Blue Hole Dahab – Mythos, Tipps & Sicherheit

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 9 Min. Lesezeit

Blue Hole Dahab – Mythos, Tipps & Sicherheit

Kurz erklärt: Das Blue Hole bei Dahab ist eine rund 100 Meter tiefe Unterwasser-Doline und einer der bekanntesten Tauchplätze Ägyptens. Der äußere Riffbereich ist farbenprächtig und sicher betauchbar. Berüchtigt ist der Arch – ein tiefer Tunnel, der ausschließlich erfahrenen technischen Tauchern vorbehalten bleibt.

Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026

Auf einen Blick

RegionKüste nördlich von Dahab, Golf von Akaba (Sinai)
AnfahrtUfereinstieg, ca. 15 Min. per Jeep ab Dahab; als Tagestour auch ab Sharm el-Sheikh
TiefeDoline ca. 100 m tief; sicherer Tauchgang am Außenriff im flachen bis mittleren Bereich, Arch in ca. 55 m
SchwierigkeitAußenriff für Sporttaucher; Loch und Arch nur für technische Taucher
HighlightsKreisrunde Doline, bunte Steilwand über das Saddle, Bells-Einstieg, Wüstenkulisse
Beste SaisonGanzjährig (windgeschützt); am angenehmsten Frühjahr und Herbst
StrömungMeist moderat am Außenriff; im Loch ruhig

Wo liegt das Blue Hole und wie kommst du hin?

Das Blue Hole liegt an der Küste nördlich von Dahab am Golf von Akaba, etwa 15 Autominuten vom Ort entfernt. Anders als Ras Mohammed wird es vom Land aus betaucht: Eine holprige Küstenstraße führt zu den einfachen Strandcafés, von wo der Einstieg direkt vom Ufer erfolgt.

Dahab selbst erreichst du am bequemsten über den Flughafen Sharm el-Sheikh, von dem aus es per Transfer rund anderthalb Stunden über die Bergstraße in den Ort geht. Vom Zentrum Dahabs bringen dich Tauchbasen oder Jeeps in kurzer Zeit zum Blue Hole. Der Spot besteht aus mehreren Bereichen: der eigentlichen kreisrunden Doline, dem flachen Sattel namens „The Saddle“, der zum offenen Meer überleitet, und dem berüchtigten Tunnel „The Arch“ in großer Tiefe. Für den Großteil der Taucher ist nur der äußere, flache Riffbereich relevant – und der ist landschaftlich grandios.

Was macht das Riff vom Blue Hole aus?

Das Blue Hole ist eine fast kreisrunde Unterwasser-Doline – ein senkrechter Schlund von rund 100 Metern Tiefe, der von einem flachen Riffrand umschlossen wird. Genau diese außergewöhnliche Geologie, eingebettet in eine karge Wüstenkulisse, macht den Mythos des Ortes aus.

Der Reiz für normale Sporttaucher liegt jedoch nicht im tiefen Loch, sondern an der Außenseite: Über „The Saddle“, eine flache Einkerbung im Riffrand, gelangst du ins offene Meer und tauchst entlang einer bunten Steilwand. Hier wachsen dichte Hart- und Weichkorallen, der sogenannte „Bells“-Einstieg etwas weiter nördlich führt durch einen schmalen Kamin ins Blau. Das eigentliche Loch wirkt dagegen von oben fast leer und dunkel – seine Faszination ist eher psychologischer Natur. Der Arch, ein etwa 26 Meter langer Tunnel in großer Tiefe, der das Loch mit dem offenen Meer verbindet, ist die anspruchsvollste und gefährlichste Passage.

Was bekommst du unter Wasser zu sehen?

Entlang der Außenwand und am Saddle erwartet dich ein farbenprächtiges Saumriff mit dichten Korallengärten. Mit etwas Glück siehst du Anemonenfische, Drückerfische, Papageifische, Muränen und gelegentlich vorbeiziehende Großfische im Blauwasser. Die Steilwand ist über weite Strecken üppig bewachsen.

Das flache Riffdach rund um das Loch eignet sich auch hervorragend zum Schnorcheln. In den oberen Metern tummeln sich Rifffische in großer Zahl, während die tieferen Bereiche der Doline kaum Leben zeigen – das Wasser dort ist still und nährstoffarm. Wer entlang der „Bells“-Route taucht und über das Saddle ins offene Meer driftet, erlebt die lebendigste Seite des Spots: eine intakte Steilwand mit guter Sicht und reicher Korallenfauna. Schildkröten und größere Schwärme tauchen unregelmäßig auf, doch die landschaftliche Wucht des Ortes steht ohnehin im Vordergrund.

Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?

Das hängt entscheidend davon ab, welchen Bereich du betauchst. Der äußere Riffbereich über das Saddle ist auch für solide ausgebildete Sporttaucher gut machbar und gehört zu den schöneren Küstentauchgängen Dahabs. Der Arch dagegen ist extrem anspruchsvoll und ausschließlich technischen Tauchern vorbehalten.

Für den normalen Tauchgang an der Außenwand reichen ein Open-Water-Brevet, gute Tarierung und Aufmerksamkeit gegenüber Strömung und Tiefe. Verlockend und zugleich tückisch ist das tiefe Loch selbst: Wer aus Neugier zu weit absteigt, riskiert Tiefenrausch und gerät schnell in lebensbedrohliche Tiefen. Der Arch in rund 55 Metern Tiefe verlangt technische Ausbildung, geeignetes Gasmanagement und Dekompressionserfahrung. Für die allermeisten Taucher gilt deshalb die klare Devise: Bleib am farbenfrohen Außenriff, halte deine Tiefenlimits ein und lass das tiefe Loch und den Arch links liegen.

Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?

Ein typischer, sicherer Tauchgang startet am „Bells“-Einstieg nördlich des Lochs: Du tauchst durch einen schmalen vertikalen Kamin ins offene Meer ab und driftest dann entlang der bunten Steilwand südwärts zurück zum Blue Hole, wo du über das flache Saddle ins Riffbecken einsteigst und den Tauchgang im Flachen ausklingen lässt.

Dieser klassische Ablauf nutzt die Schönheit der Außenwand und vermeidet die Gefahrenzone in der Tiefe. Das Guide-Team prüft Strömung und Sicht und legt die Tiefe konservativ fest. Der Sicherheitsstopp erfolgt entspannt am flachen Riffdach. Vom tiefen Loch selbst hält sich eine verantwortungsvolle Gruppe fern; es wird allenfalls von oben betrachtet. Wer technisch ausgebildet ist und den Arch durchtauchen will, plant das als eigenständigen, sorgfältig vorbereiteten Dekompressionstauchgang mit passender Ausrüstung – niemals spontan und nie ohne entsprechende Qualifikation.

Wann ist die beste Reisezeit für das Blue Hole?

Das Blue Hole lässt sich ganzjährig betauchen, da der Einstieg vom geschützten Ufer erfolgt und kaum vom Seegang abhängt. Als angenehmste Zeit gelten Frühjahr und Herbst mit milden Luft- und Wassertemperaturen sowie meist sehr guter Sicht.

Im Sommer wird es an Land in der Wüste sehr heiß, das Wasser ist dann am wärmsten und ein dünner Neopren genügt. Der Winter bringt kühleres Wasser und kalte Wüstennächte, dafür ist Dahab ruhiger und die Sicht häufig exzellent. Weil das Blue Hole windgeschützt liegt, ist es auch an Tagen ein verlässliches Ziel, an denen offene Bootstauchgänge schwierig wären. Wer den Trubel meiden will, kommt früh am Morgen, bevor die ersten Tagesausflügler und Schnorchelgruppen eintreffen.

Von wo aus kannst du das Blue Hole betauchen?

Basislager für das Blue Hole ist Dahab. Die Tauchbasen im Ort organisieren den Transfer per Jeep zur Küste und betreuen den Ufereinstieg vor Ort. Auch als Tagesausflug ab Sharm el-Sheikh wird das Blue Hole angeboten, allerdings mit längerer Anfahrt über die Bergstraße.

Vom entspannten Tauchort Dahab aus ist der Spot in kurzer Zeit erreichbar, was Mehrtages-Aufenthalte mit mehreren Tauchgängen begünstigt. Einfache Strandcafés direkt am Blue Hole sorgen für Verpflegung und Schatten zwischen den Tauchgängen. Wer von Sharm anreist, sollte den langen Transfer einkalkulieren und bedenken, dass dann meist nur ein bis zwei Tauchgänge möglich sind. Für ein intensives Erlebnis lohnt es sich, gleich in Dahab zu übernachten und die Tauchplätze der Region in Ruhe zu erkunden.

Was gilt beim Naturschutz?

Auch am Blue Hole gilt: Riffe nicht berühren, nichts entnehmen, keinen Müll hinterlassen. Die Korallengärten an der Außenwand sind empfindlich und brauchen Abstand sowie eine saubere Tarierung. Sonnencreme mit riffschädlichen Stoffen solltest du meiden, bevor du ins Wasser gehst.

Die Küste Dahabs ist Teil des fragilen Ökosystems Rotes Meer, das durch Tourismus, Erwärmung und Verschmutzung unter Druck steht. Über Schutzprojekte und nachhaltigen Tauchtourismus in der Region informiert die Umweltschutzorganisation HEPCA, die sich für den Erhalt der Riffe und ein verantwortungsvolles Miteinander von Mensch und Meer einsetzt. Halte beim Schnorcheln über dem flachen Riffrand Abstand zu den Korallen und stelle dich niemals auf das Riff. Wer das Blue Hole respektvoll betaucht, trägt dazu bei, dass dieser außergewöhnliche Ort intakt bleibt.

Welche Tipps solltest du beachten?

Der wichtigste Tipp lautet: Respektiere die Gefahr und überschätze dich nicht. Das Blue Hole hat eine traurige Berühmtheit erlangt, weil immer wieder Taucher beim Versuch, das tiefe Loch oder den Arch ohne ausreichende Qualifikation zu durchtauchen, ums Leben kamen. Diese Unfälle waren fast ausnahmslos die Folge von Selbstüberschätzung, zu großer Tiefe und fehlender technischer Ausbildung.

Bleib deshalb konsequent am sicheren Außenriff, halte deine persönlichen und ausbildungsbedingten Tiefenlimits strikt ein und lass dich nicht vom „Sog“ des Lochs oder von Mutproben verleiten. Der Arch ist kein Spielplatz, sondern ein anspruchsvoller technischer Tauchgang, der erfahrenen Tec-Tauchern mit passender Ausrüstung, Gasplanung und Dekompressionserfahrung vorbehalten ist. Tauche mit einer seriösen Basis, die Sicherheit ernst nimmt, plane konservativ, beachte die Flugverbotszeiten und genieße die Schönheit des Spots dort, wo sie ungefährlich ist. So wird das Blue Hole zu einem unvergesslichen – und sicheren – Erlebnis.

Du planst deinen Tauchurlaub rund um Dahab? In unserem Reiseführer zu Dahab findest du Hotels, Orte und Angebote für die Region.

Weitere Tauchreviere und Reisetipps findest du in unseren Ratgebern zu Tauchen im Roten Meer und beste Reisezeit für Ägypten.

Häufige Fragen zu Blue Hole Dahab – Mythos, Tipps & Sicherheit

Warum hat das Blue Hole den Ruf, gefährlich zu sein?

Das tiefe Loch und der Arch verleiten manche Taucher zu Tiefen jenseits ihrer Ausbildung, was zu Tiefenrausch und tödlichen Unfällen führte. Bei verantwortungsvollem Tauchen am flachen Außenriff ist das Blue Hole hingegen ein sicherer und schöner Spot.

Kann man am Blue Hole gut schnorcheln?

Ja, der flache Riffrand rund um die Doline eignet sich hervorragend zum Schnorcheln. In den oberen Metern leben viele Rifffische und Korallen. Halte stets Abstand zum Riff und steige nicht auf die Korallen, um Schäden zu vermeiden.

Was ist der Arch am Blue Hole?

Der Arch ist ein etwa 26 Meter langer Tunnel in rund 55 Metern Tiefe, der das Loch mit dem offenen Meer verbindet. Er ist ausschließlich ausgebildeten technischen Tauchern mit Dekompressionserfahrung und geeigneter Ausrüstung vorbehalten.

Eignet sich das Blue Hole für Tauchanfänger?

Der äußere Riffbereich über das Saddle ist für solide ausgebildete Sporttaucher machbar, das tiefe Loch und der Arch jedoch nicht. Anfänger sollten nur in Begleitung eines erfahrenen Guides und strikt im flachen Bereich tauchen.