Tauchsafari Südroute im Roten Meer

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 8 Min. Lesezeit
Tauchsafari Südroute im Roten Meer

Kurz erklärt: Die Südroute des Roten Meeres ist die anspruchsvolle Königsklasse der ägyptischen Tauchsafaris: Hochsee-Riffe wie Brothers, Daedalus und Elphinstone bieten steile Wände, kräftige Strömung und gute Chancen auf Großfisch. Sie richtet sich an erfahrene Taucher mit gültigem Brevet und solider Erfahrung im Strömungstauchen.

Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026

Was macht die Südroute des Roten Meeres so besonders?

Die Südroute gilt als die anspruchsvollste und zugleich spektakulärste Tauchsafari-Region im Roten Meer. Statt geschützter Hausriffe erwarten dich freistehende Hochsee-Riffe weit draußen im Blauwasser: Brothers, Daedalus und Elphinstone ragen wie Unterwasserberge aus der Tiefe auf. Steile, mit Weichkorallen und riesigen Gorgonien bewachsene Wände fallen oft senkrecht hunderte Meter ab. Weil diese Riffe frei in der Strömung liegen, ziehen sie Großfisch an und bieten ein intensives, ursprüngliches Erlebnis. Genau diese Exponiertheit macht die Route aber auch fordernd: Strömung, Tiefe und Wellengang verlangen Routine. Wer das mitbringt, erlebt beim Tauchen in Ägypten hier einige der besten Plätze des gesamten Roten Meeres.

Welche Tauchplätze stehen auf einer Südsafari typischerweise an?

Das Herzstück bilden die berühmten Offshore-Riffe. An Big Brother Island tauchst du an zwei Wracks und überwucherten Steilwänden, am Daedalus Reef erwarten dich eine markante Hammerhai-Ecke und ein Garten aus Anemonen. Das Elphinstone Reef ist für seine spektakulären Plateaus und Begegnungen mit Hochseehaien bekannt. Weiter südlich liegen die Fury Shoals mit einem Labyrinth aus Korallengärten sowie die abgelegenen Spots rund um Rocky Island und Zabargad Island. Welche Plätze tatsächlich angefahren werden, hängt stets von Wetter, Strömung und Genehmigungen ab. Auch Elphinstone, Rocky Island und Zabargad zählen zu den begehrten Zielen, sind aber wetterabhängig.

Für welches Erfahrungslevel ist die Südroute geeignet?

Die Südroute ist klar für erfahrene Taucher konzipiert und nicht für Einsteiger geeignet. Die meisten Veranstalter setzen ein fortgeschrittenes Brevet sowie eine zweistellige Zahl geloggter Tauchgänge voraus, oft mit ausdrücklicher Erfahrung im Strömungs- und Tieftauchen. An den Hochsee-Riffen gibt es keinen flachen Rückzugsraum: Du steigst ins offene Blauwasser ab, musst dich an steilen Wänden orientieren und Negativeinstiege beherrschen. Ein gültiges Nitrox-Brevet ist von Vorteil, da viele Tauchgänge an der Grenze des Wohlfühlbereichs liegen. Wenn du erst wenige Tauchgänge gesammelt hast, sind die Nord- und Wrackrouten die bessere Wahl, bevor du dich an den anspruchsvollen Süden wagst.

Welche Rolle spielt die Strömung an den Hochsee-Riffen?

Strömung ist an Brothers, Daedalus und Elphinstone der ständige Begleiter und zugleich der Grund für den Fischreichtum. Weil die Riffe frei im Meer stehen, treffen Strömungen ungebremst auf die Wände und transportieren Plankton heran, das die Nahrungskette bis hinauf zu Großfischen speist. Für dich bedeutet das: Du tauchst häufig als Strömungstauchgang, lässt dich an der Wand entlangtreiben und steigst im Blauwasser auf. Ein Signalboje und eine gute Tarierung sind Pflicht. Die Stärke der Strömung schwankt mit Gezeiten und Wetter und kann unvermittelt zunehmen. Dein Guide entscheidet vor jedem Tauchgang über Einstieg und Ablauf. Wer Strömung respektiert und ihr nicht entgegenarbeitet, erlebt hier müheloses, fast schwereloses Gleiten.

Wie stehen die Chancen auf Hai-Begegnungen?

Die Südroute ist eine der besten Adressen im Roten Meer für Hai-Sichtungen, doch garantiert ist eine Begegnung nie. An Daedalus und den Brothers patrouillieren in der Saison oft Hammerhaie im Blauwasser, am Elphinstone gelten Begegnungen mit Hochseehaien wie dem Weißspitzen-Hochseehai als möglich. Auch Graue Riffhaie und Fuchshaie werden immer wieder beobachtet. Ob du sie zu Gesicht bekommst, hängt von Jahreszeit, Wassertemperatur, Strömung und schlicht vom Glück ab. Die besten Aussichten bestehen meist in den wärmeren Monaten. Halte dich an die Anweisungen deines Guides, bewahre Abstand und vermeide hektische Bewegungen. Haie sind Wildtiere, kein Showprogramm, und das respektvolle Beobachten gehört zum Reiz dieser Tauchgänge.

Wann ist die beste Reisezeit für eine Südsafari?

Grundsätzlich ist die Südroute fast ganzjährig betauchbar, doch nicht jeder Monat eignet sich gleich gut. Die Hochsee-Riffe Brothers und Daedalus sind in der Regel nur in der wärmeren Jahreshälfte zugänglich, häufig etwa von Frühjahr bis Herbst, da bei starkem Seegang die Anfahrt zu riskant wird. Für gezielte Großfisch- und Hammerhai-Sichtungen gelten oft die Monate von etwa Mai bis Juli als besonders aussichtsreich. Die Wassertemperatur bewegt sich je nach Saison ungefähr zwischen 22 und 29 °C, im Sommer kann es deutlich wärmer werden. Im Winter ist das Wasser kühler und die See rauer, dafür ist es an manchen Spots ruhiger. Plane deine Reise nach deinem Wunschziel, denn Wetter bleibt immer ein Faktor.

Was kostet eine Tauchsafari auf der Südroute ungefähr?

Eine seriöse Preisangabe lässt sich nur als grobe Orientierung machen, da die Kosten stark von Schiffsklasse, Saison und Leistungsumfang abhängen. Eine einwöchige Südsafari liegt je nach Komfort und Anbieter häufig im mittleren bis gehobenen vierstelligen Bereich pro Person, hinzu kommen ca. Kosten für Flüge, Nitrox, Marine-Park-Gebühren, Ausrüstung und Trinkgelder. Die Hochsee-Riffe erfordern oft separate Park-Permits, die manche Veranstalter extra berechnen. Für ein verlässliches Angebot vergleichst du am besten aktuelle Ausschreibungen mehrerer Anbieter und achtest auf das, was wirklich enthalten ist. Investiere lieber in ein gut gewartetes Schiff mit erfahrener Crew, denn auf den exponierten Hochsee-Routen zählen Sicherheit und Seetüchtigkeit mehr als ein günstiger Preis.

Welche Ausrüstung und Vorbereitung brauchst du?

Für die Südroute solltest du gut ausgerüstet und körperlich fit anreisen. Ein Tauchanzug von etwa 5 bis 7 Millimetern ist sinnvoll, da das Wasser an den Hochsee-Riffen kühler sein kann als an der Küste. Eine deutlich sichtbare Signalboje mit Aufrollspule ist Pflicht, viele Schiffe verlangen zusätzlich einen Tauchcomputer und empfehlen einen Riffhaken sowie eine Reservelampe. Ein Nitrox-Brevet hilft dir, die Tauchzeiten an tiefen Plätzen sicherer zu gestalten. Kümmere dich rechtzeitig um eine Tauchversicherung mit Druckkammer-Abdeckung. Prüfe vor der Reise deine Ausrüstung, kontrolliere die Gültigkeit deines Brevets und logge bei Bedarf Übungstauchgänge, um deine Routine im Strömungstauchen aufzufrischen. Wer vorbereitet anreist, kann sich vor Ort ganz auf das Tauchen konzentrieren.

Wie tauchst du verantwortungsvoll und schützt das Riff?

Die Riffe der Südroute gehören zu den sensibelsten Ökosystemen des Roten Meeres, und ihr Schutz liegt auch in der Hand der Taucher. Achte auf eine saubere Tarierung, damit du die empfindlichen Korallen nicht berührst oder mit der Flosse abbrichst. Fasse keine Tiere an, füttere nichts und nimm nichts mit. Verwende riffschonende Sonnencreme und vermeide Müll an Bord. Viele Spots liegen in geschützten Marine-Parks mit festen Regeln, an die du dich strikt halten solltest. Organisationen wie HEPCA setzen sich seit Jahren für den Schutz des Roten Meeres ein und betreiben unter anderem die Festmacher-Bojen, die ein riffschonendes Ankern ermöglichen. Wer rücksichtsvoll taucht, trägt dazu bei, dass diese Unterwasserwelt erhalten bleibt.

Du planst deine Tauchreise? Im Reiseführer zu Tauchen in Ägypten – Überblick findest du Orte, Hotels und Angebote für die Region.

Häufige Fragen zu Tauchsafari Südroute im Roten Meer

Ist die Südroute für Anfänger geeignet?

Nein. Die Hochsee-Riffe verlangen ein fortgeschrittenes Brevet und Erfahrung im Strömungs- und Tieftauchen. Einsteiger sollten zunächst ruhigere Routen wählen.

Sieht man auf der Südroute garantiert Haie?

Nein, garantiert ist nichts. Die Chancen an Daedalus, Brothers und Elphinstone sind in der wärmeren Saison aber gut, vor allem auf Hammer- und Hochseehaie.

Von wo starten die meisten Südsafaris?

Die meisten Schiffe legen ab Marsa Alam oder dem nahen Port Ghalib ab, von wo die Hochsee-Riffe des südlichen Roten Meeres gut erreichbar sind.