Abu Dabbab – Tauchen mit Dugong & Schildkröten

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 9 Min. Lesezeit
Abu Dabbab – Tauchen mit Dugong & Schildkröten

Kurz erklärt: Abu Dabbab ist eine flache Sandbucht bei Marsa Alam, berühmt für Seegraswiesen, große Meeresschildkröten und – mit viel Glück – den seltenen Dugong (Seekuh). Der einfache Einstieg vom Strand macht sie ideal für Anfänger, Schnorchler und ruhige Tauchgänge. Begegnungen mit den Tieren sind nie garantiert.

Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026

Abu Dabbab ist anders als die spektakulären Steilwände und Hochseeriffe des Roten Meeres: eine geschützte, flache Sandbucht mit ausgedehnten Seegraswiesen, in der das Leben gemächlicher ist – und dafür ganz besonders. Hier grasen große Meeresschildkröten im Flachwasser, und mit etwas Glück zeigt sich der scheue Dugong, eine Seekuh, die anderswo im Roten Meer kaum noch zu sehen ist. Abu Dabbab ist damit einer der zugänglichsten und zugleich einzigartigsten Spots der Region Marsa Alam.

Wo liegt Abu Dabbab und wie kommst du hin?

Abu Dabbab liegt an der Küste rund 30 Kilometer nördlich von Marsa Alam und etwa 25 Kilometer südlich von Marsa Abu Dabbab, eingebettet in eine geschützte Bucht mit eigenem Sandstrand. Anders als die Hochseeriffe ist Abu Dabbab bequem vom Land aus erreichbar: Die Bucht gehört zu einem Strandabschnitt mit Tauchbasis, und der Einstieg erfolgt direkt vom Strand. Wer in der Region Marsa Alam Urlaub macht, fährt mit dem Transfer oder Mietwagen über die Küstenstraße heran; viele Hotels und Tauchbasen bieten organisierte Tagesausflüge an. Vom Flughafen Marsa Alam sind es rund 30 bis 40 Minuten Fahrt. Der einfache Landzugang und das ruhige Flachwasser machen Abu Dabbab zu einem der wenigen Top-Spots, die sich auch ohne Boot erreichen lassen – ideal für entspannte, planbare Tauchtage.

Was macht das Riff von Abu Dabbab aus?

Das Besondere an Abu Dabbab ist nicht eine Steilwand, sondern der flache, sandige Buchtboden mit ausgedehnten Seegraswiesen. Diese Wiesen sind das Herzstück des Spots: Sie bieten Nahrung für Schildkröten und den Dugong und prägen den gesamten Charakter des Tauchgangs. Die Bucht ist überwiegend flach – große Teile liegen in wenigen Metern Tiefe –, an den Rändern findet sich Korallenbewuchs, und ein vorgelagertes Riff schützt vor Wellen. Genau diese Geschütztheit und Flachheit machen Abu Dabbab so anfängerfreundlich und zugleich zu einem produktiven Lebensraum. Die Sandflächen wirken auf den ersten Blick karg, doch wer genau hinsieht, entdeckt eine reiche Bodenfauna. Abu Dabbab ist damit ein Spot, der weniger durch Drama als durch ruhige Naturbeobachtung besticht – ein Lebensraum statt einer Kulisse.

Was bekommst du unter Wasser zu sehen?

Abu Dabbab ist berühmt für seine großen Meeresschildkröten, die regelmäßig in den Seegraswiesen grasen und sich von Tauchern und Schnorchlern oft erstaunlich wenig stören lassen. Der eigentliche Star ist der Dugong (Seekuh) – doch er ist scheu, einzelgängerisch und nur mit viel Glück zu sehen; eine Begegnung ist ein seltener Glücksfall, kein planbares Ziel. Über dem Sand jagen häufig Guitarrenrochen und Adlerrochen, große Tintenfische und Sepien stehen über den Wiesen, und an den Riffrändern leben die üblichen Korallenfische des Roten Meeres. In den Seegrasflächen lassen sich zudem Seenadeln und gut getarnte Bodenbewohner entdecken. Wichtig ist die richtige Erwartungshaltung: Wer Abu Dabbab vor allem wegen der Schildkröten besucht, wird meist belohnt; den Dugong sieht man eher selten – und gerade das macht eine Begegnung so kostbar.

Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?

Abu Dabbab ist einer der einfachsten Tauchplätze der Region und bestens für Anfänger geeignet. Das Wasser ist flach, geschützt und in der Regel strömungsarm, der Einstieg erfolgt bequem vom Strand, und die Orientierung in der überschaubaren Bucht ist unkompliziert. Genau deshalb wird Abu Dabbab gern für Ausbildungstauchgänge, Wiedereinsteiger und entspannte Beobachtungstauchgänge genutzt. Auch Schnorchler kommen voll auf ihre Kosten, da die Tiere oft im Flachwasser unterwegs sind. Trotzdem gilt: Eine gute Tarierung ist wichtig, um Sand und Seegras nicht aufzuwirbeln und keinen Bodenkontakt zu erzeugen. Bei viel Andrang kann die Sicht durch aufgewühltes Sediment leiden. Insgesamt ist der Tauchgang aber komfortabel und ruhig – ideal, um abseits von Strömung und Tiefe die Naturbeobachtung in den Vordergrund zu stellen.

Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?

Ein typischer Tauchgang in Abu Dabbab beginnt am Strand: Nach dem Briefing watest oder steigst du ins flache Wasser ein und tauchst entlang des Buchtbodens ab. Der Guide führt dich gezielt über die Seegraswiesen, wo die Chance auf Schildkröten am größten ist, und hält Ausschau nach Tieren über dem Sand. Weil das Wasser flach ist, bleibt die Tauchzeit lang und der Luftverbrauch gering – ideal, um in Ruhe zu beobachten. Üblich ist eine gemächliche Runde durch die Bucht entlang fester Routen, die die Basis zur Schonung der Wiesen vorgibt. Statt Abstieg in die Tiefe steht das geduldige Suchen und Verweilen im Vordergrund. Zum Abschluss kehrst du flach zum Einstieg zurück. Wegen der geringen Tiefe sind Tauchgänge hier oft besonders entspannt und gut auch für mehrere Wiederholungen am Tag geeignet.

Wann ist die beste Reisezeit für Abu Dabbab?

Abu Dabbab lässt sich ganzjährig tauchen und beschnorcheln, da die Bucht geschützt liegt und kaum von Wind und Seegang betroffen ist. Am angenehmsten sind die Monate von etwa April bis November mit Wassertemperaturen grob zwischen 24 und 29 Grad; im Winter kühlt das Wasser auf rund 22 bis 24 Grad ab, bleibt aber komfortabel. Schildkröten sind das ganze Jahr über regelmäßig anzutreffen, da sie standorttreu in den Wiesen grasen. Für die ruhige Beobachtung empfiehlt sich der Vormittag, bevor viele Schnorchler und Taucher das Wasser betreten und Sediment aufwirbeln – dann ist die Sicht am besten. Da der Spot wetterunabhängiger ist als die Hochseeriffe, eignet er sich auch als verlässliche Alternative an windigen Tagen, an denen Touren zu Elphinstone oder anderen offenen Riffen ausfallen.

Von wo aus kannst du Abu Dabbab betauchen?

Abu Dabbab betauchst du am bequemsten direkt vom Strand der Bucht, an der eine Tauchbasis liegt – ein Boot ist nicht nötig. Ausgangspunkt ist die Region Marsa Alam: Von Hotels und Tauchbasen entlang der Küste fahren organisierte Tagesausflüge zur Bucht, und auch mit Mietwagen oder Transfer ist sie über die Küstenstraße gut zu erreichen. Wer in einem Strandhotel in unmittelbarer Nähe wohnt, hat den Spot praktisch vor der Tür. Für mehr Abwechslung kombinieren viele Basen Abu Dabbab mit einem zweiten Strandtauchgang oder einem Bootsausflug zu einem nahen Riff. Die Buchung läuft über die Tauchbasen vor Ort, die Leihausrüstung, geführte Tauchgänge und Schnorcheltouren anbieten. Dank des Landzugangs ist Abu Dabbab einer der unkompliziertesten und planbarsten Tauchplätze der gesamten Region.

Was gilt beim Naturschutz?

Abu Dabbab ist ein sensibler Lebensraum, und der Schutz von Schildkröten, Dugong und Seegraswiesen hat oberste Priorität. Halte stets Abstand zu den Tieren, verfolge oder berühre sie niemals und versperre ihnen nie den Weg zur Oberfläche – Schildkröten und der Dugong müssen zum Atmen auftauchen. Vermeide Blitzlicht direkt ins Gesicht der Tiere und aufgewirbeltes Sediment, und bleibe auf den vorgegebenen Routen, um die Seegraswiesen nicht zu beschädigen. Über den Schutz dieser besonderen Lebensräume und nachhaltigen Tauchtourismus im Roten Meer informiert die Umweltschutzorganisation HEPCA, die sich für Schutzzonen und respektvolles Verhalten einsetzt. In vielen Buchten gelten Verhaltensregeln und teils Begrenzungen der Besucherzahl. Gerade weil der Dugong so selten geworden ist, entscheidet rücksichtsvolles Verhalten darüber, ob er an Orten wie Abu Dabbab überhaupt bleibt.

Welche Tipps solltest du beachten?

Komm früh, denn am Vormittag ist die Sicht am besten und der Andrang am geringsten. Übe vorab deine Tarierung, um Seegras und Sand nicht aufzuwirbeln – das schützt den Lebensraum und deine eigene Sicht. Sei geduldig: Schildkröten findest du meist, den Dugong fast nie, und Hektik vertreibt beide. Halte respektvollen Abstand und lass den Tieren ihren Freiraum, statt ihnen nachzuschwimmen. Für Schnorchler lohnt sich ein guter Tauchanzug oder Lycra gegen Sonne und Auskühlung im flachen Wasser. Nutze riff-freundliche Sonnencreme, da du dich viel an der Oberfläche aufhältst. Plane den Spot als entspanntes Naturerlebnis, nicht als Adrenalin-Tauchgang. Und wenn du den Dugong nicht siehst: Die grasenden Schildkröten in den Seegraswiesen sind allein die Reise wert.

Du planst deinen Tauchurlaub rund um Marsa Alam? In unserem Reiseführer zu Marsa Alam findest du Hotels, Orte und Angebote für die Region.

Weitere Tauchreviere und Reisetipps findest du in unseren Ratgebern zu Tauchen im Roten Meer und beste Reisezeit für Ägypten.

Häufige Fragen zu Abu Dabbab – Tauchen mit Dugong & Schildkröten

Wie wahrscheinlich ist es, in Abu Dabbab einen Dugong zu sehen?

Eher unwahrscheinlich. Der Dugong ist scheu, einzelgängerisch und selten, eine Begegnung ist reines Glück und nicht planbar. Schildkröten dagegen siehst du in den Seegraswiesen sehr regelmäßig. Reise mit realistischer Erwartung an.

Eignet sich Abu Dabbab auch zum Schnorcheln?

Ja, hervorragend. Da Schildkröten und gelegentlich der Dugong im flachen Wasser über den Seegraswiesen grasen, lassen sie sich oft schon beim Schnorcheln beobachten. Das geschützte, ruhige Wasser macht die Bucht auch für Familien geeignet.

Brauche ich für Abu Dabbab Tauchausbildung oder ist es für Anfänger geeignet?

Abu Dabbab ist sehr anfängerfreundlich und wird oft für Ausbildungs- und Erfahrungstauchgänge genutzt. Das flache, geschützte Wasser und der Strandeinstieg sind unkompliziert. Geführte Tauchgänge und Schnuppertauchen sind über die Tauchbasis möglich.

Darf ich den Schildkröten zum Fotografieren nahekommen?

Halte unbedingt Abstand und versperre ihnen nie den Weg zur Oberfläche. Schildkröten müssen zum Atmen auftauchen; Bedrängen ist verboten und stressig für die Tiere. Beobachte ruhig aus der Distanz, dann zeigen sie sich oft länger.