Tauchsafari Nordroute im Roten Meer: Wracks und Riffe

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 7 Min. Lesezeit
Tauchsafari Nordroute im Roten Meer: Wracks und Riffe

Kurz erklärt: Die Nordroute verbindet die berühmtesten Wracks und Riffe des Roten Meeres: das Munitionsschiff Thistlegorm, den Schiffsfriedhof Abu Nuhas, das Steilwand-Naturschutzgebiet Ras Mohammed und die Strömungsriffe der Tiran-Straße. Eine Tauchsafari per Liveaboard bringt dich in wenigen Tagen zu Spots, die von Land kaum erreichbar sind.

Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026

Was ist eine Tauchsafari auf der Nordroute des Roten Meeres?

Eine Tauchsafari auf der Nordroute ist eine mehrtägige Reise per Tauchschiff (Liveaboard) zu den nördlichen Top-Spots des ägyptischen Roten Meeres. Du wohnst an Bord, isst dort und steigst direkt vom Schiff ins Wasser, statt jeden Tag vom Hotel hinauszufahren. Die klassische Nordroute verbindet vier Höhepunkte: das Wrack der Thistlegorm, den Schiffsfriedhof am Abu-Nuhas-Riff, das Naturschutzgebiet Ras Mohammed an der Sinai-Südspitze und die Strömungsriffe der Tiran-Straße. Weil viele dieser Plätze fernab der Küste liegen, sind sie als Tagestour kaum erreichbar. Einen breiten Überblick zum Tauchen in Ägypten findest du im Pillar-Ratgeber.

Warum ist das Wrack der Thistlegorm so berühmt?

Die SS Thistlegorm gilt als eines der bekanntesten Wracks weltweit, weil das britische Frachtschiff 1941 mit voller Kriegsladung sank und bis heute Motorräder, Lkw, Stiefel und Munition im Rumpf zeigt. Das Wrack liegt grob zwischen 16 und 30 Metern Tiefe und lässt sich sowohl außen umrunden als auch in Teilen durchtauchen. Strömung und Tiefe machen es zu einem anspruchsvolleren Ziel, das von vielen Anbietern für erfahrenere Taucher empfohlen wird. Plane idealerweise mehrere Tauchgänge ein, um die Laderäume in Ruhe zu erkunden. Details zum Spot findest du auf der Seite zum SS-Thistlegorm-Wrack.

Was erwartet dich am Schiffsfriedhof Abu Nuhas?

Am Riff Abu Nuhas liegen mehrere historische Schiffswracks dicht beieinander, weshalb der Ort oft als Schiffsfriedhof des nördlichen Roten Meeres bezeichnet wird. Bekannt sind unter anderem die sogenannten Wracks mit Fliesen- und Holzladung, die in moderaten Tiefen ab etwa 4 bis 25 Metern liegen und teils gut bewachsen sind. Dadurch eignet sich Abu Nuhas auch für Taucher, die noch nicht sehr tief gehen möchten, während die Riffkante zusätzliche Fischvielfalt bietet. Strömung und Wellengang können wechseln, daher richtet sich die Reihenfolge der Tauchgänge nach den Bedingungen vor Ort. Mehr dazu auf der Seite zu den Abu-Nuhas-Wracks.

Was macht Ras Mohammed besonders?

Ras Mohammed ist ein Nationalpark an der Südspitze der Sinai-Halbinsel und steht für steile Riffwände, die fast senkrecht ins Blau abfallen. Besonders bekannt sind die Plätze Shark Reef und Yolanda Reef, an denen sich bei günstigen Bedingungen große Fischschwärme sammeln und gelegentlich Großfische vorbeiziehen können. Da das Gebiet als geschütztes Reservat geführt wird, gelten dort strenge Regeln zum Riffschutz, und Boote dürfen nur an ausgewiesenen Mooringbojen festmachen. Wer Wert auf Naturschutz legt, findet beim HEPCA – Meeresschutz Rotes Meer Hintergründe zum Erhalt dieser Riffe. Mehr zum Spot selbst liest du auf der Seite zu Ras Mohammed.

Was zeichnet die Tauchplätze in der Tiran-Straße aus?

Die Tiran-Straße liegt zwischen der Sinai-Küste und der Insel Tiran und ist für ihre vier großen Riffe bekannt, von denen Jackson Reef das nördlichste und meistbesuchte ist. Charakteristisch sind kräftige Strömungen, die viel Nährstoff heranführen und dadurch dichten Korallenbewuchs sowie reichlich Rifffische begünstigen. Diese Strömungen machen viele Tiran-Tauchgänge zu Drift-Dives, bei denen du dich mit der Strömung treiben lässt und vom Schiff wieder aufgenommen wirst. Wegen der Bedingungen wird hier oft etwas Taucherfahrung empfohlen. Einen genaueren Blick auf das Jackson Reef in Tiran bekommst du auf der eigenen Spot-Seite.

Wie läuft ein Tag an Bord eines Liveaboards ab?

Ein Safaritag an Bord folgt meist einem festen Rhythmus aus Tauchen, Essen und Ruhepausen. Häufig startet der erste Tauchgang früh am Morgen, gefolgt von Frühstück, einem zweiten Tauchgang am Vormittag und einem dritten am Nachmittag; an manchen Spots kommt ein Nachttauchgang hinzu. Zwischen den Tauchgängen versorgt dich die Crew mit warmen Mahlzeiten und Getränken, während das Schiff zur nächsten Position fährt. Vor jedem Tauchgang gibt es ein Briefing zu Route, Tiefe, Strömung und Sicherheitsregeln. Wichtig sind ausreichende Oberflächenpausen und ein konservatives Tauchprofil, gerade bei mehreren Tauchgängen pro Tag. So bleibt Zeit, die Eindrücke des Roten Meeres zu genießen.

Wann ist die beste Reisezeit für die Nordroute?

Die Nordroute lässt sich grundsätzlich ganzjährig betauchen, doch die Bedingungen unterscheiden sich je nach Saison deutlich. Im Sommer, etwa von Juni bis September, ist das Wasser mit rund 26 bis 28 °C am wärmsten, was lange Tauchgänge angenehm macht; dafür kann es an der Oberfläche sehr heiß werden. In den Wintermonaten kühlt das Wasser auf ungefähr 22 °C ab, sodass ein dickerer Neoprenanzug sinnvoll ist und stärkerer Wind die See rauer machen kann. Viele Taucher schätzen Frühling und Herbst als ausgewogene Übergangszeiten. Die genaue Wahl hängt von deiner Kälteempfindlichkeit und vom gewünschten Tierreichtum ab.

Welches Erfahrungslevel brauchst du für die Nordroute?

Für die Nordroute solltest du je nach Spot mindestens ein solides Anfänger- bis Fortgeschrittenenniveau mitbringen. Ruhigere Riffe in moderater Tiefe sind oft schon mit dem Open-Water-Brevet machbar, während tiefere Wracks wie die Thistlegorm und strömungsreiche Plätze in Tiran häufig ein Advanced-Brevet oder entsprechende Erfahrung voraussetzen. Viele Veranstalter geben eine Mindestzahl geloggter Tauchgänge an, etwa im zweistelligen Bereich, und empfehlen aktuelle Tauchpraxis. Wenn du längere Pausen hattest, kann ein Auffrischungstauchgang sinnvoll sein. Sprich Tiefe, Strömung und Pflichtbrevets vor der Buchung klar mit dem Anbieter ab, damit die Route zu deinem Können passt.

Welche Tierwelt kannst du auf der Nordroute beobachten?

Die Nordroute bietet eine artenreiche Riffwelt, auch wenn Sichtungen einzelner Tiere nie garantiert sind. An den Steilwänden und Strömungsriffen begegnen dir häufig Korallenfische, Schnapper und Barrakudaschwärme, dazu Muränen und farbenfrohe Weichkorallen. Mit etwas Glück lassen sich an exponierten Plätzen größere Tiere wie Schildkröten oder Rifffische in dichten Schulen beobachten, und an manchen Stellen werden gelegentlich Haie gemeldet. Da das Rote Meer ein empfindliches Ökosystem ist, gilt überall: Abstand halten, nichts berühren und auf gute Tarierung achten. So schützt du die Korallen und erhöhst zugleich deine Chancen auf entspannte Begegnungen mit der Unterwasserwelt.

Du planst deine Tauchreise? Im Reiseführer zu Tauchen in Ägypten – Überblick findest du Orte, Hotels und Angebote für die Region.

Häufige Fragen zu Tauchsafari Nordroute im Roten Meer: Wracks und Riffe

Wie viele Tauchgänge umfasst eine typische Nordroute-Safari?

Bei einer üblichen 7-Nächte-Tour sind oft drei bis vier Tauchgänge pro Tag möglich, sodass über die Woche schnell 15 bis 20 Tauchgänge zusammenkommen. Die genaue Zahl hängt von Wetter, Strömung und Bordablauf ab.

Brauche ich für die Thistlegorm besondere Voraussetzungen?

Wegen Tiefe und möglicher Strömung empfehlen viele Anbieter für die Thistlegorm ein Advanced-Brevet oder vergleichbare Erfahrung. Kläre die Anforderungen vor der Buchung direkt mit dem Veranstalter.

Was kostet eine Tauchsafari auf der Nordroute?

Die Preise schwanken je nach Schiff, Saison und Leistungsumfang stark, sodass sich nur eine grobe Spanne ab ca. mehreren Hundert Euro pro Woche nennen lässt. Hol dir für eine verlässliche Zahl ein aktuelles Angebot ein.