Wetter

Von der Aegypten.de-Redaktion Aktualisiert: Juni 2026 10 Min. Lesezeit
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Ägypten gehört zu den sonnensichersten Reisezielen der Welt: Über 90 Prozent des Landes liegen in einer trocken-heißen Wüstenzone, in der die Sonne an mehr als 3.000 Stunden pro Jahr scheint und Regen die große Ausnahme bleibt. Geprägt wird das Klima von langen, sehr heißen Sommern und milden Wintern, wobei die Mittelmeerküste, das Niltal, das Rote Meer und die Sahara jeweils ganz eigene Bedingungen aufweisen.

Wer das Klima Ägyptens verstehen will, sollte das Land nicht als eine einzige Wetterzone begreifen. Zwischen der regenfeuchten Mittelmeerküste im Norden und dem glühend heißen Assuan im Süden liegen über 1.000 Kilometer – und entsprechend groß sind die Unterschiede. Die folgenden Antworten erklären das ägyptische Wetter Region für Region und Phänomen für Phänomen. Für die konkrete Frage „Wann reise ich am besten?“ lohnt anschließend ein Blick in unseren Reisekalender.

Welches Klima herrscht in Ägypten?

Ägypten liegt fast vollständig in der trocken-heißen Wüstenzone Nordafrikas und besitzt damit ein ausgeprägtes Wüstenklima: extrem trocken, sehr sonnenreich und mit großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Nur ein schmaler Streifen entlang der Mittelmeerküste weist mediterrane Züge mit nennenswertem Winterregen auf. Mehr zu den naturräumlichen Grundlagen finden Sie im Überblick zur Geografie Ägyptens.

Welche Jahreszeiten gibt es in Ägypten?

Faktisch kennt Ägypten nur zwei Jahreszeiten: einen langen, sehr heißen Sommer von etwa Mai bis Oktober und einen milden, kurzen Winter von November bis April. Frühling und Herbst sind nur als kurze Übergangsphasen spürbar. Ein klassischer „kalter“ Winter mit Schnee fehlt – Frost tritt allenfalls in Wüstennächten oder im Hochland des Sinai auf.

Wie heiß wird es im ägyptischen Sommer?

Im Sommer steigen die Tagestemperaturen je nach Region auf 30 bis 45 °C. An der Mittelmeerküste bleibt es mit rund 28–31 °C vergleichsweise erträglich, während in Oberägypten um Luxor und Assuan regelmäßig 40 °C und mehr erreicht werden. Die trockene Luft macht die Hitze zwar leichter ertragbar als feuchte Tropenhitze, doch Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser sind unverzichtbar.

Wie mild ist der Winter in Ägypten?

Der ägyptische Winter ist mild bis angenehm warm: Tagsüber liegen die Werte meist zwischen 18 und 26 °C, im Süden auch darüber. Die Sonne scheint fast täglich, Regen fällt – außer an der Nordküste – kaum. Allerdings können die Nächte deutlich abkühlen, vor allem in der Wüste und im Landesinneren, wo Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt möglich sind.

Warum sind die Nächte in der Wüste so kalt?

Wüsten speichern Wärme schlecht: Ohne Wolkendecke und mit sehr trockener Luft strahlt die tagsüber aufgeheizte Oberfläche nachts ungehindert in den Himmel ab. Dadurch fallen die Temperaturen nach Sonnenuntergang rapide – der Tag-Nacht-Unterschied kann 15 bis 20 °C betragen. Wer in der Sahara oder den Oasen übernachtet, braucht daher auch im Sommer warme Kleidung und einen Schlafsack.

Wie ist das Wetter an der Mittelmeerküste?

Die Mittelmeerküste rund um Alexandria und Mersa Matruh ist die feuchteste und kühlste Region Ägyptens. Hier herrscht mediterranes Klima mit warmen, trockenen Sommern und milden, regnerischen Wintern. Mit rund 100–200 mm Jahresniederschlag und gut 30 Regentagen fällt hier ein Vielfaches dessen, was der Rest des Landes erhält. Die Sommerhitze wird durch die Seebrise gemildert.

Wann regnet es in Ägypten?

Nennenswerter Regen fällt fast ausschließlich im Winterhalbjahr (Dezember bis März) und fast ausschließlich an der Mittelmeerküste. Kairo erhält nur noch etwa 25 mm pro Jahr, Oberägypten praktisch nichts – in Assuan kann es jahrelang trocken bleiben. Seltene, dafür heftige Starkregen können in Wüstengebieten allerdings zu gefährlichen Sturzfluten (Wadi-Fluten) führen.

Wie heiß ist es in Oberägypten und im Niltal?

Oberägypten mit Luxor und Assuan zählt zu den heißesten bewohnten Regionen der Erde. Von April bis Oktober überschreiten die Tageswerte regelmäßig 40 °C, in Spitzen sind über 45 °C möglich. Regen ist hier nahezu unbekannt. Wer die antiken Stätten am Nil erkunden möchte, plant Besichtigungen am besten für die kühleren Monate von November bis Februar.

Wie warm ist es am Roten Meer?

Das Rote Meer rund um Hurghada und Sharm El-Sheikh ist ganzjährig warm und ausgesprochen trocken. Im Sommer klettern die Werte über 40 °C, im Winter bleibt es selten unter 20 °C, und tagsüber lädt fast immer Badewetter ein. Beständige Winde sorgen für angenehme Kühlung an der Küste – ideal auch für Wassersportler. Details zur Region bietet unser Überblick zum Roten Meer.

Wie warm ist das Wasser im Roten Meer?

Die Wassertemperaturen im Roten Meer sind ganzjährig badetauglich. Im Winter (Januar/Februar) liegen sie bei etwa 21–22 °C, im Frühjahr steigen sie auf 23–25 °C, und im Hochsommer (Juli bis September) erreichen sie angenehme 27–29 °C. Diese Beständigkeit macht das Rote Meer zu einem der wenigen ganzjährig zuverlässigen Badeziele rund ums Mittelmeer.

Was ist der Chamsin-Wind?

Der Chamsin (auch Khamsin) ist ein heißer, trockener und staubbeladener Wüstenwind, der vor allem im Frühjahr zwischen März und Mai auftritt. Er weht aus dem Süden, kann die Temperaturen binnen Stunden um 15–20 °C in die Höhe treiben und führt große Mengen Sand und Staub mit sich. Sein Name leitet sich vom arabischen Wort für „fünfzig“ ab – nach der Zahl der Tage, über die er sich verteilen kann.

Wann treten Sandstürme auf?

Sandstürme sind vor allem zwischen März und Juni häufig, wenn der Chamsin und andere Winde aktiv sind. Sie können die Sicht stark einschränken und das Atmen erschweren. In Oberägypten und der Wüste ist in dieser Zeit besonders mit aufgewirbeltem Sand zu rechnen. Ein Tuch für Mund und Nase, eine Sonnenbrille und geschlossene Kleidung helfen, sich zu schützen.

Wie viele Sonnenstunden hat Ägypten?

Ägypten ist eines der sonnenreichsten Länder der Welt. Im Landesdurchschnitt scheint die Sonne rund 3.000 bis 3.800 Stunden pro Jahr; in Oberägypten zählt man zu den höchsten Werten überhaupt. Selbst im Winter sind klare, sonnige Tage die Regel. Das macht zwar das Reisen attraktiv, erhöht aber zugleich das Risiko von Sonnenbrand und Hitzschlag – konsequenter UV-Schutz ist Pflicht.

Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit?

Die Luftfeuchtigkeit ist im Landesinneren und in der Wüste sehr niedrig, weshalb die Hitze dort trockener und besser erträglich wirkt. An den Küsten – sowohl am Mittelmeer als auch am Roten Meer – ist die Luft dagegen deutlich feuchter, was die gefühlte Temperatur im Sommer anheben kann. Im Niltal sorgt die Verdunstung des Flusses lokal ebenfalls für etwas höhere Werte.

Wie unterscheidet sich das Klima auf dem Sinai?

Die Sinai-Halbinsel vereint mehrere Klimazonen: An der Küste bei Sharm El-Sheikh ist es ganzjährig warm und trocken wie am übrigen Roten Meer. Im bergigen Landesinneren rund um den Sinai-Berg dagegen wird es deutlich kühler – in den Wintermonaten kann hier nachts Frost auftreten, und in seltenen Fällen fällt sogar Schnee auf den höchsten Gipfeln.

Welche Temperaturen herrschen in den einzelnen Regionen?

Die folgende Tabelle zeigt typische monatliche Tiefst- und Höchstwerte (Min/Max) für die wichtigsten Reiseregionen. Sie verdeutlicht die enormen Unterschiede zwischen der kühleren Mittelmeerküste (Alexandria, Mersa Matruh) und dem heißen Oberägypten (Luxor, Assuan):

KairoAlexandriaLuxorAssuanHurghadaMersa MatruhSharm El-Sheikh
Januar8/20°C9/18°C5/23°C10/24°C10/21°C8/18°C9/21°C
Februar9/22°C10/20°C7/26°C11/26°C10/21°C10/19°C10/22°C
März11/25°C12/22°C10/30°C14/31°C12/23°C12/21°C13/25°C
April14/29°C15/25°C15/35°C18/36°C16/26°C14/24°C17/29°C
Mai17/33°C18/27°C21/40°C23/40°C21/30°C17/27°C21/34°C
Juni20/35°C22/29°C20/40°C25/42°C24/31°C20/28°C24/34°C
Juli22/36°C23/31°C23/40°C26/42°C25/33°C21/29°C25/34°C
August22/35°C22/30°C23/40°C26/42°C25/33°C20/28°C26/35°C
September20/33°C20/28°C22/39°C24/40°C23/31°C18/27°C23/32°C
Oktober18/31°C17/26°C18/37°C21/37°C20/28°C15/25°C20/31°C
November14/26°C13/22°C12/31°C16/31°C16/26°C12/21°C16/27°C
Dezember10/21°C10/17°C7/25°C12/26°C12/22°C10/20°C12/23°C

In welchen Monaten ist es am heißesten?

Die heißesten Monate sind landesweit Juni, Juli und August. In Oberägypten und der Wüste werden dann tagsüber regelmäßig über 40 °C erreicht, und auch die Nächte bleiben warm. Selbst an den Küsten ist es im Hochsommer schwül-warm. Wer Hitze schlecht verträgt, meidet für Kultur- und Wüstenreisen diese Zeit – fürs Baden am Roten Meer ist sie dagegen vielen gerade recht.

Wann ist die beste Reisezeit fürs Wetter?

Klimatisch sind die Übergangs- und Wintermonate von Oktober bis April am angenehmsten: warme, trockene Tage und erträgliche Hitze auch im Süden. Fürs Baden am Roten Meer ist es praktisch ganzjährig warm genug. Welche Reisezeit am besten zu Ihren Plänen passt, hängt aber stark von Region und Reisestil ab – die genaue Monatsplanung finden Sie in unserem Reisekalender.

Wie sollte man sich auf das ägyptische Wetter vorbereiten?

Wichtig sind in jeder Saison Sonnenbrille, Kopfbedeckung und Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Für Wüstenausflüge gehören wegen der kalten Nächte warme Kleidung und ein Schlafsack ins Gepäck, dazu im Frühjahr ein Tuch gegen Sand und Staub. Ausreichend Wasser, leichte, atmungsaktive Kleidung und feste Schuhe runden die Ausrüstung ab. So lässt sich Ägypten samt seiner Sehenswürdigkeiten bei nahezu jedem Wetter genießen.

Häufige Fragen zum Wetter in Ägypten

Schneit es in Ägypten?

Schnee ist in Ägypten extrem selten und beschränkt sich praktisch auf die höchsten Gipfel der Sinai-Berge. In tiefen Lagen und an den Küsten fällt nie Schnee; selbst Frost tritt nur in kalten Wüstennächten und im Hochland gelegentlich auf.

Kann man im Winter in Ägypten baden?

Ja. Am Roten Meer liegt die Wassertemperatur auch im Januar und Februar noch bei rund 21–22 °C, und die Sonne scheint fast täglich. Für Sonnenhungrige und Taucher ist die Region damit ein zuverlässiges Winterbadeziel, während es am Mittelmeer im Winter zu kühl zum Baden ist.

Wie warm ist es im Dezember in Ägypten?

Im Dezember liegen die Tageshöchstwerte in Kairo bei etwa 21 °C, in Luxor und Assuan um 25–26 °C und am Roten Meer um 22–23 °C. Die Nächte können vor allem im Landesinneren empfindlich kühl werden, weshalb eine wärmere Jacke für den Abend sinnvoll ist.

Wann ist der Chamsin am stärksten?

Der Chamsin tritt vor allem zwischen März und Mai auf, mit Schwerpunkt im April. In dieser Phase sind kurzfristige Hitzeschübe und Sandstürme am wahrscheinlichsten. Außerhalb des Frühjahrs ist das Phänomen die Ausnahme.

Ist das ägyptische Klima für jeden geeignet?

Grundsätzlich ja, doch hitzeempfindliche Reisende sollten Hochsommer und Oberägypten meiden und die kühleren Monate bevorzugen. Mit ausreichend Sonnenschutz, Flüssigkeit und der Wahl der passenden Reisezeit ist Ägypten für die meisten Menschen ganzjährig gut bereisbar. Hintergründe zum Land bietet auch der Eintrag auf Wikipedia.

Bereit für die Reiseplanung? Jetzt, da Sie das Klima Ägyptens kennen, hilft Ihnen unser Reisekalender dabei, Monat für Monat die beste Reisezeit für Ihre Wunschregion zu finden – von der Niltal-Kulturreise bis zum Badeurlaub am Roten Meer.