oder unter Wasser: ruhige Bewegungen und Abstand sind entscheidend.
Warum sind die Seegraswiesen so wichtig für Schildkröten?
Die Seegraswiesen sind die Speisekammer der Suppenschildkröten und zugleich Kinderstube für unzählige andere Meeresbewohner. Hier finden die Tiere ihre Hauptnahrung und verbringen einen großen Teil des Tages mit Grasen. Wird dieser Lebensraum gestört, etwa durch Ankerwürfe, aufgewirbeltes Sediment oder zu viele bedrängende Schwimmer, leiden die Tiere unmittelbar. Intakte Seegrasfelder speichern außerdem Kohlenstoff und festigen den Meeresboden. Deshalb sind viele dieser Buchten als Schutzzonen ausgewiesen. Indem du nicht auf dem Seegras stehst, keine Sedimentwolken aufwirbelst und Abstand hältst, trägst du aktiv dazu bei, dass diese sensiblen Ökosysteme und ihre Schildkröten erhalten bleiben.
Wie kommst du zu den Schildkröten-Spots bei Marsa Alam?
Ausgangspunkt ist meist ein Aufenthalt in der Region Marsa Alam, die über einen eigenen Flughafen erreichbar ist. Von vielen Hotels entlang der Küste sind Abu Dabbab und Marsa Mubarak nur eine kurze Fahrt entfernt, oft als Tagesausflug oder mit dem örtlichen Transfer organisiert. Beide Buchten lassen sich vom Strand aus erschnorcheln, ein Boot ist nicht zwingend nötig. Achte vor Ort auf ausgewiesene Schutzbereiche und Hinweisschilder, die das Verhalten im Wasser regeln. Eine kompakte Orientierung zu Anreise, Hotels und Umgebung bietet unsere Reiseübersicht zu Marsa Alam, damit du deinen Schildkröten-Ausflug entspannt planen kannst.
Häufige Fragen zu Tauchen mit Schildkröten in Ägypten
Ist Tauchen mit Schildkröten in Ägypten erlaubt?
Ja, das Beobachten ist erlaubt, solange du Abstand hältst und die Tiere nicht berührst oder fütterst. Viele Buchten sind Schutzzonen mit eigenen Verhaltensregeln.
Braucht man einen Tauchschein, um Schildkröten zu sehen?
Nein. An den flachen Seegraswiesen von Abu Dabbab und Marsa Mubarak reicht Schnorcheln aus. Ein Tauchschein lohnt sich nur für die tieferen Riffhänge.
Wie nah darf man an eine Schildkröte heran?
Halte mindestens zwei bis drei Meter Abstand, nähere dich nie von oben und gib dem Tier freie Bahn zum Auftauchen. Berühren und Füttern sind tabu.
