Giftun Drift bei Hurghada

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 8 Min. Lesezeit
Giftun Drift bei Hurghada

Kurz erklärt: Der Giftun Drift führt entlang der Riffwände der Giftun-Inseln vor Hurghada, wo eine sanfte Strömung dich an Steilwänden, Korallengärten und Fischschwärmen vorbeigleiten lässt. Der Tauchgang ist ein klassischer Drift für entspannte Genusstaucher und wird meist als Tagesausflug per Boot angefahren.

Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026

Wo liegt Giftun Drift und wie kommst du hin?

Der Giftun Drift verläuft an den Riffwänden der Giftun-Inseln, die nur wenige Kilometer vor der Küste von Hurghada im offenen Roten Meer liegen. Die beiden Hauptinseln Giftun Kebir (Großes Giftun) und Giftun Soraya (Kleines Giftun) bilden zusammen mit ihren vorgelagerten Riffen einen ganzen Strauß an Tauchplätzen, von denen der Drift entlang der windgeschützten Längsseiten einer der beliebtesten ist.

Die Anreise ist unkompliziert: Die meisten Tauchboote starten morgens aus den Häfen rund um Hurghada und brauchen je nach Wetter und Startpunkt ungefähr dreißig bis sechzig Minuten bis zum Einstieg. Damit ist der Giftun Drift ein klassisches Tagesausflugsziel, das sich gut mit einem zweiten Tauchgang an einem benachbarten Riff verbinden lässt. Da die Inseln zum geschützten Riffbestand gehören, fällt vielerorts gegen Tagesgebühr eine Umwelt- oder Nationalparkabgabe an, die in der Regel über die Tauchbasis abgewickelt wird.

Was macht das Riff von Giftun Drift aus?

Charakteristisch für den Giftun Drift sind die langgestreckten Riffkanten, die abschnittsweise als sanft abfallender Hang und abschnittsweise als steilere Wand ins Blauwasser abbrechen. Genau diese durchgehende Linienführung macht den Spot zum idealen Driftrevier: Du folgst der Riffkante, statt einen festen Block zu umrunden, und legst dabei eine ordentliche Strecke zurück.

Die Tiefen bewegen sich überwiegend im Bereich von etwa fünf bis dreißig Metern, wobei die obere Riffkante flach und lichtdurchflutet liegt und der Hang ins Tiefe führt. Hartkorallenstöcke, Überhänge und kleine Erosionsnischen wechseln sich mit Weichkorallen ab, die sich in der Strömung wiegen. Weil das Riff exponiert im Strom liegt, entscheidet die Windlage darüber, an welcher Seite der Inseln eingestiegen wird und in welche Richtung der Drift läuft.

Was bekommst du unter Wasser zu sehen?

Über der Riffkante stehen häufig dichte Schwärme von Fahnenbarschen, Glasfischen und Falterfischen, die im Sonnenlicht flirren. Während du dahingleitest, ziehen regelmäßig Süßlippen in lockeren Gruppen unter den Überhängen, und mit etwas Glück kreuzen größere Bewohner wie Makrelen oder ein einzelner Barrakuda deinen Weg im offenen Blau.

Am Hang und auf den sandigen Absätzen lohnt der zweite Blick: Hier können Stachelrochen eingegraben liegen, gelegentlich gleitet eine Schildkröte über das Riff, und für Makro-Fans finden sich Nacktschnecken, Krebse und kleine Muränen in den Spalten. Anemonenfische, Drücker, Rotfeuerfische sowie verschiedene Doktor- und Kaiserfische gehören zum festen Bild. Großfisch ist hier kein garantiertes Hauptthema, doch das Zusammenspiel aus Strömung, Steilwand und Artenfülle macht den Reiz des Drifts aus.

Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?

Der Giftun Drift gilt als unkomplizierter, gut beherrschbarer Tauchgang, der je nach Strömung vom entspannten Genusstauchgang bis zum flotten Drift reichen kann. An ruhigen Tagen ist die Strömung moderat und auch für frisch brevetierte Taucher gut machbar; bei stärkerem Wind kann sie zunehmen, sodass der Drift dann zügiger wird.

Für die meisten Tauchgänge reicht ein Open-Water-Brevet aus, ein gutes Tarierungsgefühl ist beim Driften entlang der Korallenkante jedoch wichtig, um weder sich noch das Riff zu beschädigen. Eine Oberflächenboje (DSMB) gehört zum Standardrepertoire, weil das Boot dir beim Drift folgt und dich an wechselnder Stelle aufnimmt. Der Einstieg erfolgt meist als Rückwärtsroller vom Tagesboot, der Ausstieg über die Bootsleiter.

Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?

Nach dem Briefing zur Strömungsrichtung rollst du rückwärts ins warme Wasser und sinkst an der Riffkante ab. Schon beim Abtauchen nimmt dich die Strömung sanft mit, und du musst kaum mehr tun, als die Tiefe zu halten und die vorbeiziehende Riffwand zu beobachten. Du gleitest an Überhängen vorbei, leuchtest in die Nischen und lässt die Schwärme an dir vorbeiziehen.

In der Mitte des Tauchgangs hältst du Ausschau ins Blauwasser, wo gelegentlich größere Fische vorbeiziehen, und folgst dann wieder der Kante. Auf dem letzten Drittel steigst du langsam an die flachere Riffschulter auf, wo das Licht am intensivsten ist und sich die Korallen besonders farbig zeigen. Den Sicherheitsstopp legst du treibend ein, schickst deine Boje nach oben und lässt dich vom Boot an der jeweils erreichten Stelle wieder aufnehmen.

Wann ist die beste Reisezeit für Giftun Drift?

Der Giftun Drift lässt sich ganzjährig betauchen. Die Wassertemperatur liegt im Sommer bei rund siebenundzwanzig bis dreißig Grad, im Winter sinkt sie auf etwa einundzwanzig bis dreiundzwanzig Grad, sodass im Winterhalbjahr ein dickerer Neopren oder ein Halbtrockenanzug angenehm ist. Die Sicht ist überwiegend gut bis sehr gut.

Da der Spot wegen seiner Riffstruktur und nicht wegen saisonaler Großfischbesuche bekannt ist, gibt es keine klassische Saison. Ruhige Wetterlagen mit wenig Wind sorgen jedoch für die angenehmsten Bedingungen, weil dann beide Inselseiten anfahrbar sind und der Drift kontrollierter verläuft. Im Hochsommer ist es über Wasser sehr heiß, was die frühe Abfahrt der Tagesboote umso angenehmer macht.

Von wo aus kannst du Giftun Drift betauchen?

Hauptausgangspunkt ist Hurghada mit seinen zahlreichen Häfen und Tauchzentren; von dort wird der Giftun Drift überwiegend als Tagesausflug mit zwei Tauchgängen angefahren. Wegen der kurzen Anfahrt gehört das Inselgebiet zu den meistbesuchten Revieren der Region und steht bei nahezu jeder Basis im Programm.

Vor Ort gibt es eine große Auswahl an Tauchbasen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung; viele betreiben eigene Tagesboote und kombinieren den Giftun-Drift gern mit einem benachbarten Riff. Eine konkrete Empfehlung ersetzt der Hinweis, auf gepflegtes Equipment, kleine Gruppen und umweltbewusste Bootsführung zu achten. Liveaboards, die den nördlichen Riffgürtel abfahren, nehmen die Giftun-Inseln gelegentlich als entspannten Zwischenstopp mit.

Was gilt beim Naturschutz?

Gerade weil das Giftun-Gebiet stark frequentiert ist, ist rücksichtsvolles Verhalten entscheidend. Es gilt der Grundsatz, nichts anzufassen, keine Tiere zu jagen oder zu füttern und ausreichend Abstand zu den Korallen zu halten. Eine saubere Tarierung verhindert, dass Flossen oder Ausrüstung beim Driften versehentlich empfindliche Korallenstöcke abbrechen.

Verantwortungsvolle Basen ankern an Festmachertonnen statt im Korallengrund, und wo Tagesgebühren oder Parkabgaben erhoben werden, fließen sie idealerweise in den Erhalt des Gebiets. Über Riffschutz und Umweltprojekte im nördlichen Roten Meer informiert die Naturschutzorganisation HEPCA, die sich seit Jahren für das Ökosystem rund um Hurghada einsetzt. Als Gast kannst du dieses Engagement unterstützen, indem du entsprechende Anbieter wählst und im Riff nichts mitnimmst.

Welche Tipps solltest du beachten?

Für den Giftun Drift gehört eine Oberflächenboje samt Fingerspool zur Pflichtausrüstung, weil du am Ende treibend auftauchst und vom Boot eingesammelt wirst. Eine Tauchlampe lohnt sich, um in die Überhänge und Spalten zu leuchten, wo sich viele kleinere Bewohner verbergen. Im Winter solltest du an einen wärmeren Anzug denken.

Höre im Briefing genau zu, in welche Richtung die Strömung läuft und wo das Boot dich aufnimmt, und bleibe nahe an deinem Buddy und der Gruppe. Eine frühe Abfahrt verschafft dir oft ruhigeres Wasser und weniger Boote. Sonnenschutz, ausreichend Trinkwasser und eine Kopfbedeckung für die Zeit an Deck gehören bei der starken ägyptischen Sonne unbedingt dazu.

Du planst deinen Tauchurlaub rund um Hurghada? In unserem Reiseführer zu Hurghada findest du Hotels, Orte und Angebote für die Region.

Weitere Tauchreviere und Reisetipps findest du in unseren Ratgebern zu Tauchen im Roten Meer und beste Reisezeit für Ägypten.

Häufige Fragen zu Giftun Drift bei Hurghada

Brauche ich für den Giftun Drift eine Strömungserfahrung?

Eine gewisse Vertrautheit mit Strömung ist hilfreich, zwingend ist sie an ruhigen Tagen aber nicht. Bei moderater Strömung ist der Drift auch für frisch brevetierte Taucher gut machbar; bei stärkerem Wind wird er zügiger und verlangt etwas Routine.

Was unterscheidet einen Drifttauchgang von einem normalen Tauchgang?

Beim Drift lässt du dich von der Strömung an der Riffkante entlangtreiben, statt einen Block zu umrunden und zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Das Boot folgt dir und nimmt dich an wechselnder Stelle wieder auf, weshalb eine Oberflächenboje dazugehört.

Sieht man am Giftun Drift Schildkröten?

Mit etwas Glück gleitet eine Meeresschildkröte über das Riff, garantiert ist das aber nicht. Häufiger sind die großen Fischschwärme und die typischen Riffbewohner, während Schildkröten und größere Fische eher gelegentliche Begegnungen bleiben.

Kann ich den Giftun Drift mit Schnorcheln verbinden?

Die flache, lichtdurchflutete Riffschulter der Giftun-Inseln eignet sich grundsätzlich auch zum Schnorcheln, und viele Boote bieten beides an. Für den eigentlichen Drift entlang der Wand ist jedoch ein Tauchgang mit Boot und Strömungsbriefing nötig.