Kurz erklärt: Abu Nuhas ist ein flaches Riff im nördlichen Roten Meer nahe der Straße von Gubal, an dessen Nordseite über die Jahrzehnte mehrere Schiffe sanken. Heute liegen dort bekannte Wracks wie Giannis D, Carnatic, Chrisoula K und Kimon M in moderaten Tiefen – eines der vielfältigsten Wrack-Tauchgebiete Ägyptens.
Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026
Diese Fragen beantworten wir dir auf dieser Seite:
- Wo liegt Abu Nuhas und wie kommst du hin?
- Was macht das Riff von Abu Nuhas aus?
- Was bekommst du unter Wasser zu sehen?
- Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?
- Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?
- Wann ist die beste Reisezeit für Abu Nuhas?
- Von wo aus kannst du Abu Nuhas betauchen?
- Was gilt beim Naturschutz?
- Welche Tipps solltest du beachten?
Wo liegt Abu Nuhas und wie kommst du hin?
Abu Nuhas ist ein flaches Riff im nördlichen Roten Meer, nahe der Straße von Gubal vor der Halbinsel Sinai. Seine der Schifffahrt zugewandte Nordseite wurde über Jahrzehnte mehreren Schiffen zum Verhängnis. Erreicht wird das Riff vor allem über Tauchsafaris, teils auch über lange Tagesausflüge ab Hurghada oder El Gouna.
Weil Abu Nuhas exponiert liegt, hängt der Zugang stark von Wetter und Wellengang ab; bei stärkerem Wind sind einzelne Wracks schwerer anzufahren. Liveaboards auf der nördlichen Rote-Meer-Route steuern das Riff regelmäßig an und liegen geschützt auf der Südseite. Tagesboote ab Hurghada oder El Gouna brauchen eine entsprechend lange Anfahrt. Wer Abu Nuhas mit dem berühmtesten Wrack der Region verbinden möchte, findet im Beitrag zur SS Thistlegorm den passenden zweiten Klassiker.
Was macht das Riff von Abu Nuhas aus?
Abu Nuhas wird oft als „Schiffsfriedhof“ des Roten Meeres bezeichnet, denn an seiner Nordseite liegen gleich mehrere Wracks aus unterschiedlichen Epochen dicht beieinander. Diese Dichte an betauchbaren Schiffen auf engem Raum macht das Riff einzigartig in der Region.
Zu den am häufigsten betauchten Wracks gehören der Frachter Giannis D, dessen markant geneigtes Heck ein beliebtes Fotomotiv ist; die Carnatic, ein altes Dampfschiff aus dem 19. Jahrhundert mit stark bewachsenem Gerüst; die Chrisoula K, wegen ihrer Ladung häufig „Fliesenwrack“ genannt; und die Kimon M an der Nordseite des Riffs. Die Schiffe sind unterschiedlich gut erhalten und über die Jahre mit Korallen überwachsen. Das umgebende Riff selbst ist intakt und farbenfroh, sodass jeder Tauchgang Wrack und lebendiges Korallenriff verbindet.
Was bekommst du unter Wasser zu sehen?
Unter Wasser erwarten dich vier sehr unterschiedliche Wracks und ein gesundes Riff. Die Giannis D fasziniert mit ihrem schräg liegenden Heck und den verwinkelten Aufbauten, die Carnatic mit ihrem filigranen, dicht bewachsenen Spantengerüst – jedes Schiff erzählt seine eigene Geschichte.
Rund um die Strukturen tummeln sich häufig Riffbarsche, Glasfische und andere Rifffische, die in und an den Wracks Schutz finden. Korallen, Schwämme und kleine Anemonen haben den Stahl und die Holzreste besiedelt; an der intakten Riffkante leuchten Hart- und Weichkorallen. Die Chrisoula K mit ihrer Fliesenladung und die Kimon M ergänzen das Bild um zwei weitere markante Frachter. Mit etwas Glück begegnen dir größere Fische im Freiwasser. Garantieren lässt sich nichts, doch die Mischung aus Geschichte, Fotomotiven und buntem Riffleben macht Abu Nuhas zu einem abwechslungsreichen Revier.
Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?
Abu Nuhas ist insgesamt moderat anspruchsvoll und damit für Taucher ab Fortgeschrittenenniveau geeignet. Die meisten Wracks liegen in moderaten Tiefen, grob im Bereich von rund 4 bis 27 Metern, je nach Schiff – das eröffnet auch entspanntere Profile, sofern man an der Außenhaut bleibt.
Die Strömung ist meist moderat, kann aber je nach Bedingungen zunehmen, weshalb ein Drift-fähiges Vorgehen hilfreich ist. Eine Penetration in die Wracks sollte nur mit entsprechender Wrackerfahrung, Lampe und Guide erfolgen, da sich Innenräume schnell eintrüben. Die flacher liegende Giannis D eignet sich gut für Fortgeschrittene, während tiefere Bereiche mehr Erfahrung verlangen. Wegen der exponierten Lage ist der Wellengang an der Oberfläche oft spürbar. Wer von außen taucht, kommt mit solider Tauchpraxis gut zurecht; für Innenräume gilt eine konservative, geschulte Herangehensweise.
Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?
Ein typischer Besuch umfasst meist mehrere Tauchgänge, bei denen pro Tauchgang ein bis zwei der vier Wracks angesteuert werden. Begonnen wird in der Regel am Abstieg zur Riffkante, von dort geht es entlang der Nordseite zum jeweiligen Wrack.
Nach dem Briefing tauchst du ab und orientierst dich an der Riffkante zum gewählten Schiff – häufig zuerst zur flach liegenden Giannis D oder zur Carnatic. Der Guide führt entlang der Aufbauten, zeigt Fotopositionen und – sofern die Gruppe geeignet ist – zugängliche Durchgänge. Anschließend arbeitet man sich über das gesunde Riff zurück und legt den Sicherheitsstopp an der Riffkante ein. Wegen der exponierten Lage achten Crews auf Strömung und Wellengang und passen die Reihenfolge der Wracks an die Tagesbedingungen an. Eine klare Absprache zum Sammelpunkt am Riff gehört dazu.
Wann ist die beste Reisezeit für Abu Nuhas?
Abu Nuhas ist ganzjährig betauchbar, doch da das Gebiet exponiert liegt, hängt der Zugang vom Wetter und Wellengang ab. Bei stärkerem Wind können einzelne Tauchplätze schwerer anzufahren sein, weshalb ruhigere Phasen die besten Bedingungen bieten.
Im Sommer ist das Wasser wärmer und die See häufig ruhiger; im Winter wird es kühler, dafür ist die Sicht oft sehr klar. Frühling und Herbst gelten als ausgewogene Übergangszeiten mit angenehmen Temperaturen und meist guten Bedingungen. Da das Riff der offenen Passage zugewandt ist, kann sich die Lage mit dem Wind rasch ändern – an unruhigen Tagen verlegen Crews die Tauchgänge auf geschütztere Plätze. Liveaboards können das Wetterfenster flexibler nutzen als Tagesboote. Die aktuelle Einschätzung übernimmt am besten die Tauchcrew vor Ort.
Von wo aus kannst du Abu Nuhas betauchen?
Abu Nuhas betauchst du vor allem über Tauchsafaris (Liveaboards) der nördlichen Rote-Meer-Route, ergänzt durch lange Tagesausflüge ab Hurghada oder El Gouna. Die Safari ist die naheliegende Variante, da das Riff abseits der Küste liegt.
Liveaboards verbinden Abu Nuhas auf ihren Routen häufig mit weiteren nördlichen Klassikern wie der Thistlegorm und den Riffen der Straße von Gubal, sodass mehrere Wracks an aufeinanderfolgenden Tagen möglich sind. Tagestouren ab Hurghada oder El Gouna sind machbar, bedeuten aber einen langen Tag auf dem Wasser und sind stärker vom Wetter abhängig. In jedem Fall lohnt sich die Buchung über eine etablierte Basis mit Wrackerfahrung, die Route und Penetration sicher organisiert. Für reine Wrack-Fans ist die Safari klar im Vorteil.
Was gilt beim Naturschutz?
Die Wracks von Abu Nuhas sind längst zu künstlichen Riffen geworden – Naturschutz gilt hier uneingeschränkt. Es gilt: nichts anfassen, nichts mitnehmen, nichts hinterlassen. Der bewachsene Stahl und das intakte Riff drumherum beherbergen empfindliche Korallen und Kleinlebewesen, die schon eine Flossenberührung schädigt.
Achte auf neutrale Tarierung, besonders beim An- und Austauchen aus den Aufbauten, um kein Sediment aufzuwirbeln. Souvenirs – etwa Fliesen der Chrisoula K – bleiben am Grund; sie sind Teil des Spots und kein Mitnahmeobjekt. Über den Schutz der Riffe und Wracks im Roten Meer informiert die Umweltschutzorganisation HEPCA, die sich für nachhaltigen Tauchtourismus einsetzt. Verzichte auf riffschädliche Sonnencremes, füttere keine Fische und nimm deinen Müll vollständig wieder mit. So bleibt der Schiffsfriedhof ein lebendiges, faszinierendes Revier.
Welche Tipps solltest du beachten?
Wichtigster Tipp: Wähle die Wracks nach deiner Erfahrung. Von außen sind alle vier Schiffe eindrucksvoll; Innenräume nur mit Wrackausbildung, Lampe und ortskundigem Guide betauchen. Wegen der exponierten Lage solltest du auf Seegang und mögliche Strömung vorbereitet sein.
Nimm eine Tauchlampe, eine Signalboje und einen Tauchcomputer mit und plane Reserven ein. Besprich im Briefing Route, Penetration und Sammelpunkt am Riff. Wer empfindlich auf Wellengang reagiert, sollte für die Anfahrt vorsorgen, und an windigen Tagen ist Flexibilität bei der Spotwahl gefragt. Informiere dich vor der Reise über die aktuellen Sicherheits- und Reisehinweise. Und schließlich: Plane genug Zeit ein – vier Wracks an einem gesunden Riff entdeckt man am besten in Ruhe über mehrere Tauchgänge.
Weitere Tauchreviere und Reisetipps findest du in unseren Ratgebern zu Tauchen im Roten Meer und beste Reisezeit für Ägypten.
Häufige Fragen zu Abu Nuhas – der Schiffsfriedhof des Roten Meeres
Welche Wracks kann man bei Abu Nuhas tauchen?
Am bekanntesten sind vier Schiffe an der Nordseite des Riffs: die Giannis D mit ihrem geneigten Heck, die historische Carnatic aus dem 19. Jahrhundert, die Chrisoula K (oft „Fliesenwrack“ genannt) und die Kimon M. Sie liegen unterschiedlich tief und sind verschieden gut erhalten.
Warum heißt die Chrisoula K „Fliesenwrack“?
Der Frachter hatte unter anderem eine Ladung Bodenfliesen an Bord, die bis heute im Wrack zu sehen ist. Daher hat sich der Spitzname „Fliesenwrack“ eingebürgert. Die Fliesen sind Teil des geschützten Spots und werden nicht entnommen.
Ist Abu Nuhas für Anfänger geeignet?
Bedingt. Die flacher liegende Giannis D lässt sich von außen schon mit fortgeschrittener Erfahrung gut tauchen, während tiefere Bereiche und Penetration mehr Können verlangen. Wegen der exponierten Lage mit möglichem Wellengang ist solide Tauchpraxis empfehlenswert.
Kann man Abu Nuhas als Tagesausflug betauchen?
Ja, ab Hurghada oder El Gouna werden lange Tagesausflüge angeboten. Sie bedeuten allerdings viel Bootszeit und sind stark wetterabhängig. Komfortabler und flexibler ist eine Tauchsafari, die Abu Nuhas mit weiteren nördlichen Klassikern verbindet.
