Small Brother (The Brothers)

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 10 Min. Lesezeit
Small Brother (The Brothers)

Kurz erklärt: Small Brother ist die kleinere der beiden Brother Islands im offenen Roten Meer, rund 60 Kilometer vor der ägyptischen Küste. Du erreichst sie nur per Tauchsafari. Berühmt ist die winzige Insel für ihre prachtvollen Gorgonien-Steilwände und die regelmäßigen Begegnungen mit Fuchshaien.

Von der Aegypten.de-Redaktion · Stand: Juni 2026

Small Brother ist der kleinere Zwilling von Big Brother und für viele erfahrene Taucher der noch reizvollere der beiden Felsen im offenen Roten Meer. Was der Insel an Größe fehlt, macht sie mit spektakulären Korallenwänden, riesigen Gorgonienfächern und der berühmten Chance auf Fuchshaie mehr als wett. Ein klassischer Offshore-Tauchplatz für Fortgeschrittene mit Sinn fürs Wilde.

Wo liegt Small Brother und wie kommst du hin?

Small Brother liegt zusammen mit Big Brother rund 60 Kilometer vor der ägyptischen Festlandküste, etwa auf Höhe von El Quseir, mitten im offenen Roten Meer. Die beiden Brother Islands (arabisch El Akhawein) ragen als einzige Erhebungen aus dem tiefen Wasser und liegen nur etwa einen Kilometer voneinander entfernt. Du erreichst Small Brother ausschließlich per Tauchsafari (Liveaboard), denn für Tagesausflüge vom Festland ist die Distanz viel zu groß. Die Safaris starten meist in Hurghada, Marsa Alam oder Port Ghalib und verbinden The Brothers häufig mit Daedalus Reef und Elphinstone. Die Überfahrt über offenes Meer dauert mehrere Stunden, sodass etwas Seetauglichkeit von Vorteil ist. Anders als Big Brother trägt Small Brother keinen Leuchtturm und ist die deutlich kleinere, unbebaute der beiden Inseln.

Was macht das Riff von Small Brother aus?

Small Brother ist im Grunde ein einziger, ovaler Korallenberg, dessen Wände rundum steil und bewachsen in die Tiefe abfallen. Genau diese kompakte Form macht den Platz so besonders: Du kannst die Insel bei passender Strömung nahezu vollständig umrunden und dabei eine erstaunliche Bandbreite an Lebensräumen auf engstem Raum erleben. Berühmt ist Small Brother vor allem für seine gewaltigen Gorgonienfächer und Schwarzkorallenbüsche, die an den Nordwest- und Südwänden ganze Hänge überziehen und zu den schönsten des Roten Meeres zählen. Die Wände sind dicht mit Weichkorallen in Rot, Orange und Violett bewachsen, dazwischen tummelt sich ein dichtes Riffleben. Weil die Insel frei im Strom steht, ist das Riff außergewöhnlich gesund und nährstoffreich – ideale Bedingungen für Großfisch und vor allem für die berühmten Fuchshaie, für die Small Brother bekannt ist.

Was bekommst du unter Wasser zu sehen?

Das große Highlight von Small Brother sind die Fuchshaie (Thresher Sharks), die hier vor allem in den frühen Morgenstunden an den Wänden und über tieferen Plateaus regelmäßig gesichtet werden – Small Brother gilt als einer der zuverlässigsten Plätze des Roten Meeres für diese eleganten, langschwänzigen Haie. Garantieren lässt sich eine Begegnung nie, aber mit etwas Glück und frühem Einstieg stehen die Chancen gut. Daneben triffst du am Blauwasserrand der Steilwände auf graue Riffhaie, Hammerhaie und vorbeiziehende Thunfische und Barrakudaschwärme. Die prächtigen Gorgonienfächer und Weichkorallenhänge bilden eine farbintensive Kulisse, in der Glasfische, Anthias, Drückerfische und Muränen leben. Auch große Napoleon-Lippfische und gelegentlich Schildkröten lassen sich blicken. Die Kombination aus farbenprächtigem Riff und realistischer Großfischchance macht den Reiz dieses Offshore-Felsens aus.

Wie anspruchsvoll ist der Tauchgang?

Small Brother ist ein fortgeschrittener Tauchplatz, an dem du Erfahrung mit Strömung mitbringen solltest. Weil die Insel klein ist und frei im offenen Meer steht, kann die Strömung kräftig sein und um den Felsen herum drehen – Strömungstauchgänge sind hier der Normalfall. Die Wände fallen steil in große Tiefen ab, sodass eine sichere Tarierung und konsequentes Tiefenmanagement entscheidend sind, um nicht unbemerkt abzurutschen. Da Fuchshaie häufig etwas tiefer über den Plateaus stehen, besteht die Versuchung, in die Tiefe zu gehen; hier ist Disziplin gefragt. Die meisten Safari-Anbieter verlangen für The Brothers ein fortgeschrittenes Brevet, eine Mindestzahl geloggter Tauchgänge und nachgewiesene Strömungserfahrung. Für Anfänger ist Small Brother nicht geeignet. Mit solider Erfahrung, guter Tarierung und Respekt vor der Strömung ist der Platz jedoch ein unvergessliches Taucherlebnis.

Wie läuft ein typischer Tauchgang ab?

Ein typischer Tauchgang an Small Brother beginnt mit einem Negativeinstieg vom Zodiac, oft an der Nord- oder Südspitze, von wo aus du dich mit der Strömung an der bewachsenen Wand entlangtreiben lässt. Im Briefing legt das Tauchteam genau fest, an welcher Seite gestartet und wo wieder aufgetaucht wird, denn die Strömung bestimmt den Verlauf. Wer auf Fuchshaie hofft, taucht möglichst früh am Morgen ein und hält über tieferen Bereichen und am Blauwasserrand Ausschau. Anschließend gleitest du entlang der Gorgonienwände, genießt die Farbenpracht und arbeitest dich zum Riffdach für den Sicherheitsstopp vor. Eine Tauchboje (SMB) ist Pflicht, damit dich das Zodiac im offenen Wasser sicher findet. An einer Safari sind pro Tag mehrere Tauchgänge möglich; wegen Tiefe und Strömung werden Nullzeit und Luftvorrat besonders streng gemanagt.

Wann ist die beste Reisezeit für Small Brother?

Die beste Reisezeit für Small Brother liegt grob zwischen dem späten Frühjahr und dem Herbst, wenn die See ruhiger und das Wetter stabiler ist; die Brothers-Saison reicht üblicherweise von etwa Frühling bis Spätherbst. Im Hochsommer ist das Wasser am wärmsten und liegt häufig im Bereich der hohen 20er-Grad-Celsius, im Winter kühlt es spürbar auf rund 21 bis 23 Grad ab. Für die berühmten Fuchshaie gelten der späte Frühling und vor allem der Herbst als besonders aussichtsreich, doch Sichtungen sind über weite Teile der Saison möglich. In den windstärksten Wintermonaten erschwert oder verhindert rauer Seegang oft die Anfahrt zu den exponierten Inseln, weshalb viele Veranstalter The Brothers dann aus dem Programm nehmen. Die Sichtweiten am klaren Offshore-Riff erreichen über weite Teile des Jahres oft mehr als 20 bis 30 Meter.

Von wo aus kannst du Small Brother betauchen?

Small Brother betauchst du ausschließlich von einer Tauchsafari aus, da Tagesausflüge wegen der großen Entfernung zum Festland nicht möglich sind. Die Liveaboards starten meist in Hurghada, Marsa Alam oder Port Ghalib und nehmen The Brothers in mehrtägige Routen auf, häufig kombiniert mit Daedalus und Elphinstone. Auf dem Schiff lebst und schläfst du an Bord und tauchst über mehrere Tage an den Offshore-Riffen, ohne an Land zu müssen. Für das Meeresschutzgebiet wird eine kostenpflichtige Gebühr fällig, die über die Safari abgerechnet wird. Wenn dich eine solche Tour reizt, lohnt der Blick auf erfahrene Anbieter ab den Häfen rund um Marsa Alam und Hurghada, die auf Süd- und Offshore-Routen spezialisiert sind. Prüfe, ob die geforderten Brevets und Tauchgangszahlen zu deiner Erfahrung passen, bevor du buchst.

Was gilt beim Naturschutz?

Small Brother liegt in einem geschützten Meeresgebiet, in dem strenge Regeln gelten. Korallen, Gorgonien und Meeresbewohner dürfen weder berührt noch beschädigt werden; das Anfassen oder Verfolgen von Fuchshaien und anderen Haien ist tabu, ebenso jedes Anlocken oder Füttern. Gerade an den prächtigen, aber empfindlichen Gorgonienwänden ist eine perfekte Tarierung aktiver Riffschutz – ein einziger unkontrollierter Flossenschlag kann jahrzehntealte Fächer zerstören. Boote dürfen nur an ausgewiesenen Festmacherbojen festmachen, um den Grund zu schonen. Organisationen wie die HEPCA engagieren sich seit Jahren für den Schutz der Riffe und die Mooring-Infrastruktur im südlichen Roten Meer. Als Gast trägst du Verantwortung: Halte respektvollen Abstand zu allen Tieren, nimm deinen Müll mit und verzichte auf riffschädigende Sonnencreme.

Welche Tipps solltest du beachten?

Wer Small Brother optimal erleben will, taucht für die Fuchshaie möglichst früh am Morgen ein und hält ruhig und entspannt Abstand, statt den Tieren nachzujagen – Geduld wird hier meist belohnt. Bringe ausreichend Erfahrung, eine solide Strömungsroutine und die geforderten Brevets mit, bevor du eine Brothers-Safari buchst. Eine eigene oder geliehene Tauchboje samt Spule ist Pflicht, weil du im offenen Wasser auftauchst. Plane konservativ: Behalte Tiefe, Nullzeit und Luft im Auge und widerstehe der Versuchung, an der steilen Wand zu tief zu gleiten. Etwas Vorbereitung gegen Seekrankheit hilft, da die Überfahrt rau sein kann. Informiere dich vor der Reise über die aktuellen Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und plane zeitlichen Puffer ein, da Wind die Anfahrt zu den exponierten Inseln kurzfristig verhindern kann.

Du planst deinen Tauchurlaub rund um Hurghada? In unserem Reiseführer zu Hurghada findest du Hotels, Orte und Angebote für die Region.

Weitere Tauchreviere und Reisetipps findest du in unseren Ratgebern zu Tauchen im Roten Meer und beste Reisezeit für Ägypten.

Häufige Fragen zu Small Brother (The Brothers)

Warum ist Small Brother für Fuchshaie so bekannt?

Small Brother gilt als einer der zuverlässigsten Plätze im Roten Meer für Fuchshaie (Thresher Sharks). Die eleganten, langschwänzigen Haie stehen hier vor allem in den frühen Morgenstunden über tieferen Bereichen der Steilwände. Eine Begegnung ist jedoch nie garantiert.

Worin unterscheidet sich Small Brother von Big Brother?

Small Brother ist die kleinere, unbebaute Insel ohne Leuchtturm und ohne die berühmten Wracks. Dafür punktet sie mit besonders prachtvollen Gorgonienwänden und der starken Reputation für Fuchshaie. Big Brother trägt den historischen Leuchtturm und die Wracks Numidia und Aida.

Kann man Small Brother in einem Tauchgang umrunden?

Wegen der kompakten, ovalen Form lässt sich Small Brother bei passender Strömung weitgehend umrunden. In der Praxis hängt das stark von Strömungsstärke und -richtung ab, weshalb das Tauchteam den Verlauf im Briefing festlegt. Oft wird nur ein Abschnitt der Wand betaucht.

Braucht man für Small Brother eine eigene Tauchboje?

Ja, eine Tauchboje (SMB) samt Spule gehört zur Pflichtausrüstung. Da du im offenen Wasser an einem frei stehenden Felsen auftauchst, musst du für das Zodiac sichtbar sein. Viele Safari-Anbieter setzen eine eigene SMB und etwas Übung im Umgang damit voraus.