Kurz erklärt: Abu Ramada ist ein fischreiches Riffsystem südlich von Hurghada, das aus dem langgestreckten Hauptriff der gleichnamigen Insel und mehreren vorgelagerten Korallenblöcken besteht. Der flache, lichtdurchflutete Spot eignet sich für Anfänger ebenso wie für entspannte Genusstaucher und gilt als eines der zugänglichsten Reviere der Region.
Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026
Diese Fragen beantworten wir dir auf dieser Seite:
- Wo liegt Abu Ramada und wie kommst du hin?
- Was macht das Riff von Abu Ramada aus?
- Was bekommst du unter Wasser zu sehen?
- Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?
- Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?
- Wann ist die beste Reisezeit für Abu Ramada?
- Von wo aus kannst du Abu Ramada betauchen?
- Was gilt beim Naturschutz?
- Welche Tipps solltest du beachten?
Wo liegt Abu Ramada und wie kommst du hin?
Abu Ramada liegt im Riffgürtel südlich von Hurghada, ungefähr auf halbem Weg in Richtung der größeren Riffe vor Safaga. Das Gebiet umfasst die kleine Insel Abu Ramada mit ihrem langgestreckten Hauptriff sowie mehrere vorgelagerte Korallenblöcke, die zusammen ein abwechslungsreiches Tauchrevier bilden.
Die Anreise ist unkompliziert: Die meisten Tauchboote starten morgens aus den Häfen rund um Hurghada und brauchen je nach Wetter und Startpunkt ungefähr eine bis anderthalb Stunden bis zur Ankerstelle. Für ein Tagesboot mit zwei Tauchgängen ist der Spot damit bequem erreichbar, ohne dass eine mehrtägige Safari nötig wäre. Das Gebiet zählt zum geschützten Riffbestand des nördlichen Roten Meeres, sodass vielerorts gegen Tagesgebühr eine Umwelt- oder Nationalparkabgabe anfällt, die über die Tauchbasis abgewickelt wird.
Was macht das Riff von Abu Ramada aus?
Abu Ramada besteht aus einem langgestreckten Hauptriff der Insel sowie mehreren freistehenden Korallenblöcken und sandigen Lichtungen, die das Revier gliedern. Charakteristisch ist die überwiegend geringe Tiefe: Große Teile des Spots liegen im Bereich von etwa fünf bis achtzehn Metern, der sandige Grund rund um die Blöcke erreicht meist rund zwanzig bis fünfundzwanzig Meter.
Die Topografie wechselt zwischen kompakten Hartkorallenstöcken, kleinen Überhängen und Kanälen, die von einem Block zum nächsten führen. Zwischen den Formationen erstrecken sich helle Sandflächen, auf denen sich das Licht reflektiert und die dem Platz seine hohe Grundhelligkeit verleihen. Genau diese Mischung aus geschützten Strukturen, kurzen Distanzen und gutem Lichteinfall macht Abu Ramada zu einem natürlichen Sammelpunkt für Fischschwärme.
Was bekommst du unter Wasser zu sehen?
Der erste Eindruck ist fast immer der gleiche: viel Bewegung. Über und zwischen den Korallenblöcken stehen häufig dichte Schwärme von Glasfischen, Fahnenbarschen und Falterfischen, die in der Strömung schimmern. Regelmäßig ziehen Süßlippen in lockeren Gruppen unter den Überhängen, und mit etwas Glück lassen sich Rotfeuerfische, Drücker, Anemonenfische sowie verschiedene Doktor- und Kaiserfische beobachten.
Auf den Sandflächen lohnt der zweite Blick: Hier sind mitunter Stachelrochen eingegraben, gelegentlich patrouilliert eine Schildkröte über das Riff, und für Makro-Fans finden sich Nacktschnecken, Krebse und kleine Muränen in den Spalten. Großfisch ist hier nicht das Hauptthema, doch das Zusammenspiel aus Artenfülle, geringer Tiefe und gutem Licht macht den Reiz aus. Korallenmäßig dominieren robuste Hartkorallen, ergänzt durch Weichkorallen und vereinzelte Feuerkorallen, an die man besser nicht gerät.
Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?
Abu Ramada gilt als unkomplizierter, anfängerfreundlicher Tauchplatz. Die geringe Durchschnittstiefe von rund fünf bis achtzehn Metern erlaubt lange Grundzeiten und ist auch für frisch brevetierte Taucher gut beherrschbar. Strömung tritt auf, ist aber meist moderat; bei stärkerem Wind oder an exponierten Riffecken kann sie zunehmen und wird dann gerne für einen leichten Drift entlang der Riffkante genutzt.
Für die meisten Tauchgänge reicht ein Open-Water-Brevet aus; ein gutes Tarierungsgefühl ist auf den engen Korallenblöcken trotzdem wichtig, um weder sich noch das Riff zu beschädigen. Nitrox bringt bei den langen, flachen Profilen einen spürbaren Vorteil für die Grundzeit, ist aber nicht zwingend. Der Einstieg erfolgt in der Regel als Rückwärtsroller vom Tagesboot, der Ausstieg über die Bootsleiter.
Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?
Nach dem Briefing rollst du rückwärts ins warme Wasser und sinkst über einer hellen Sandfläche ab. Schon beim Abtauchen umgibt dich ein flirrender Vorhang aus Glasfischen, der sich an den ersten Korallenblöcken verdichtet. Du folgst der Riffkante entlang der windgeschützten Seite, gleitest von Block zu Block und nimmst dir Zeit, in die Überhänge zu leuchten, wo Süßlippen und kleine Muränen stehen.
In der Mitte des Tauchgangs querst du eine sandige Lichtung, hältst nach eingegrabenen Rochen Ausschau und erreichst einen vorgelagerten Korallenturm, der oft besonders dicht mit Fahnenbarschen bevölkert ist. Auf dem Rückweg bleibst du flacher, lässt dich vom Licht leiten und beobachtest, wie Anemonenfische ihre Anemonen verteidigen. Den Sicherheitsstopp legst du entspannt über dem hellen Sand ein, bevor du an der Leiter wieder auftauchst.
Wann ist die beste Reisezeit für Abu Ramada?
Abu Ramada lässt sich ganzjährig betauchen. Die Wassertemperatur liegt im Sommer bei rund siebenundzwanzig bis dreißig Grad, im Winter sinkt sie auf etwa einundzwanzig bis dreiundzwanzig Grad, sodass im Winterhalbjahr ein dickerer Neopren oder ein Halbtrockenanzug angenehm ist. Die Sicht ist überwiegend gut bis sehr gut und profitiert von der geringen Tiefe und dem hellen Sand.
Da der Spot wegen seiner Fischfülle und nicht wegen saisonaler Großfischbesuche bekannt ist, gibt es keine klassische Saison. Ruhige Wetterlagen mit wenig Wind sorgen jedoch für die angenehmsten Bedingungen, weil dann beide Riffseiten anfahrbar sind und das Wasser besonders klar wirkt. Im Hochsommer ist es über Wasser sehr heiß, was die frühe Abfahrt der Tagesboote umso angenehmer macht.
Von wo aus kannst du Abu Ramada betauchen?
Hauptausgangspunkt ist Hurghada mit seinen zahlreichen Häfen und Tauchzentren; von dort wird Abu Ramada überwiegend als Tagesausflug mit zwei Tauchgängen angefahren. Auch aus dem nördlichen Umfeld von Safaga ist der Spot im Rahmen längerer Tagesfahrten erreichbar.
Vor Ort gibt es eine große Auswahl an Tauchbasen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung; viele betreiben eigene Tagesboote und kombinieren Abu Ramada gern mit einem benachbarten Riff. Eine konkrete Empfehlung ersetzt der Hinweis, auf gepflegtes Equipment, kleine Gruppen und umweltbewusste Bootsführung zu achten. Liveaboards des nördlichen Riffgürtels nehmen das Riff gelegentlich als entspannten Zwischenstopp mit.
Was gilt beim Naturschutz?
Gerade weil Abu Ramada flach, fischreich und stark frequentiert ist, ist rücksichtsvolles Verhalten entscheidend. Es gilt der Grundsatz, nichts anzufassen, keine Tiere zu jagen oder zu füttern und ausreichend Abstand zu den Korallen zu halten. Eine saubere Tarierung verhindert, dass Flossen oder Ausrüstung versehentlich empfindliche Korallenstöcke abbrechen.
Achte darauf, keine Sedimentwolken über den Korallen aufzuwirbeln, und nimm nichts aus dem Riff mit. Verantwortungsvolle Basen ankern an Festmachertonnen statt im Korallengrund, und wo Tagesgebühren erhoben werden, fließen sie idealerweise in den Erhalt des Gebiets. Über Riffschutzprojekte im nördlichen Roten Meer informiert die Naturschutzorganisation HEPCA; als Gast unterstützt du dieses Engagement, indem du umweltbewusste Anbieter wählst.
Welche Tipps solltest du beachten?
Für Abu Ramada genügt eine Standardausrüstung; eine Tauchlampe lohnt sich, um in die Überhänge und Spalten zu leuchten, wo sich viele kleinere Bewohner verbergen. Wegen der langen, flachen Profile ist der Platz ideal für Foto- und Videografie, sodass eine Kamera selten falsch ist. Im Winter solltest du an einen wärmeren Anzug denken.
Da der Spot beliebt ist, kann es an schönen Tagen voller werden; eine frühe Abfahrt verschafft dir oft ruhigeres Wasser und weniger Boote. Buche über eine Basis mit guter Reputation und plane den Tag so, dass genug Oberflächenpause zwischen den beiden Tauchgängen bleibt. Sonnenschutz, ausreichend Trinkwasser und eine Kopfbedeckung für die Zeit an Deck gehören bei der starken ägyptischen Sonne unbedingt dazu.
Weitere Tauchreviere und Reisetipps findest du in unseren Ratgebern zu Tauchen im Roten Meer und beste Reisezeit für Ägypten.
Häufige Fragen zu Abu Ramada bei Hurghada
Worin unterscheidet sich Abu Ramada von Gota Abu Ramada?
Beide Spots gehören zum selben Riffareal südlich von Hurghada und werden oft zusammen angefahren. Abu Ramada bezeichnet das Hauptriff der Insel mit seinen vorgelagerten Blöcken, während Gota Abu Ramada den benachbarten, besonders fischreichen Riffturm meint.
Eignet sich Abu Ramada für den ersten Tauchgang nach dem Kurs?
Ja, die geringe Tiefe und die meist moderate Strömung machen den Spot zu einem guten Platz für frisch brevetierte Taucher. Ein gutes Tarierungsgefühl an den engen Korallenblöcken ist trotzdem wichtig, um das Riff zu schonen.
Kann man Abu Ramada auch zum Schnorcheln nutzen?
Die flachen, lichtdurchfluteten Riffpartien eignen sich gut zum Schnorcheln, und viele Tagesboote bieten beides an. Über den Korallenblöcken lassen sich Fischschwärme schon von der Oberfläche aus gut beobachten.
Wie lang dauert ein Tauchtag an Abu Ramada?
Ein typischer Tagesausflug ab Hurghada umfasst zwei Tauchgänge und dauert mit An- und Abfahrt meist den ganzen Vormittag bis frühen Nachmittag. Zwischen den Tauchgängen liegt eine ausreichende Oberflächenpause an Bord.
